NachrichtenKryptoIndiens NSDL startet Demat-2.0-Plattform für tokenisierte Anleihen

Indiens NSDL startet Demat-2.0-Plattform für tokenisierte Anleihen

Autor: CoinTrust·

Wichtige Erkenntnisse

  • Demat 2.0 nutzt miteinander verbundene Wallets für Security Tokens und Wholesale-CBDC-Zahlungen und ermöglicht dadurch eine atomare Abwicklung.
  • REC Limited, Larsen & Toubro und IIFL beteiligten sich an einem Pilotprojekt mit tokenisierten Anleihen im Wert von rund ₹1,025 crore.
  • Anleger können ihre bestehenden KYC-Nachweise nutzen, anstatt separate Konten für das Pilotprojekt zu eröffnen.
  • Smart Contracts könnten vorbehaltlich der geltenden Vorschriften künftig Zinszahlungen und Rückzahlungen von Anleihen automatisieren.
  • Eine Ausweitung über Anleihen hinaus wird von regulatorischen Genehmigungen, der Marktakzeptanz und einer zuverlässigen Leistung bei größerem Umfang abhängen.
Indiens NSDL startet Demat-2.0-Plattform für tokenisierte Anleihen

Die National Securities Depository Limited (NSDL) in Indien hat Demat 2.0 gestartet, eine Blockchain-basierte Plattform zur Unterstützung tokenisierter Wertpapiere und zur nahezu sofortigen Abwicklung über die Wholesale-CBDC der Reserve Bank of India.

Die Plattform wurde auf dem Global Fintech Fest 2026 von RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra und dem Vorsitzenden des Securities and Exchange Board of India (SEBI), Tuhin Kanta Pandey, vorgestellt. Der Start markiert einen weiteren Schritt in Indiens Bestrebungen, Blockchain-Technologie auf die Infrastruktur der Finanzmärkte anzuwenden.

Pilotprojekt umfasst tokenisierte Anleihen im Wert von ₹1,025 crore

Demat 2.0 nutzt zwei miteinander verbundene digitale Wallets: eine für Security Tokens und eine weitere für CBDC-basierte Zahlungen. Die Architektur soll ermöglichen, dass Wertpapiere und Gelder im Rahmen einer atomaren Abwicklung gleichzeitig übertragen werden.

Bei diesem Verfahren werden eine tokenisierte Anleihe und die entsprechende Zahlung zur selben Zeit übertragen. Dadurch wird das Abwicklungsrisiko reduziert, das entstehen kann, wenn die Lieferung eines Vermögenswerts und die Zahlung getrennt voneinander erfolgen.

Das Hauptziel der Plattform besteht darin, tokenisierte Wertpapiere mit der Abwicklung über eine Wholesale-CBDC zu verbinden und so einen schnelleren und besser synchronisierten Mechanismus für Transaktionen am Wertpapiermarkt zu schaffen.

An dem Pilotprojekt waren unter anderem REC Limited, Larsen & Toubro und IIFL beteiligt. Gemeinsam nahmen die beteiligten Emittenten durch tokenisierte Anleihen rund ₹1,025 crore auf und lieferten damit ein frühes Beispiel für Blockchain-basierte Fremdkapitalemissionen in Indien.

Die Initiative soll zudem operative Reibungsverluste verringern, indem bestehende Verfahren zur Kundenverifizierung genutzt werden. Anleger müssen keine separaten Konten speziell für das Pilotprojekt eröffnen, da das System auf ihre bereits vorhandenen Know-your-customer-(KYC)-Nachweise zurückgreifen kann.

Die anfängliche Umsetzung konzentriert sich auf Anleihen. Ihr Anwendungsbereich könnte sich auf weitere Wertpapierarten ausweiten, wenn sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiterentwickeln und der Markt mehr Erfahrung mit tokenisierten Finanzanlagen sammelt.

Smart Contracts könnten das Anleihen-Servicing automatisieren

Ein weiteres mögliches Merkmal von Demat 2.0 ist der Einsatz von Smart Contracts zur Automatisierung bestimmter Aktivitäten nach der Emission. Vorbehaltlich der geltenden Vorschriften und der Regeln für einzelne Wertpapiere könnten programmierbare Verträge Funktionen wie Zinszahlungen und die Rückzahlung von Anleihen unterstützen.

Eine solche Automatisierung könnte den manuellen Bearbeitungsaufwand verringern und zugleich die Konsistenz sowie den zeitlichen Ablauf wiederkehrender Finanztransaktionen verbessern. Für Emittenten könnte sie die Verwaltungsarbeit vereinfachen. Anleger könnten ebenfalls von einem stärker automatisierten Servicing tokenisierter Vermögenswerte profitieren.

Die Smart-Contract-Funktionalität könnte es künftig ermöglichen, regelmäßige Zinszahlungen und Rückzahlungen von Anleihen automatisch auszuführen. Dadurch könnten möglicherweise die Betriebskosten sinken und die Effizienz für Emittenten, Anleger und Finanzmarktintermediäre steigen.

Die Nutzung einer Wholesale-CBDC als Abwicklungswert verschafft der Plattform zudem eine direkte Verbindung zu von der Zentralbank ausgegebenem digitalem Geld, anstatt sich ausschließlich auf herkömmliche Zahlungswege zu stützen. Dies könnte eine stärker integrierte Umgebung schaffen, in der Eigentumsnachweise, Wertpapierübertragungen und Abwicklungsgelder über eine verbundene digitale Infrastruktur verarbeitet werden.

Der Start erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Finanzinstitute weltweit die Tokenisierung als Möglichkeit untersuchen, Emission, Abwicklung und Servicing von Wertpapieren zu modernisieren. Der indische Ansatz verbindet Distributed-Ledger-Technologie mit etablierter regulatorischer und marktbezogener Infrastruktur. Dadurch können tokenisierte Vermögenswerte erprobt werden, ohne dass die Teilnehmer ihre bestehenden Compliance-Systeme aufgeben müssen.

Das Pilotprojekt von Demat 2.0 zeigt, wie Blockchain und eine digitale Zentralbankwährung innerhalb einer regulierten Finanzinfrastruktur kombiniert werden können. Das Modell hat das Potenzial, Abwicklungszyklen zu verkürzen und transaktionsbezogene Risiken zu verringern. Eine weitere Expansion wird jedoch von regulatorischen Genehmigungen, der Marktakzeptanz und der Fähigkeit der Plattform abhängen, bei größerem Umfang eine zuverlässige Leistung nachzuweisen.

Vorerst bleibt Demat 2.0 auf tokenisierte Anleihen konzentriert und bietet eine kontrollierte Umgebung, um zu testen, wie Blockchain-basierte Wertpapiere neben Indiens bestehendem Finanzmarkt-Rahmen funktionieren können.