NachrichtenKryptoIrland stellt erste nationale Anti-Geldwäsche-Strategie mit neuen Krypto-Auflagen und Standards für Glücksspielgelder vor

Irland stellt erste nationale Anti-Geldwäsche-Strategie mit neuen Krypto-Auflagen und Standards für Glücksspielgelder vor

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Irland hat seine erste nationale Anti-Geldwäsche-Strategie vorgestellt, die auch Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung abdeckt.
  • Der Plan führt neue Pflichten für Anbieter von Kryptowertdienstleistungen ein, darunter strengere Kontrollen bei Transfers mit privaten Wallets.
  • Die Strategie sieht strengere Sorgfaltsprüfungen vor, wenn irische Firmen mit ausländischen Kryptounternehmen Geschäfte machen.
  • Die Maßnahmen zu Kryptotransfers decken sich mit der FATF-Reiseregel und EU-Vorschriften, die seit Ende Dezember 2024 gelten.
  • Das Dokument befasst sich zudem mit dem Einsatz kryptobezogener Geldmittel im Glücksspiel und erscheint, während Irland die MiCA-bezogene Gesetzgebung vorantreibt.
Irland stellt erste nationale Anti-Geldwäsche-Strategie mit neuen Krypto-Auflagen und Standards für Glücksspielgelder vor

Irland hat eine umfassende Anti-Geldwäsche-Strategie veröffentlicht, in der dargelegt wird, wie das Land mit digitalen Assets umgehen will, die möglicherweise für illegale Zwecke verwendet werden könnten.

In einer Mitteilung vom Donnerstag hat die irische Regierung ihre erste nationale Strategie zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung veröffentlicht. Das vom Finanzministerium erarbeitete Dokument enthält vorgeschlagene Reformen der kryptowährungsbezogenen Regelungen mit dem Ziel, die Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung zu stärken. Vorgestellt wurde die Strategie von Tánaiste und Finanzminister Simon Harris, wie aus der offiziellen Regierungsmitteilung hervorgeht.

„Der größte Teil davon ist bereits umgesetzt, und mit diesen abschließenden Elementen werden neue Anti-Geldwäsche-Pflichten für Anbieter von Kryptowertdienstleistungen eingeführt, die verstärkte Kontrollen bei Transfers mit privaten Krypto-Wallets sowie strengere Sorgfaltsprüfungen im Umgang mit ausländischen Kryptofirmen erfordern“, erklärte die irische Regierung.

Die verstärkte Kontrolle von Transfers mit privaten, also selbstverwahrten Wallets deckt sich mit der sogenannten Travel Rule, die von der Financial Action Task Force (FATF), dem weltweiten Standardsetzer für AML-Regeln, propagiert wird und Anbieter von Kryptowertdienstleistungen verpflichtet, Informationen über die Auftraggeber und Empfänger von Transfers zu erheben und weiterzugeben. Die EU hat diese Anforderungen durch ihre Verordnung über Geldtransfers mit rechtlicher Verbindlichkeit ausgestattet; sie gilt seit Ende Dezember 2024 für Transfers mit Kryptowerten.

Die Strategie stellt fest, dass es eine „weit fortgeschrittene“ Gesetzgebung zur Umsetzung der AML/CFT-Regeln im Rahmen der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) gibt. MiCA ist das wegweisende Regelwerk der EU für Kryptowerte, das Ende 2024 im gesamten Binnenraum vollständig in Kraft getreten ist und ein harmonisiertes Lizenzregime für Anbieter von Kryptowertdienstleistungen in den Mitgliedstaaten eingeführt hat. Irlands Schritt fällt zudem in eine Zeit, in der die EU ihre breitere AML-Architektur neu ausrichtet: 2024 verabschiedete die EU ein einheitliches Anti-Geldwäsche-Regelwerk und schuf eine neue EU-Behörde, die AMLA mit Sitz in Frankfurt, die mit Erreichen ihrer vollen Einsatzbereitschaft die direkte Aufsicht über einige der größten grenzüberschreitenden Finanzunternehmen – darunter Anbieter von Kryptowertdienstleistungen – übernehmen soll.

Das Dokument befasst sich zudem mit Branchenstandards „für die Annahme kryptobezogener Aktivitäten“ als Quelle von Geldmitteln für Glücksspiel. Glücksspiel war in Irland ein Bereich aktiver politischer Reformen: Das Land verabschiedete 2024 das Glücksspielregulierungsgesetz (Gambling Regulation Act) und richtete eine neue nationale Glücksspielaufsichtsbehörde ein.

Irlands AML-Strategie ist der jüngste Schritt der Regierung, um das Risiko einer Nutzung digitaler Assets für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu adressieren. Im Juni veröffentlichte das Land seine erste nationale Risikoanalyse zu Krypto seit sieben Jahren und kündigte an, Branchenstandards bis zur zweiten Hälfte von 2027 umzusetzen. Irland ist zudem zu einer verbreiteten europäischen Lizenzbasis für internationale Kryptofirmen geworden: Mehrere große Plattformen haben sich eine irische Zulassung gesichert, um unter MiCA Dienstleistungen EU-weit anzubieten, was der Einführung der nationalen Strategie praktische Bedeutung für Anbieter verleiht, die aus Dublin EU-Kunden bedienen.

Verwandt: Britische Behörden führen Untersuchung der Krypto-„Geschenke“ von Nigel Farage nach Nachwahlsieg fort