NachrichtenMakroItaliens endgültiger Juli-VPI bei 2,9 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, Kerninflation unverändert bei 1,6 %

Italiens endgültiger Juli-VPI bei 2,9 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, Kerninflation unverändert bei 1,6 %

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Italiens endgültiger Juli-VPI stieg um 2,9 % gegenüber dem Vorjahr, leicht über der vorläufigen Schätzung von 2,8 % und ein Rückgang gegenüber 3,0 % im Juni.
  • Die jährliche Kerninflation blieb im Juli bei 1,6 % stabil und damit unter dem mittelfristigen Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank.
  • Die moderate Entspannung der Kopfinflation wurde hauptsächlich durch eine Verlangsamung bei nicht regulierten Energieprodukten, unverarbeiteten Lebensmitteln und sonstigen Dienstleistungen getrieben.
  • Regulierte Energieprodukte beschleunigten sich deutlich von 9,2 % auf 14,8 % und glichen teilweise breitere Preisrückgänge in anderen Kategorien aus.
  • Divergente Inflationstrends in den Eurozone-Mitgliedstaaten erschweren weiterhin die Zinssenkungsstrategie der EZB vor ihrer geldpolitischen Sitzung im September.
Italiens endgültiger Juli-VPI bei 2,9 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, Kerninflation unverändert bei 1,6 %

Italiens endgültiger Verbraucherpreisindex (VPI) für Juli lag bei +2,9 % gegenüber dem Vorjahr, leicht über der vorläufigen Schätzung von +2,8 % und ein Rückgang gegenüber +3,0 % im Juni.

Der endgültige harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Juli wurde bei +2,9 % gegenüber dem Vorjahr bestätigt, übereinstimmend mit dem vorläufigen Wert und ebenfalls ein Rückgang gegenüber +3,0 % im Vormonat. Als drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone kommt Italiens Preisdaten erhebliches Gewicht im übergeordneten geldpolitischen Bild zu.

Italiens jährliche Kopfinflation verzeichnete von Juni bis Juli nur einen marginalen Rückgang. Die Entspannung wurde durch eine Verlangsamung in mehreren Kategorien getrieben: Nicht regulierte Energieprodukte verlangsamten sich von +13,3 % auf +11,4 %, unverarbeitete Lebensmittel von +4,4 % auf +3,6 % und sonstige Dienstleistungen von +2,5 % auf +1,8 %.

Diese Rückgänge wurden teilweise ausgeglichen durch eine Beschleunigung der Preisdynamik bei regulierten Energieprodukten, die von +9,2 % auf +14,8 % stiegen, sowie bei transportbezogenen Dienstleistungen, die von +1,1 % auf +1,6 % zunahmen.

Die jährliche Kerninflation blieb im Juli bei 1,6 % stabil und damit unter dem mittelfristigen Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank. Die Güterpreise verlangsamten sich leicht auf 3,2 % gegenüber zuvor 3,3 %, während die Dienstleistungspreise moderat auf 2,7 % gegenüber zuvor 2,6 % anstiegen.

Das divergente Inflationsbild in der Eurozone stellt die EZB-Politiker weiterhin vor Herausforderungen, die ihren Zyklus der Zinssenkungen im Juni 2024 begonnen haben. Kernpreissteigerungen in Frankreich und Italien bleiben relativ eingedämmt, während Deutschland und Spanien weiterhin höhere Inflationswerte verzeichnen.

Anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten erhöhen die Komplexität des geldpolitischen Ausblicks weiter. EZB-Entscheidungsträger erwägen ihre nächsten Schritte vor der Septembersitzung, wobei Marktteilnehmer auf Signale für Tempo und Zeitpunkt weiterer Zinsanpassungen achten werden.