NachrichtenRohstoffe & ForexIrak drängt auf deutliche Erhöhung seiner OPEC-Quote auf Basis von 6 Millionen bpd

Irak drängt auf deutliche Erhöhung seiner OPEC-Quote auf Basis von 6 Millionen bpd

Autor: OilPrice.com·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Irak strebt eine OPEC-Quotenbasis von 6 Millionen Barrel pro Tag an.
  • Das Land förderte im August etwa 3,37 Millionen bpd, gegenüber 2,77 Millionen bpd im Juli.
  • Der irakische Ministerpräsident strebt innerhalb von sechs Jahren eine Produktion von 8–10 Millionen bpd an.
  • Die Exporte durch die Straße von Hormus erholten sich im vergangenen Monat auf etwa 2 Millionen bpd, liegen aber weiterhin unter dem Vorkriegsniveau.
  • Die Störungen in Hormus haben den Irak dazu gezwungen, sein Rohöl mit Preisnachlässen anzubieten, um Käufer zu gewinnen.
Irak drängt auf deutliche Erhöhung seiner OPEC-Quote auf Basis von 6 Millionen bpd

Der Irak hat die Führung der OPEC aufgefordert, seine künftigen Förderquoten auf einer deutlich höheren Rohöl-Produktionsbasis festzulegen, wie Bloomberg berichtet hat. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf ungenannte Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Den Quellen zufolge möchte Bagdad, dass seine künftigen Quoten innerhalb der Produzentengruppe auf Basis einer täglichen Rohölproduktion von 6 Millionen Barrel berechnet werden. Die Basiswerte dienen der OPEC als Referenzzahlen zur Berechnung der zulässigen Fördermenge jedes Mitglieds. Der von einem Land gesicherte Wert legt daher die Obergrenze dafür fest, wie viel es im Rahmen des Quotensystems der Gruppe offiziell fördern darf. Für den Irak ist die Lücke groß: Die angestrebte Basis liegt deutlich über der aktuellen Produktion des Landes, die im August bei etwa 3,37 Millionen Barrel pro Tag lag. Dennoch lag der August-Durchschnitt deutlich über dem Juli-Wert, als die irakische Produktion durchschnittlich 2,77 Millionen Barrel pro Tag betrug.

Die Forderung folgt auf die Aussage des irakischen Ministerpräsidenten im August, dass das Land seine Ölförderung trotz anhaltender kriegsbedingter Störungen in den kommenden sechs Jahren auf 8 bis 10 Millionen Barrel pro Tag steigern wolle, wie Reuters berichtete. Vor Beginn des Krieges förderte der Irak etwa 4 Millionen Barrel pro Tag. Bagdad hatte damals bereits eine Delegation nach Saudi-Arabien entsandt, um innerhalb der OPEC über eine höhere Quotenbasis zu verhandeln – die Frage der Basis stand somit schon auf der Agenda Bagdads, bevor der Konflikt seine Exportwege beeinträchtigte.

Der Irak gehört zu den Produzenten, die von der faktischen Schließung der Straße von Hormus durch den Iran am stärksten betroffen sind. Die Meerenge war historisch der wichtigste Exportweg des Landes für Rohöl. Im vergangenen Monat konnte der Irak seine Exporte durch die Meerenge wieder auf etwa 2 Millionen bpd steigern. Der Verkehr durch diesen Engpass liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Krieg – insbesondere in der vergangenen Woche, nachdem die Vereinigten Staaten und der Iran erneut Kämpfe aufgenommen hatten. Wie die OPEC-Führung auf die Forderung nach einer höheren Basis reagiert und ob der Verkehr durch Hormus nahe den im vergangenen Monat erreichten rund 2 Millionen bpd bleiben kann, sind die kurzfristigen Schwerpunkte von Bagdads Vorstoß.

Der Irak hat dennoch von einer Sondergenehmigung des Iran profitiert, die Tankern mit irakischem Rohöl die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaubte. Unklar war, ob die Ausnahme für alle Tanker mit irakischem Rohöl oder nur für einige galt. Fest steht jedoch, dass sich die irakischen Ausfuhren aus dem Persischen Golf erholt haben. Die Blockade von Hormus hat den Irak dennoch gezwungen, Käufern erhebliche Preisnachlässe anzubieten, um sein Rohöl abzusetzen.

Bericht von Irina Slav für Oilprice.com.