NachrichtenAktienKuaishous Kling AI holt CICC, Goldman Sachs und UBS für eine Hongkonger IPO im Wert von 1 Milliarden US-Dollar an Bord

Kuaishous Kling AI holt CICC, Goldman Sachs und UBS für eine Hongkonger IPO im Wert von 1 Milliarden US-Dollar an Bord

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Kling AI strebt über eine Hongkonger Notierung, die für Anfang 2027 geplant ist, mindestens 1 Milliarde US-Dollar an.
  • •CICC, Goldman Sachs und UBS wurden als Konsortialbanken für das geplante Angebot ausgewählt.
  • •Eine Finanzierungsrunde im Juli 2026 bewertete Kling auf etwa 18 Milliarden US-Dollar; daran beteiligten sich Tencent, Alibaba und Baidu.
  • •Klings Umsatz im zweiten Quartal 2026 überstieg 850 Millionen RMB, was einem Jahreswachstum von mehr als 200 % entspricht.
  • •Kuaishou dürfte nach der Abspaltung etwa 68 % an Kling halten; die Investoren besitzen Rückkaufrechte, falls bis zum 30. Oktober 2031 keine Notierung erfolgt.
Kuaishous Kling AI holt CICC, Goldman Sachs und UBS für eine Hongkonger IPO im Wert von 1 Milliarden US-Dollar an Bord

Kling AI, die KI-Video-Generationseinheit des chinesischen Kurzvideo-Riesen Kuaishou Technology, plant einen Börsengang in Hongkong, der mindestens 1 Milliarde US-Dollar einbringen soll.

Berichte vom 6. Oktober 2026 zufolge hat die Sparte CICC, Goldman Sachs und UBS als Konsortialbanken verpflichtet; die Notierung ist für Anfang 2027 angesetzt. Für ein Unternehmen, das erst 2024 an den Start ging, wäre das ein schneller Weg von der Produktdemo an den Kapitalmarkt.

Der Deal im Einzelnen

Der IPO würde Kling AI aus dem Mutterkonzern Kuaishou Technology herauslösen, der in Hongkong unter dem Ticker 1024 notiert ist. Kling ist auch als Keling AI beziehungsweise 可灵AI bekannt.

Hongkong bietet dafür eine passende Bühne: Die Börse der Stadt war 2025 der weltweit führende Standort für IPO-Kapitalerhöhungen.

Der Börsengang folgt auf eine erhebliche private Finanzierungsrunde. Im Juli 2026 sammelte Kling AI rund 2,8 Milliarden US-Dollar bei einer auf 3 Milliarden US-Dollar gedeckelten Runde ein und wurde Berichten zufolge nach dem Kapitalzufluss mit etwa 18 Milliarden US-Dollar bewertet.

Tencent, Alibaba und Baidu beteiligten sich sämtlich an dieser Runde. Der Anteil von Kuaishou dürfte entsprechend schrumpfen; der Anteil des Mutterkonzerns an Kling wird voraussichtlich auf etwa 68 % verwässert.

Die Zahlen hinter dem Pitch

Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 lag über 850 Millionen RMB, ein Anstieg von mehr als 200 % im Jahresvergleich.

Klings annualisierter wiederkehrender Umsatz (ARR) erreichte bis März 2026 rund 500 Millionen US-Dollar, gegenüber etwa 240 Millionen US-Dollar im Dezember 2025 — eine Verdopplung binnen eines einzigen Quartals.

Am 28. September 2026 stellte das Unternehmen Kling 4.0 vor, das Videoclips von bis zu 30 Sekunden unterstützt, erweiterte Steuerungsmöglichkeiten bietet und mehrere Referenzeingaben akzeptiert. Die neue Version positioniert sich gegen ByteDances Seedance, ein weiteres chinesisches KI-Videotool, in einer Kategorie, zu der auch OpenAIs Sora und Googles Veo gehören.

Wie Kuaishou hierher kam

Mai 2026 reichte Kuaishou einen Restrukturierungsplan ein, der Klings Vermögenswerte in einer Gesellschaft namens Beijing Keling bündelte. Die Restrukturierung enthielt Anlegerschutzklauseln, die an eine künftige Notierung geknüpft sind: Sollte Kling nicht bis zum 30. Oktober 2031 an die Börse gehen, halten Investoren Rückkaufrechte — eine vertragliche Absicherung, die für das Börsenvorhaben faktisch eine harte Frist setzt.

Was das bedeutet

Für Kuaishou-Aktionäre würde die Abspaltung einem Asset, das bislang in einem größeren Konzern verborgen war, einen sichtbaren Preis verleihen. Eine eigenständige Notierung gibt dem Markt einen direkten Aufschluss über Klings Wert, da Kuaishou voraussichtlich etwa 68 % der Sparte halten wird. Sie würde Kling zudem zu einem der wenigen KI-Videogeschäfte machen, die Publikumsanleger direkt halten können — in einem Feld, in dem die meisten führenden Tools noch in privaten oder nicht börsennotierten Gruppen stecken.

Eine private Bewertung von 18 Milliarden US-Dollar liegt um ein Vielfaches über einer Umsatzlaufleistung von rund 500 Millionen US-Dollar. Käufer am Kapitalmarkt müssen davon überzeugt sein, dass das Wachstumstempo von über 200 % hält — zumindest eine Weile.

Die Suche nach mindestens 1 Milliarde US-Dollar bei einer Bewertung von 18 Milliarden US-Dollar bedeutet, dass der IPO nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil des Unternehmens an die Börse bringen würde. Dass Tencent, Alibaba und Baidu zu Klings größten Aktionären zählen, bedeutet zudem, dass Unternehmen mit eigenen KI-Ambitionen im Spiel sind — was strategische Entscheidungen künftig erschweren könnte.

Die Zwischenschritte bis zum angestrebten Zeitfenster Anfang 2027 sind konkret: ein förmlicher Börsenantrag in Hongkong, mögliche Anpassungen bei Bewertung oder Aktionärsanteilen sowie die Frage, ob das Umsatzwachstum mit Rivalen wie Seedance mithält. Die Rückkauffrist zum 30. Oktober 2031 markiert den äußeren Rand des Zeitplans; die nähere Prüfung ist, ob das Fenster Anfang 2027 hält.