IBM und Lockheed Martin eröffnen Quanteninnovationszentrum in der Schweiz
Wichtige Erkenntnisse
- •IBM und Lockheed Martin errichten im Rahmen einer formellen Vereinbarung mit armasuisse ein Quanteninnovationszentrum in der Schweiz. Es wird am Schweizerischen Nationalen Hochleistungsrechenzentrum in Lugano angesiedelt und ist der ETH Zürich angegliedert.
- •Die Einrichtung wird den ersten IBM Quantum System Two der Schweiz beherbergen, angetrieben vom Quantum-Nighthawk-Prozessor von IBM. Die vollständige Inbetriebnahme wird bis Ende 2026 erwartet, während der cloudbasierte Zugang bereits vor Abschluss der Installation bereitgestellt werden soll.
- •Schweizer Unternehmen, Start-ups und akademische Einrichtungen können das System über die ETH Zürich nutzen und erhalten Zugang zum IBM Quantum Network. Zu den Schulungsangeboten gehören Lehrveranstaltungen, Zertifizierungen, Workshops, Hackathons und Konferenzen.
- •Im Rahmen der Vereinbarung sind zwei gemeinsame Entwicklungsprojekte geplant: eines zur Quantensensorik für die Navigation und eines zur additiven Fertigung mit Metalllegierungen. Beide liegen in den Bereichen Verteidigung und Luft- und Raumfahrt, in denen die Unternehmen seit 2021 zusammenarbeiten.
- •IBM hat in den kommenden fünf Jahren mehr als $10 Milliarden für Quantenforschung und -fertigung zugesagt. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Europa durch staatliche Fördermittel und akademische Netzwerke Quantenunternehmen aus den USA anzieht.

IBM und Lockheed Martin errichten im Rahmen einer formellen Vereinbarung mit armasuisse, dem Bundesamt für Rüstung der Schweiz, ein Quanteninnovationszentrum in der Schweiz. Das Zentrum wird am Schweizerischen Nationalen Hochleistungsrechenzentrum in Lugano angesiedelt, das der ETH Zürich angegliedert ist — eine Konstellation, die die Initiative an der Schnittstelle von Rüstungsbeschaffung, akademischer Forschung und Hochleistungsrechnen positioniert.
Die Einrichtung wird den ersten IBM Quantum System Two der Schweiz beherbergen, angetrieben vom Quantum-Nighthawk-Prozessor von IBM. IBM bezeichnet Nighthawk als seinen bislang fortschrittlichsten Quantenchip. Die vollständige Inbetriebnahme wird bis Ende 2026 erwartet, während Nutzer bereits vor Abschluss der Installation Zugang zu den cloudbasierten Quantencomputersystemen von IBM erhalten sollen. Dieser gestaffelte Zeitplan — zunächst Cloud-Zugang, vollständige Hardware bis Ende 2026 — bietet die klarsten kurzfristigen Anhaltspunkte dafür, ob das Zentrum im Zeitplan bleibt.
First Squawk berichtete auf X über die Ankündigung:
IBM, LOCKHEED MARTIN ANNOUNCE SWISS QUANTUM INNOVATION HUB AT ETH ZURICH, ANCHORED BY SWITZERLAND'S FIRST IBM QUANTUM COMPUTER — First Squawk (@FirstSquawk) September 10, 2026
https://x.com/FirstSquawk/status/2097943967396761846?ref_src=twsrc%5Etfw
Schweizer Unternehmen, Start-ups und akademische Einrichtungen werden das System über die ETH Zürich nutzen können. Die Teilnehmer erhalten außerdem Zugang zum IBM Quantum Network und zur IBM Quantum Platform. Zu den geplanten Schulungsangeboten gehören Lehrveranstaltungen, Zertifizierungen, Workshops, Hackathons und Konferenzen.
Zu den erwarteten Forschungsbereichen zählen Chemie, Materialwissenschaften, Optimierung und Finanzdienstleistungen. IBM und Lockheed Martin planen im Rahmen der Vereinbarung außerdem zwei gemeinsame Entwicklungsprojekte. Eines davon befasst sich mit Anwendungen der Quantensensorik für die Navigation, während das andere den Schwerpunkt auf additive Fertigung mit Metalllegierungen legt. Beide Projekte liegen in den Bereichen Verteidigung und Luft- und Raumfahrt, die seit 2021 die gemeinsame Quantenarbeit der Unternehmen geprägt haben.
Das Projekt wird von armasuisse unterstützt, das die militärische und sicherheitsbezogene Beschaffung der Schweiz überwacht. Der Präsident der ETH Zürich, Joël Mesot, erklärte, die Infrastruktur werde sowohl die Quantenforschung als auch die Ausbildung von Fachkräften unterstützen. Der Chief Technology Officer von Lockheed Martin, Dr. Craig Martell, sagte, die Initiative baue die Arbeit der Unternehmen in den Bereichen Quantencomputing und künstliche Intelligenz aus und trage zugleich dazu bei, die Schweiz als führendes Land in diesen Bereichen zu positionieren. Alessandro Curioni von IBM erklärte, das Projekt werde Schweizer Institutionen und Industrien Zugang zu fortschrittlicher Quantenhardware und entsprechendem Fachwissen verschaffen.
IBM und Lockheed Martin begannen 2021 mit ihrer Zusammenarbeit, als Lockheed $1.3 Millionen für das Institut Quantique an der Université de Sherbrooke in Québec zusagte. Seitdem haben die Unternehmen gemeinsam an Quantenanwendungen in den Bereichen Verteidigung, nationale Sicherheit und Luft- und Raumfahrtfertigung gearbeitet.
IBM hat in den kommenden fünf Jahren mehr als $10 Milliarden für Quantenforschung und -fertigung zugesagt. Das Schweizer Zentrum folgt auf eine zuvor angekündigte zehnjährige Zusammenarbeit zwischen IBM und der ETH Zürich, die sich auf grundlegende algorithmische Forschung konzentriert.
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa durch staatliche Fördermittel und sein Netzwerk akademischer Einrichtungen Quantenunternehmen aus den USA anzieht. Die Aktien beider Unternehmen veränderten sich im vorbörslichen Handel am Donnerstag kaum. IBM fiel um 0.3%, während Lockheed Martin um 0.7% zulegte. Wie schnell Schweizer Institutionen den Zugang nutzen und wie die beiden gemeinsamen Entwicklungsprojekte vorankommen, wird nach der Inbetriebnahme des Systems die konkreteste Messgröße für die Reichweite des Zentrums liefern.
Quelle: CoinCentral