Iran erhöht die Produktion von Raketen und Drohnen, während sich das Verhandlungsfenster mit den USA schließt
Wichtige Erkenntnisse
- •Iran erhöht die Produktion von Raketen und Drohnen und stellt unterirdische Militäreinrichtungen wieder her.
- •Der zwölftägige Krieg im Juni 2025 umfasste Angriffe zwischen Israel und Iran, US-Schläge auf iranische Atomanlagen und einen iranischen Raketenangriff auf die Al Udeid Air Base in Katar.
- •Prognosemärkte bewerten die Chance auf ein endgültiges Atomabkommen bis zur Frist am 18. August 2026 nur sehr niedrig.
- •Die Chancen auf eine Einigung bleiben bis Ende September unter 3%; für den 31. Oktober liegen sie bei 5,5% YES und für den 31. Dezember bei 15,5% YES.
- •Der wichtigste US-iranische Verhandlungskanal wird seit den direkten Gesprächen im Oman im April 2025 von Steve Witkoff und Abbas Araghchi geführt.

Iran hat seine Produktion von Raketen und Drohnen ausgeweitet und stellt unterirdische Militäreinrichtungen wieder her, wie die Jerusalem Post berichtet. Der militärische Ausbau erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Verhandlungsfenster für Gespräche zwischen den USA und Iran schließt und beide Seiten offenbar einen erneuten Konflikt vorbereiten. Die vorige Runde ist noch frisch: der zwölftägige Krieg im Juni 2025, in dem Israel und Iran Raketen-, Drohnen- und Luftangriffe austauschten, die Vereinigten Staaten Irans Nuklearanlagen in Fordow, Natanz und Isfahan bombardierten und Iran mit einer Raketensalve auf die US-Basis Al Udeid in Katar reagierte, bevor eine Waffenruhe in Kraft trat. Während der Pause in den direkten Verhandlungen haben auch die Vereinigten Staaten und Golfstaaten ihre Militärbestände aufgefüllt. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verläuft durch die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman, weshalb die militärische Lage am Golf weit über die Region hinaus genau beobachtet wird. Zusammengenommen deuten diese Schritte eher auf weitere militärische Auseinandersetzungen als auf eine diplomatische Lösung hin.
Vor diesem Hintergrund deutet die Preisbildung an den Prognosemärkten darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines endgültigen Atomabkommens bis zur Frist am 18. August 2026 deutlich gesunken ist. Auf diesen Plattformen entspricht der YES-Preis eines Vertrags der vom Markt implizierten Wahrscheinlichkeit des Ergebnisses, sodass die niedrigen Prozentsätze direkt auf geringe Erfolgsaussichten hinweisen. Die Aussicht auf eine Einigung bleibt über verschiedene Zeithorizonte hinweg niedrig; die Quote für einen Deal bis Ende September liegt weiterhin unter 3%. Die laufenden militärischen Vorbereitungen sowohl Irans als auch der Vereinigten Staaten stützen die Markterwartung, dass ein diplomatischer Durchbruch kurzfristig zunehmend unwahrscheinlich ist.
Die breitere Marktstimmung zeigt einen anhaltenden Rückgang des Vertrauens in eine schnelle Lösung. Die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens bis Ende Oktober — 31. Oktober 2026 — wird derzeit mit 5,5% YES gepreist, während die Frist vom 31. Dezember mit etwas höheren 15,5% YES bewertet wird. Über diese Zeiträume hinweg bleiben die Quoten niedrig und signalisieren nur begrenztes Vertrauen in eine diplomatische Lösung in den kommenden Monaten. Dieses Preismuster spiegelt die eskalierenden Spannungen und den begrenzten Optimismus in Bezug auf eine kurzfristige diplomatische Lösung wider. Ein neues Abkommen würde das 2015 unterzeichnete Joint Comprehensive Plan of Action ersetzen, das Irans Atomprogramm im Gegenzug für Sanktionsentlastungen begrenzte, bis die Vereinigten Staaten 2018 ausstiegen. Iran hat seither Uran auf 60% Reinheit angereichert — weit über der 3,67%-Grenze des Abkommens und unter dem Niveau von rund 90%, das mit waffenfähigem Material verbunden ist.
Da die Gespräche pausieren, richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die Hauptverhandler. Steve Witkoff und Abbas Araghchi eröffneten den aktuellen Kanal mit direkten Gesprächen im Oman im April 2025, die später in Italien fortgesetzt wurden; er ist weiterhin die wichtigste Verbindung zwischen Washington und Teheran. Aussagen des US-Hauptunterhändlers Steve Witkoff und des iranischen Außenministers Abbas Araghchi werden auf Hinweise auf eine Veränderung in den Gesprächen beobachtet. Entwicklungen bei den militärischen Aktivitäten — einschließlich weiterer Aufstockungen oder zusätzlicher Eskalationen — könnten ebenfalls die Markteinschätzung beeinflussen. Positive diplomatische Gesten, etwa ein erweiterter Zugang für die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA), die die nuklearen Aktivitäten Irans überwacht, oder öffentliche Ankündigungen von Präsident Trump oder Ayatollah Khamenei, könnten ebenfalls die Markterwartungen für ein mögliches Abkommen beeinflussen.