US-Arbeitsmarktbericht rückt ins Rampenlicht, während Märkte auf wichtige Beschäftigungsdaten warten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Konsensschätzung für die Non-Farm Payrolls im Juli liegt bei 80.000 neuen Arbeitsplätzen, nach einer deutlich schwachen Junizahl.
- •Die Arbeitslosenquote soll im Juli bei 4,2 % bleiben, unverändert zum Juni, während die Erwerbsbeteiligungsquote auf ein 63-Monats-Tief gefallen ist.
- •Saisonfaktoren werden voraussichtlich die Julizahlen negativ beeinflussen, da der Monat historisch bei den Rückgängen der Beschäftigung nur vom Januar übertroffen wird.
- •Fed-Vorsitzender Warsh hat den Arbeitsmarkt als solide und stabil bezeichnet; eine erhebliche negative Überraschung wäre nötig, um die Haltung der Notenbank zu ändern.
- •Händler preisen eine Wahrscheinlichkeit von etwa 63 % für eine Zinsanpassung der Federal Reserve im September ein, basierend auf den Markterwartungen für Fed-Funds-Terminkontrakte.

Die bevorstehende Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls steht heute im Mittelpunkt der Märkte, da wenig anderes um die Aufmerksamkeit der Anleger konkurriert. Der monatlich vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichte Bericht gilt als einer der am genauesten beobachteten Wirtschaftsindikatoren zur Einschätzung der Gesundheit des US-Arbeitsmarktes und seiner Auswirkungen auf die Geldpolitik. Die Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran bleiben im Fluss, solange eine Regelung zur Straße von Hormuz zwischen dem Iran und Oman aussteht – einem entscheidenden Nadelöhr für globale Öltransporte, durch das etwa ein Fünftel der weltweiten Erdölversorgung verläuft. Gleichzeitig steht der erneute Druck auf Technologieaktien unter Beobachtung, wobei Anleger auf die Beschäftigungsdaten hoffen, um klarere Richtungssignale zu erhalten.
Nach einer deutlich schwachen Junizahl liegt die Konsensschätzung für die Non-Farm Payrolls im Juli bei +80k.
Ein möglicher Unsicherheitsfaktor ist, ob die Weltmeisterschaft der Privatbeschäftigung Auftrieb gegeben hat. Dieser Effekt war im Junibericht – der noch der heutigen Revision unterliegt – nicht erkennbar; vielmehr zeigten die Bereiche Freizeit & Gastronomie sowie Essen & Trinken eher Schwächezeichen.
Einige Analysten weisen zudem auf einen möglichen moderaten Rückgang bei den staatlichen Beschäftigungszahlen in diesem Monat hin. Die Neueinstellungen im öffentlichen Dienst waren im Mai gestiegen, was mit der Rekrutierung von Wahlhelfern für die Vorwahlen zusammenhing, wobei ein Teil dieses Personals bis in den Juni hinein übernommen wurde.
Auch Saisonfaktoren könnten die Zahlen belasten, bedingt durch die Sommerferienperiode. Insbesondere im Bildungssektor wird mit negativen Auswirkungen gerechnet. Laut MNI rangiert der Juli historisch an zweiter Stelle bei den Rückgängen der Non-Farm Payrolls – übertroffen nur von den Urlaubsentlassungen im Januar.
Bei der Arbeitslosenquote liegt die Schätzung für Juli bei 4,2 % und damit unverändert zum Juni. Die Junizahl ging jedoch mit einem weiteren Rückgang der Erwerbsbeteiligungsquote einher, die auf ein 63-Monats-Tief fiel – eine Entwicklung, die im Auge behalten werden sollte, da sie darauf hindeuten kann, dass ein Teil der Erwerbsbevölkerung den Arbeitsmarkt verlassen oder eine Rückkehr verzögert hat, was Implikationen für das langfristige Wirtschaftswachstumspotenzial hat.
Die Erwartungen der Analysten zur Kopfzahl sind gemischt, wobei es einen leichten tendentiellen Drall in Richtung niedrigere Zinsen bei den Prognosen für Arbeitslosenquote und Verdienste gibt. Der Schätzungskompilation von MNI Markets zufolge spiegelt die Verteilung diese differenzierte Einschätzung wider.
Die übergreifende Frage ist, wie der heutige Bericht die politische Ausrichtung der Federal Reserve neu formen könnte. Die Messlatte für eine Überraschung, die groß genug wäre, um die Haltung der Fed zu verschieben, ist außergewöhnlich hoch. Derzeit sind Inflationsdaten und die Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran für die Notenbankpolitiker zweifellos von größerer Bedeutung.
Fed-Vorsitzender Warsh hat den Arbeitsmarkt als „solid" und „steady" beschrieben. Es bedürfte einer erheblichen negativen Überraschung, um diese Einschätzung zu ändern und die Aussicht auf eine Zinserhöhung im September infrage zu stellen.
Derzeit preisen Händler eine Wahrscheinlichkeit von etwa 63 % für eine Maßnahme der Fed – eine Zinsanpassung – im September ein, basierend auf den Markterwartungen für Fed-Funds-Terminkontrakte.