NachrichtenRohstoffe & ForexKlaipeda plant grünes Methanol-Bunkern mit neuem Schiffskonzept

Klaipeda plant grünes Methanol-Bunkern mit neuem Schiffskonzept

Autor: Ship & Bunker·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Western Baltic Engineering, Teil der Western Shipyard Group, entwickelte die technische Spezifikation und das Konzeptdesign für ein Bunkerschiff für grünes Methanol für Klaipeda.
  • Das geplante Schiff soll eine Kapazität von 800 mt grünem Methanol haben und bis zu 250.000 mt pro Jahr liefern können, für den Einsatz in flachen Gewässern und auf lokalen Routen.
  • Die Studie wurde im Rahmen des Projekts H2Deri@BSP mit 14 internationalen Partnern durchgeführt und ergab, dass der Markt für grünes Methanol im Ostseeraum noch in einem frühen Stadium ist.
  • Der Anbieter alternativer Bunkerkraftstoffe könnte Klaipeda für Reedereien attraktiver machen und dem Hafen ein neues Geschäftsfeld eröffnen.
  • Klaipeda verfügt bereits über eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff, und das methanolbetriebene Containerschiff Eco Umande läuft den Hafen seit 2024 an.
Klaipeda plant grünes Methanol-Bunkern mit neuem Schiffskonzept

Der litauische Hafen Klaipeda bereitet sich mit einem neuen Bunkerschiffskonzept auf das Bunkern von grünem Methanol vor, das Schiffen künftig grünes Methanol liefern könnte.

Die Hafenbehörde von Klaipeda bewertete im Rahmen des Projekts H2Deri@BSP gemeinsam mit 14 Partnern aus verschiedenen Ländern das Potenzial des grünen Methanol-Bunkerns, wie sie in einer E-Mail-Erklärung am Montag mitteilte.

Die Studie untersuchte die erwartete Nachfrage, Vorschriften, potenzielle Kunden, Lieferketten und die Umweltvorteile von grünem Methanol. Die Arbeit erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Emissionsvorschriften in der Schifffahrt: Die IMO hat das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen der internationalen Schifffahrt bis oder etwa um 2050 auf netto null zu reduzieren, während die EU-Verordnung FuelEU Maritime und die Einbeziehung der Schifffahrt in das EU-Emissionshandelssystem die Betreiber dazu drängen, die Kohlenstoffintensität der auf europäischen Routen eingesetzten Kraftstoffe zu senken.

Die Analyse ergab, dass der Markt für grünes Methanol in der Ostseeregion noch in einem frühen Stadium ist, Häfen mit Bunkern alternativer Kraftstoffe jedoch für Reedereien attraktiver werden könnten. Für Klaipeda könnte der Dienst zudem ein neues Geschäftsfeld erschließen und das Dienstleistungsangebot des Hafens erweitern. Große Reedereien, insbesondere Containerreedereien, haben in den vergangenen Jahren methanolbetriebene Dual-Fuel-Schiffe bestellt, und Häfen in Nordeuropa, darunter Rotterdam, haben bereits Methanol-Bunkeroperationen durchgeführt.

Das Projekt ist nun von der Analyse zu einem konkreten Schiffskonzept übergegangen. Die Western Baltic Engineering, Teil der Western Shipyard Group, entwickelte die technische Spezifikation und das Konzeptdesign für ein Bunkerschiff für grünes Methanol.

Das Schiff soll für den Einsatz in flachen Gewässern und auf lokalen Bunkerrouten ausgelegt sein. Es soll eine Kapazität von 800 mt grünem Methanol haben und bis zu 250.000 mt des Kraftstoffs pro Jahr liefern können.

Der Hafen erklärte, Nachfrage nach grünem Methanol könnte von regionalen Schiffen, Passagierschiffen und Fähren sowie von Schiffen kommen, die Offshore-Windparks bedienen.

Klaipeda verfügt bereits über eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff, während das mit grünem Methanol betriebene Containerschiff Eco Umande seit 2024 den Hafen anläuft.

Quelle: Ship & Bunker