Tokio fordert Trump erneut auf, Mario nicht in Memes zu verwenden
Wichtige Erkenntnisse
- •Die japanische Regierung hat die USA wiederholt diplomatisch aufgefordert, die unautorisierte Nutzung von Anime- und Videospielfiguren in offiziellen Social-Media-Posts zu beenden.
- •US-Regierungskonten haben Franchises wie Pokémon und Wii Sports ohne Erlaubnis in Inhalten zu ICE-Einsätzen und militärischen Angriffen verwendet.
- •Japanische Regierungsvertreter betonen, dass diese kreativen Werke wichtige kulturelle Exportgüter sind und ihre missbräuchliche Nutzung die Markenintegrität schädigt.
- •Statt einer formellen Klage setzt Tokio auf diplomatische Kanäle, um den Streit um geistiges Eigentum zu lösen.
- •Rechteinhaber wie The Pokémon Company haben bestätigt, die Nutzung ihres geistigen Eigentums durch US-Behörden nicht genehmigt zu haben.

Japans Regierung hat die Vereinigten Staaten wiederholt aufgefordert, Anime- und Videospielfiguren nicht in offiziellen Social-Media-Beiträgen zu verwenden, und die jüngsten Appelle im Juni über die US-Botschaft eingereicht.
Japanische Regierungsvertreter haben Einwände gegen die unautorisierte Nutzung von Franchises wie Mario, Pokémon und Naruto in den Social-Media-Inhalten der Trump-Regierung erhoben. Seit März hat das japanische Außenministerium Washington nach Berichten lokaler Medien wegen der Nutzung von Anime- und Spiel- geistigem Eigentum ohne Erlaubnis kritisiert. Für Tokio steht dabei viel auf dem Spiel: Anime, Manga und Gaming zählen zu Japans wertvollsten kulturellen Exporten und sind ein zentraler Bestandteil der seit Jahrzehnten verfolgten Soft-Power-Strategie „Cool Japan“, die Figurenmarken mit nationaler Identität und Milliardenbeträgen an weltweiten Lizenzumsätzen verknüpft.
The Pokémon Company bestätigte, dass niemals eine Erlaubnis für einen Clip des Department of Homeland Security eingeholt wurde, der Ash Ketchum mit Aufnahmen von ICE-Razzien kombinierte. Eine Petition eines japanischen Fans mit dem Titel „Protect Japanese Manga“ sowie ein KI-generiertes Video, in dem Präsident Trump als Naruto dargestellt wird, eskalierten das Thema weiter auf diplomatischer Ebene.
Außenminister Toshimitsu Motegi sagte im April vor dem Parlament, dass es „selbst für öffentliche Institutionen unangemessen ist, urheberrechtlich geschützte Materialien ohne Zustimmung der Rechteinhaber zu reproduzieren“, und bezog sich dabei auf ein pro-kriegerisches Video, das Aufnahmen aus Nintendo's Wii Sports verwendete.
Im Juni erklärte Kabinettsministerin Kimi Onoda, derselbe Grundsatz sei den USA über diplomatische Kanäle „mehrfach“ vermittelt worden. Laut Mainichi bat Tokio die Regierung, das potenzielle Ausmaß der Schäden für diese IPs zu berücksichtigen, wenn sie ohne Erlaubnis in politischem und pro-kriegerischem Inhalt verwendet werden.
Die Posts, die alles auslösten
Die Konten der Regierung haben sich seit über einem Jahr auf japanische Franchises gestützt.
Im September 2025 veröffentlichte Homeland Security einen Zusammenschnitt aus Pokémons Ash Ketchum und Aufnahmen von ICE-Einsätzen, unterlegt mit dem Titelsong. The Pokémon Company erklärte später, dass nie um Erlaubnis gefragt worden sei.
Im März veröffentlichte der X-Account des Weißen Hauses Aufnahmen aus Wii Sports, geschnitten mit Bildern von Angriffen auf den Iran, gefolgt von einem zweiten pro-kriegerischen Clip, der Halo, Yu-Gi-Oh!, Dragon Ball, Top Gun, Iron Man und Braveheart einband. Master-Chief-Sprecher Steve Downes und der offizielle Account von Yu-Gi-Oh! reagierten ablehnend.
UNDEFEATED. pic.twitter.com/Jt69bcag5y — The White House (@WhiteHouse) March 12, 2026
Die Gegenreaktion beschränkte sich nicht auf offizielle Kanäle. Der Fan Nana Suzuki startete auf Change.org eine Petition mit dem Titel „Protect Japanese Manga“ und forderte Maßnahmen gegen die unautorisierte Nutzung. Im Juni flammte die Empörung erneut auf, nachdem Präsident Trump auf Truth Social ein KI-generiertes Video von sich als Naruto geteilt hatte. Suzuki eröffnete die Petition erneut „als dringende Anstrengung, unseren Protest zu vermitteln“, und der Clip führte am 12. Juni zu erneuten Nachfragen an Onoda.
米国ホワイトハウスの公式Xアカウントにおいて、 アニメ「遊☆戯☆王」シリーズの映像が、権利者の許諾なく使用されている投稿が確認されました。 本件については、原作およびアニメ関係者は一切関与しておらず、当該知的財産の使用を許諾した事実もございません。 It has come to our attention that… — アニメ「遊☆戯☆王」公式 (@yugioh_anime) March 11, 2026
米国ホワイトハウスの公式Xアカウントにおいて、 アニメ「遊☆戯☆王」シリーズの映像が、権利者の許諾なく使用されている投稿が確認されました。 本件については、原作およびアニメ関係者は一切関与しておらず、当該知的財産の使用を許諾した事実もございません。
It has come to our attention that…
— アニメ「遊☆戯☆王」公式 (@yugioh_anime) March 11, 2026
Japan setzt geistiges Eigentum strenger durch als die meisten Länder. Die Kreativbranchen schützen Figuren-IPs besonders sorgfältig, und die Regierung betrachtet die unautorisierte Nutzung durch einen fremden Staat eher als Markenrisiko denn als Kompliment. Wenn ein Franchise mit jahrzehntelanger Geschichte neben eine polarisierende Politik gestellt wird, bezieht sich das von Tokio beschriebene „damage to a work's image“ auf die Markenverwässerung, die Rechteinhaber genau beobachten.
Diplomatisch ist die Beschwerde eher klein — Schreiben an eine Botschaft, keine Klage. Doch sie trifft den Kern der Art und Weise, wie das Weiße Haus kommuniziert.