Japans Industrieproduktion wächst mit schnellstem Tempo seit 2014 dank KI- und Chip-Nachfrage
Wichtige Erkenntnisse
- •Der S&P Global Japan Manufacturing PMI registrierte im Juli 54,5 und verlängerte die Expansionsreihe des Sektors auf sieben aufeinanderfolgende Monate.
- •Das Produktionswachstum erreichte sein stärkstes Tempo seit Februar 2014, hauptsächlich angetrieben durch den steilsten Anstieg der Neuaufträge seit viereinhalb Jahren, befeuert durch weltweite Halbleiter- und KI-bezogene Nachfrage.
- •Neue Exportaufträge wuchsen mit ihrer schnellsten Rate seit über fünf Jahren, angeführt von der Nachfrage aus Asien und den Vereinigten Staaten.
- •Die Auftragsrückstände stiegen zum siebten Monat in Folge mit dem schnellsten Tempo seit Februar 2014, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen Mühe haben, mit dem Anstieg des neuen Geschäfts Schritt zu halten.
- •Die industrielle Stärke und der anhaltende Kostenauftriebsdruck stärken die Argumentation für die Bank of Japan, ihre angekündigte Zinserhöhung umzusetzen.

Die japanische Industrieproduktion expandierte im Juli mit dem schnellsten Tempo seit fast zwölfeinhalb Jahren, so die neueste S&P Global-Umfrage. Ein Anstieg von Halbleiter- und KI-bezogenen Bestellungen katapultierte den Sektor in den siebten Monat in Folge mit verbesserter Geschäftslage.
Der S&P Global Japan Manufacturing Purchasing Managers' Index verzeichnete im Juli 54,5 und lag damit nur unwesentlich unter dem Juni-Wert von 54,8. Werte über 50 signalisieren Expansion, und der aktuelle Wert unterstreicht, dass die japanische Industrie den meisten globalen Wettbewerbern deutlich voraus ist.
Das Produktionswachstum war das stärkste seit Februar 2014, angetrieben durch den steilsten Anstieg der Neuaufträge seit viereinhalb Jahren, wobei die Wachstumsrate der Neuaufträge ihr schnellstes Tempo seit Januar 2022 erreichte. Umfrageteilnehmer verwiesen häufig auf eine stärkere weltweite Nachfrage nach Halbleitern und anderen KI-entwicklungsbezogenen Produkten als primären Katalysator. Japan beherbergt einige der weltweit größten Lieferanten für Halbleiter-Ausrüstung und -Materialien, darunter Tokyo Electron, Shin-Etsu Chemical und SCREEN Holdings, was den Industriesektor des Landes als direkten Nutznießer des laufenden weltweiten Ausbaus der Chipproduktionskapazitäten positioniert, der durch Ausgaben für KI-Infrastruktur angetrieben wird. Neue Exportaufträge wuchsen mit dem schnellsten Tempo seit über fünf Jahren, angeführt von der Nachfrage aus Asien und den Vereinigten Staaten.
Beschäftigung und Einkaufsaktivität steigen
Mit steigendem Produktionsbedarf erhöhten die Unternehmen im Laufe des Monats sowohl die Personalbestände als auch die Einkaufsaktivität deutlich. Die Materialeinkäufe expandierten mit dem stärksten Tempo seit April 2022, da einige Unternehmen Materialien im Voraus beschafften, um sich gegen anhaltende Lieferkettenstörungen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt abzusichern. Die Lieferzeiten der Lieferanten verlängerten sich erneut deutlich, was zu einem vierten monatlichen Anstieg der Einkaufsbestände in Folge und der schnellsten Bestandsakkumulation seit Mai 2024 beitrug.
Kapazitätsdruck hält an
Trotz der Zuwächse bei Beschäftigung und Eingangsbeständen bauten sich die Kapazitätsengpässe weiter auf. Die Auftragsrückstände stiegen zum siebten Monat in Folge und nahmen mit dem schnellsten Tempo seit Februar 2014 zu, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen immer noch Mühe haben, mit dem Anstieg des neuen Geschäfts Schritt zu halten.
Kostenauftrieb bleibt erhöht
Der Krieg im Nahen Osten belastete weiterhin die Eingangskosten und trieb die Preise im Juli deutlich in die Höhe, da die Unternehmen über höhere Preise für Öl und Rohstoffe berichteten. Obwohl die Gesamtrate des Eingangskostenauftriebs auf ihr langsamstes Tempo seit März zurückging, blieb sie deutlich erhöht. Die Output-Preise stiegen erneut deutlich an, da die Hersteller höhere Kosten weitergaben.
Annabel Fiddes, Economics Associate Director bei S&P Global Market Intelligence, sagte, die Daten würden einen anhaltenden und starken Wachstumsschwung in der japanischen Industrie zu Beginn der zweiten Jahreshälfte verdeutlichen. Unternehmen nannten häufig eine stärkere weltweite Halbleiternachfrage sowie Wachstum in KI-bezogenen Fertigungsbereichen als wesentliche Treiber. Sie fügte hinzu, dass Anzeichen für eine Bestandsaufstockung als Reaktion auf den Nahostkonflikt ebenfalls zur Stärke des Sektors beigetragen hätten, selbst als der Krieg weiterhin Aufwärtsdruck auf Kosten und Verkaufspreise ausübte.
Geschäftsvertrauen verbessert sich
Die Hersteller selbst wurden optimistischer, wobei das Geschäftsklima im Juli auf ein Viermonatshoch stieg, gestützt durch Erwartungen weiterer Nachfrageverbesserungen – insbesondere bei Halbleitern – im kommenden Jahr.
Implikationen für den Yen und die Geldpolitik
Das robuste Industriebild fügt für Yen-Beobachter einen weiteren Aspekt hinzu, da anhaltende Kostendrücke und steigende Output-Preise den Aufwärtsdruck auf die japanische Inflation aufrechterhalten. Die Stärke des Sektors unterstützt die Argumentation für die Bank of Japan, ihre angekündigte Zinserhöhung umzusetzen, und verstärkt eine währungsstützende Politikänderung, die parallel zur jüngsten gemeinsamen Währungsintervention verläuft.
Frühere Entwicklungen im Bereich der Yen-Intervention umfassen die Bestätigung durch US-Finanzminister Bessent und die japanischen Behörden über eine gemeinsame Yen-Intervention am Freitag, wobei beide Seiten weitere Maßnahmen für den Fall zusagten, dass diese erforderlich werden. Japans Mimura bezeichnete die gemeinsame Maßnahme als Höhepunkt einer Währungsallianz, während JP Morgan anmerkte, dass das US-Finanzministerium nur noch begrenzte Mittel für weitere Yen-Interventionen zur Verfügung hat.
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