NachrichtenAktienBig Tech steht 2026 vor Ausgaben von 735 Milliarden US-Dollar für KI-Rechenzentren

Big Tech steht 2026 vor Ausgaben von 735 Milliarden US-Dollar für KI-Rechenzentren

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die vier größten Hyperscaler dürften 2026 rund 735 Milliarden US-Dollar in KI-Rechenzentrumsinfrastruktur investieren.
  • Goldman Sachs schätzt, dass die weltweiten Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur in diesem Jahr nahezu 1 Billion US-Dollar erreichen könnten, wobei die US-Ausgaben zwischen 630 Milliarden und 745 Milliarden US-Dollar liegen.
  • Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta sind die größten Ausgeber, und ihr gemeinsamer Ausbau hat seit 2023 mehr als 1 Billion US-Dollar überschritten.
  • Industriezulieferer, Halbleiterunternehmen und Stromerzeuger dürften vom Ausbau der Rechenzentren profitieren.
  • Im ersten Quartal 2026 wurden KI-Rechenzentrumsprojekte im Wert von mehr als 130 Milliarden US-Dollar aufgrund lokaler Opposition blockiert oder verzögert.
Big Tech steht 2026 vor Ausgaben von 735 Milliarden US-Dollar für KI-Rechenzentren

Die vier größten Hyperscaler stehen 2026 allein nach den Jahresprognosen vor gemeinsamen Investitionen von rund 735 Milliarden US-Dollar in KI-Rechenzentrumsinfrastruktur, da sie um den Aufbau der nötigen Rechenkapazitäten für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle konkurrieren.

Goldman Sachs schätzt, dass die weltweiten Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur in diesem Jahr nahezu 1 Billion US-Dollar erreichen könnten. Der US-Anteil dieser Ausgaben liegt zwischen 630 Milliarden und 745 Milliarden US-Dollar, wobei Big-Tech-Unternehmen den Großteil davon verantworten.

Woher das Geld kommt

Amazon führt die Gruppe an und plant, rund 200 Milliarden US-Dollar an Investitionen einzusetzen. Alphabet folgt dicht dahinter mit einem Zielkorridor von 175 Milliarden bis 205 Milliarden US-Dollar. Microsoft dürfte 120 Milliarden US-Dollar übertreffen, während Meta, das zuvor rund 70 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt hatte, seine Ausgabenambitionen deutlich angehoben hat.

Die Budgets umfassen Grundstückskäufe, den Bau von Gebäuden, Strom- und Kühlsysteme sowie die Racks mit KI-Servern, die letztlich die Anlagen füllen. Zusammengenommen werden die vier größten Hyperscaler seit 2023 mehr als 1 Billion US-Dollar für diesen Ausbau ausgegeben haben.

Die industriellen Zulieferer hinter dem Ausbau

Eine Reihe weniger bekannter Industrieunternehmen ist direkt in der Lieferkette verankert. Vertiv ist auf Kühlung und Energiemanagement für Rechenzentren spezialisiert. Quanta Services übernimmt die elektrische Infrastruktur und die Netzanbindungen, die jede neue Anlage benötigt, während Comfort Systems HVAC-Lösungen für die Anforderungen der Klimatisierung rechenintensiver Umgebungen bereitstellt.

Der größte einzelne Kostenblock in jeder Anlage sind jedoch die KI-Beschleuniger und Server selbst, wodurch neben Bau- und Ingenieurunternehmen auch Halbleiterzulieferer vom Boom profitieren.

Auch Stromerzeuger dürften profitieren. Vistra, einer der größten US-Stromproduzenten, ist gut positioniert, da Rechenzentren immer größere Anteile des Stromnetzes beanspruchen. Laut Bundesanalysten für Energie machten Rechenzentren 2023 rund 4% des Stromverbrauchs in den USA aus; sie erwarten, dass dieser Anteil bis 2028 auf bis zu 12% steigen könnte. Führungskräfte der Hyperscaler haben wiederum wiederholt nicht das Chipangebot, sondern die Verfügbarkeit von Strom als einen der wichtigsten Engpässe genannt, der bestimmt, wie schnell neue Kapazitäten ans Netz gehen können.

Widerstand aus den Gemeinden

Nicht jede Gemeinde begrüßt den Ausbau. Im ersten Quartal 2026 wurden KI-Rechenzentrumsprojekte im Wert von mehr als 130 Milliarden US-Dollar wegen lokaler Opposition blockiert oder verzögert. Anwohner und Kommunen wehren sich gegen den Lärm, den Wasserverbrauch und den Energiebedarf, die große Rechenanlagen in ihre Nachbarschaften bringen.

Die Reaktionen unterscheiden sich je nach Zuständigkeit: Einige verhängten Moratorien für neue Rechenzentrumsbauten, während andere Genehmigungen beschleunigen, um wirtschaftliche Vorteile zu nutzen. Wie sich das Spannungsverhältnis zwischen lokalem Widerstand und wirtschaftlichen Anreizen auflöst, wird mitbestimmen, wo und wie schnell die geplanten Ausgaben tatsächlich umgesetzt werden können.

Bedeutung für Krypto-Mining

Der Boom der KI-Infrastruktur hat auch erhebliche Auswirkungen auf Krypto-Mining-Operationen, die um viele derselben Ressourcen konkurrieren, darunter günstiger Strom, Kühlkapazitäten und Netzzugang. Mehrere börsennotierte Mining-Unternehmen sind bereits teilweise auf KI-Hosting umgestiegen und verweisen darauf, dass die Vermietung von GPU-Kapazitäten für KI-Workloads pro Megawatt profitabler sein kann als das Mining von Bitcoin.

Für den Ausbau insgesamt bleiben die nächsten Orientierungspunkte die vierteljährlichen Aktualisierungen der Investitionspläne der Unternehmen und die Frage, wie schnell die mit KI verbundenen Cloud-Umsätze im Verhältnis zu den dafür erforderlichen Ausgaben wachsen.