Indiens Demat-2.0-Pilot nimmt durch tokenisierte Unternehmensanleihen 107,2 Millionen US-Dollar auf
Wichtige Erkenntnisse
- •REC nahm von 18 Investoren ₹500 crore mit einem Kupon von 7,3 % auf, während die Gebote gegenüber dem Ziel von ₹5 Milliarden ₹7,96 Milliarden erreichten.
- •Larsen & Toubro emittierte tokenisierte Anleihen im Wert von ₹500 crore, während IIFL Anleihen im Wert von ₹25 crore an einen Käufer verkaufte.
- •Demat 2.0 verknüpft tokenisierte Anleihen auf dem Ledger von NSDL und CDSL mit der Abwicklung der Zahlungsseite in e₹-W über die Unified Market Interface der RBI.
- •In den nächsten Pilotphasen sollen der Sekundärhandel über bestehende RFQ- und OTC-Meldesysteme sowie zusätzliche Knoten für andere regulierte Teilnehmer eingeführt werden.

Drei Unternehmen haben in der ersten Phase von Demat 2.0, einem von der indischen Aufsichtsbehörde geleiteten Pilotprojekt, Unternehmensanleihen im Wert von ₹1.025 crore (107,2 Millionen US-Dollar) als digitale Token verkauft.
Das Projekt stellt den ersten Praxistest für die Ausgabe und Abwicklung indischer Unternehmensanleihen auf einem gemeinsam genutzten digitalen Ledger dar, wobei die bestehende Marktinfrastruktur des Landes erhalten bleibt. Das Securities and Exchange Board of India (SEBI) bezeichnete Indien als „das erste Land“, das ein Projekt dieser Art startet.
So funktioniert der Demat-2.0-Pilot
Im Rahmen des Systems werden Unternehmensanleihen als digitale Token auf einem Distributed Ledger ausgegeben, gehalten und abgewickelt, der den beiden gesetzlichen Verwahrstellen Indiens gehört: der National Securities Depository Limited (NSDL) und der Central Depository Services Limited (CDSL).
Die Zahlungsseite jeder Transaktion wird mit der digitalen Wholesale-Zentralbankwährung der Reserve Bank of India abgewickelt, die als e₹-W bekannt ist. Anleihe und Zahlung werden über die Unified Market Interface der RBI miteinander verbunden.
SEBI veröffentlichte die Ergebnisse, nachdem die erste Phase des Piloten am Donnerstag abgeschlossen worden war. Der staatliche Finanzierer für den Energiesektor REC Ltd. führte am 7. September die erste Emission durch und nahm von 18 Investoren ₹500 crore (52,3 Millionen US-Dollar) auf. Die Anleihe hatte einen Kupon von 7,3 % und zog Gebote im Gesamtwert von ₹7,96 Milliarden (83,2 Millionen US-Dollar) an. Damit wurde der Betrag von ₹5 Milliarden (52,3 Millionen US-Dollar), den REC aufnehmen wollte, deutlich überschritten.
Das Ingenieurunternehmen Larsen & Toubro emittierte zwei Tage später weitere Anleihen im Wert von ₹500 crore, an denen sich vier Investoren beteiligten. Der Nichtbankenfinanzierer IIFL schloss die erste Gruppe von Emissionen am selben Tag ab und verkaufte Anleihen im Wert von ₹25 crore (2,6 Millionen US-Dollar) an einen einzelnen Käufer.
Zusammen nahmen die drei Unternehmen durch tokenisierte Unternehmensanleihen ₹1.025 crore (107,2 Millionen US-Dollar) auf.
Laut SEBI können Emittenten die Erlöse nun am selben Tag erhalten, an dem die Gebote abgegeben werden, statt wie üblich zwei bis drei Tage zu warten. Smart Contracts können Kupon- und Tilgungszahlungen außerdem automatisch in die e₹-Wallets der Anleihegläubiger überweisen, sobald diese Zahlungen fällig werden.
Da die erste Phase ausschließlich institutionellen Akteuren offenstand, konzentrierte sich der Pilot bislang auf Ausgabe und Abwicklung und nicht auf den Sekundärmarkthandel oder einen breiteren Zugang für Investoren. Diese Funktionen sind für die nächsten Phasen vorgesehen. Dabei soll der Handel über die bestehenden RFQ- und OTC-Meldesysteme der Börsen getestet werden. Außerdem sollen Netzwerk-Knoten für Ratingagenturen und andere regulierte Teilnehmer hinzugefügt werden.
Konto- und rechtliche Anforderungen
Ein von SEBI veröffentlichter FAQ-Katalog mit 24 Fragen erklärt, dass das Demat-2.0-Netzwerk privat ist und vollständig von den Verwahrstellen betrieben wird, die die Schlüssel der Nutzer halten und verwalten. Investoren müssen weder separate Konten eröffnen noch neue Know-Your-Customer-Prüfungen durchführen. Stattdessen wird ein Demat-2.0-Konto an das bestehende Demat-Konto eines Investors angehängt und mit einer digitalen Rupien-Wallet verknüpft, die bei der Bank des Investors eröffnet wurde.
Emittenten benötigen lediglich eine Wallet für digitale Zentralbankwährungen, die mit einem bestimmten Bankkonto verbunden ist, um Anleiheerlöse zu erhalten und Zahlungen zu leisten.
SEBI hat klargestellt, dass tokenisierte Anleihen gemäß dem Securities Contracts (Regulation) Act von 1956 weiterhin Wertpapiere sind. Die Verwahrstelle bleibt gemäß dem Depositories Act von 1996 zudem das offizielle Register der Eigentumsverhältnisse. Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass für den Ledger kein separates Kreditrating erforderlich sei, da die Verpflichtungen des Emittenten und die Zahlungsströme unverändert blieben.
Der Pilot wird im Rahmen der Regulatory Sandbox von SEBI in drei Phasen durchgeführt. Die erste Phase ist auf institutionelle Emissionen beschränkt. In der zweiten Phase soll der Sekundärhandel über die bestehenden Request-for-Quote-(RFQ)- und Over-the-Counter-(OTC)-Meldesysteme der Börsen eingeführt werden, anstatt über einen neuen Handelsplatz. In der letzten Phase sollen Netzwerk-Knoten auf Ratingagenturen und andere regulierte Teilnehmer ausgeweitet werden.
Quelle: Cryptopolitan. SEBI FAQ: Berichterstattung im Zusammenhang: