NachrichtenMakroBestechungsskandal um Schiedsrichter im koreanischen Fußball scheint in den Hintergrund zu treten

Bestechungsskandal um Schiedsrichter im koreanischen Fußball scheint in den Hintergrund zu treten

Autor: The Korea Times Business·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein geleakter Regierungsprüfbericht erklärte, dass KFA-Funktionäre ausländischen Schiedsrichtern bei Qualifikationsspielen 2010 und 2011 sexuelle Unterhaltung geboten hätten.
  • Die Nationale Polizeibehörde sagte, die Verjährungsfrist für den Vorwurf der Beihilfe zur Prostitution sei abgelaufen.
  • FIFA und die Asian Football Confederation haben sich öffentlich nicht geäußert, und eine klare externe Untersuchung hat bislang nicht begonnen.
  • Der Skandal dürfte den Reformdruck auf die KFA erhöhen; die Reformen werden von Park Ji-sung geleitet.
  • Park will die Präsidentschaftswahl der KFA bis Ende des Jahres abschließen und sagt, dass dafür ein neues Wahlsystem nötig sei.
Bestechungsskandal um Schiedsrichter im koreanischen Fußball scheint in den Hintergrund zu treten

Park Ji-sung, Co-Vorsitzender des K-Football Innovation Committee, spricht bei einem Treffen am Mittwoch im Korea Football Center in Cheonan, Provinz Süd-Chungcheong. Mit freundlicher Genehmigung des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus.

Der Streit um den Korean Football Association (KFA) und die Bestechung ausländischer Schiedsrichter dürfte in die Geschichte eingehen, sofern in den kommenden Wochen und Monaten keine weiteren belastenden Details ans Licht kommen.

Zu Beginn dieses Sommers ergab ein geleakter Regierungsprüfbericht, dass Funktionäre, die 2010 und 2011 nach Korea gekommen waren, um Qualifikationsspiele für die Olympischen Spiele 2012 in London und die Weltmeisterschaft 2014 zu überwachen, von der KFA mit "sexual entertainment" versorgt wurden. Laut dem Bericht wurden Zahlungen per Firmenkreditkarte an verschiedene Einrichtungen geleistet.

Anfang dieser Woche erklärte die Nationale Polizeibehörde, dass für weitere Maßnahmen zu viel Zeit vergangen sei. „Es scheint, dass die Verjährungsfrist für den Vorwurf der Beihilfe zur Prostitution abgelaufen ist“, sagte sie Reportern in einem Briefing.

Auch wenn es keine unmittelbaren rechtlichen Folgen gab, bestand weiterhin die Möglichkeit, dass die Fußballverbände in den Skandal eingreifen würden. Bislang scheint das jedoch nicht der Fall zu sein.

The Korea Times hat FIFA, den Weltverband des Fußballs, wiederholt um eine Stellungnahme zu dem Fall gebeten. Es gab keine offizielle Reaktion, doch hinter den Kulissen herrscht in Zürich die Auffassung, dass die Angelegenheit von der Asian Football Confederation (AFC) behandelt werden sollte, da die AFC die betreffenden Spiele organisiert hatte. Auch die in Kuala Lumpur ansässige Organisation hat sich bislang nicht geäußert, und es gibt kaum Anzeichen, dass sich dies ändern wird.

Derzeit lässt das Interesse der internationalen Medien angesichts fehlender neuer Entwicklungen nach, und die Berichterstattung dürfte weiter abebben, wenn nichts Neues auftaucht. Damit hängt der Fall im Wesentlichen davon ab, ob die koreanische Polizei noch etwas entdeckt, denn weitere Schritte müssten von ausländischen Organisationen außerhalb von FIFA und AFC kommen.

In Oman gab es Forderungen nach Maßnahmen, da eines der angeblich betroffenen Spiele die Nationalmannschaft des Landes betraf, doch bisher ist nichts geschehen. Auch die Japan Football Association hat angekündigt, zu ermitteln, nachdem Berichte aufkamen, dass japanische Schiedsrichter Vorteile erhalten haben sollen, doch auch das bleibt abzuwarten.

Wenn die koreanischen Behörden nicht ermitteln können und die Fußballverbände nicht ermitteln wollen, dann scheint dieses turbulente Kapitel des koreanischen Fußballs im Sommer 2026 kurz davor zu stehen, abgeschlossen zu werden.

Der Skandal dürfte die Bemühungen um eine Reform der KFA dennoch weiter beeinflussen. Unter Fans und Medien besteht Einigkeit, dass umfassende Veränderungen nötig sind, und das könnte Park Ji-sung die Arbeit erleichtern. Der frühere Star von Manchester United leitet das Komitee, das den Fußball und die KFA reformieren soll, beginnend mit der Erweiterung der Zahl der Wahlberechtigten für die nächste Präsidentenwahl.

Park möchte die Wahl bis Ende des Jahres abgeschlossen haben. „Wir erwarten, dass das Wahlkollegium auf knapp 20,000 anwachsen wird. Es wird nicht einfach sein, die Wahl nur mit den Methoden durchzuführen, die wir bisher verwendet haben“, sagte er. „Ob elektronische Abstimmung oder Online-Abstimmung, es muss ein neues System eingeführt werden.“

Auch wenn die KFA vor zu viel Veränderung zurückschrecken mag, könnte die Organisation in Bezug auf den Bestechungsskandal bald aufatmen.