BNP Paribas: Yen-Schwäche hält trotz Straffung durch die Bank of Japan an
Wichtige Erkenntnisse
- •BNP Paribas erklärte, der Yen habe nachgegeben, obwohl die Bank of Japan Schritte in Richtung geldpolitischer Normalisierung unternimmt.
- •Der große Zinsabstand zwischen den USA und Japan begünstigt weiterhin auf Dollar lautende Vermögenswerte gegenüber auf Yen lautenden Anlagen.
- •Japans schrumpfender Leistungsbilanzüberschuss und institutionelle Kapitalabflüsse erhöhen den strukturellen Druck auf den Yen.
- •BNP Paribas zufolge wird USD/JPY weiterhin vor allem von der Politik der Federal Reserve und robusten US-Konjunkturdaten beeinflusst.
- •Eine stärkere Erholung des Yen würde eine deutliche Verringerung der Zinsdifferenzen, eine größere Veränderung der Risikostimmung oder aggressivere Maßnahmen der Bank of Japan erfordern.

Der japanische Yen hat gegenüber dem US-Dollar weiter an Wert verloren, obwohl die Bank of Japan auf eine straffere Geldpolitik zusteuert, wie aus einer aktuellen Analyse von BNP Paribas hervorgeht. Die Lücke zwischen den politischen Erwartungen und der tatsächlichen Währungsentwicklung deutet auf anhaltenden strukturellen Druck auf den Yen hin.
Straffung der Bank of Japan hat den Yen nicht gestützt
Die Bank of Japan hat Schritte unternommen, um ihre seit Langem ultralockere Geldpolitik zu normalisieren. Dazu gehören Anpassungen ihrer Politik zur Kontrolle der Renditekurve sowie Signale, dass mögliche Zinserhöhungen folgen könnten. In traditionellen Modellen für Devisenmärkte kann eine geldpolitische Straffung eine heimische Währung stützen, indem sie lokale Vermögenswerte attraktiver macht und Kapitalzuflüsse fördert.
Der Yen hat sich jedoch nicht so gestärkt, wie es solche Modelle nahelegen könnten. Strategen von BNP Paribas erklärten, mehrere Kräfte überwögen die Wirkung der graduellen geldpolitischen Neuausrichtung der Bank of Japan.
Ein zentraler Faktor ist der weiterhin große Zinsabstand zwischen Japan und den Vereinigten Staaten. Der aggressive Zinserhöhungszyklus der Federal Reserve hat die US-Renditen erhöht gehalten und damit die relative Attraktivität von auf Dollar lautenden Vermögenswerten für globale Anleger gesteigert. Selbst während die Bank of Japan auf eine Normalisierung zusteuert, bleiben die japanischen Zinsen nahe null, sodass auf Yen lautende Anlagen kaum einen Renditevorteil bieten. Diese Lücke hält den Yen zudem als Finanzierungswährung in Carry Trades anfällig, bei denen Anleger in niedriger verzinsten Währungen Kredite aufnehmen, um andernorts höher verzinste Vermögenswerte zu kaufen.
Struktureller Druck belastet die Währung weiterhin
BNP Paribas verwies außerdem auf breitere strukturelle Faktoren hinter der Yen-Schwäche. Japans anhaltender Leistungsbilanzüberschuss hat sich verringert, wodurch eine traditionelle Quelle der Yen-Nachfrage schwächer wird. Gleichzeitig suchen japanische institutionelle Anleger weiterhin im Ausland nach höheren Renditen, was stetige Kapitalabflüsse erzeugt und zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Währung ausübt.
Die Analyse der Bank legt nahe, dass Marktteilnehmer die Straffung der Bank of Japan als schrittweise und nicht ausreichend ansehen, um die Lücke zur geldpolitischen Ausrichtung der Federal Reserve zu schließen. Solange die US-Wirtschaft widerstandsfähig bleibt und die Inflation hartnäckig ist, dürfte der Dollar nach Einschätzung von BNP Paribas seinen relativen Stärkevorteil behalten.
Die Währungsbewegung ist über den Devisenhandel hinaus von Bedeutung, da ein schwächerer Yen die in Landeswährung gerechneten Kosten importierter Waren, einschließlich Energie und Lebensmittel, erhöhen kann, während er zugleich den Yen-Wert der im Ausland erzielten Erträge einiger japanischer Exporteure stützt. Diese gemischten Auswirkungen erklären mit, warum Wechselkursbewegungen von politischen Entscheidungsträgern, Unternehmen und Haushalten genau beobachtet werden.
USD/JPY bleibt von US-Zinsen getrieben
Für den Devisenmarkt deutet die Analyse darauf hin, dass USD/JPY weiterhin mit einer Aufwärtstendenz gehandelt werden könnte, selbst wenn die Bank of Japan begrenzte Schritte in Richtung geldpolitischer Normalisierung unternimmt. Das Währungspaar hat bereits Mehrdekadenhochs getestet, und BNP Paribas sieht kurzfristig nur wenige Auslöser für eine nachhaltige Trendwende des Yen.
Die Bank erklärte, der wichtigste Treiber von USD/JPY bleibe die Zinspolitik der Federal Reserve sowie die Widerstandsfähigkeit der US-Konjunkturdaten. Ankündigungen der Bank of Japan bleiben wichtig, doch US-Wirtschaftsindikatoren und Kommentare der Federal Reserve haben weiterhin einen dominierenden Einfluss auf die Richtung des Währungspaars.
BNP Paribas zufolge würde eine deutliche Umkehr der Yen-Schwäche eine starke Verringerung des Zinsabstands zwischen den USA und Japan, eine erhebliche Veränderung der globalen Risikostimmung oder aggressivere Maßnahmen der Bank of Japan erfordern. Auf Grundlage der aktuellen Daten und der Signale der Zentralbanken scheine keiner dieser Faktoren unmittelbar bevorzustehen.
Die Schwäche des Yen trotz Straffung durch die Bank of Japan unterstreicht den Einfluss der US-Geldpolitik und der globalen Renditedynamik auf die Devisenmärkte. Bis sich der Zinsabstand deutlich verringert, dürfte der Yen unter Druck bleiben und damit herkömmliche Erwartungen darüber infrage stellen, wie sich die Normalisierung der Zentralbankpolitik auf Wechselkurse auswirkt.