NachrichtenMakroRisiko eines Regierungs-Shutdowns verzögert, nicht gelöst, nachdem das Repräsentantenhaus eine Übergangsfinanzierung verabschiedet

Risiko eines Regierungs-Shutdowns verzögert, nicht gelöst, nachdem das Repräsentantenhaus eine Übergangsfinanzierung verabschiedet

Autor: 99 Bitcoins·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Repräsentantenhaus verabschiedete am 21. Juli mit einer Mehrheit von 220 zu 205 Stimmen ein Gesetz zur Übergangsfinanzierung.
  • Das Gesetz verlängert die Frist für die Regierungsfinanzierung vom 30. September bis zum 4. Dezember.
  • Verträge auf Kalshi und Polymarket zeigten nach der Abstimmung niedrigere implizite Quoten für einen Shutdown am 1. Oktober.
  • Die Gesetzgebung bedarf vor ihrem Inkrafttreten noch der Verabschiedung durch den Senat und der Unterzeichnung durch den Präsidenten.
  • Die zugrunde liegenden Streitigkeiten über Verteidigungsausgaben, Wahlrechtszusätze und Basiszuweisungen bleiben ungelöst.
Risiko eines Regierungs-Shutdowns verzögert, nicht gelöst, nachdem das Repräsentantenhaus eine Übergangsfinanzierung verabschiedet

Das Repräsentantenhaus verabschiedete am 21. Juli mit einer Mehrheit von 220 zu 205 Stimmen ein Gesetz zur Übergangsfinanzierung, das die Ausgabenfrist der Regierung vom 30. September auf den 4. Dezember verlängerte und damit über die diesjährigen Zwischenwahlen im Herbst hinausschob. Dieser Schritt veränderte sofort die Diskussionen über die Wahrscheinlichkeit eines Regierungs-Shutdowns in politischen und Krypto-Communities, da der Ausfall von Bundesmitteln die Arbeit von Behörden wie der SEC und der CFTC, die die Regulierung digitaler Vermögenswerte beaufsichtigen, einschränken kann.

Die Abstimmung löste eine schnelle Neubewertung in den Prognosemärkten aus, die die Wahrscheinlichkeit eines US-Regierungs-Shutdowns verfolgen. Verträge auf sowohl Kalshi als auch Polymarket zeigten im Vergleich zum Niveau vor der Abstimmung geringere implizite Quoten für einen Mittelrückgang am 1. Oktober.

Eine geringere Wahrscheinlichkeit bedeutet jedoch keinen gelösten Konflikt. Das Gesetz bedarf vor seinem Inkrafttreten noch der Verabschiedung durch den Senat und der Unterzeichnung durch den Präsidenten. Die Prognosemärkte handelten das unmittelbare Fristenrisiko schnell herunter, obwohl der zugrunde liegende Streit über Verteidigungsausgaben, Wahlrechtszusätze und Basiszuweisungen weiterhin ungelöst ist. Für Händler, die politische Stabilität einpreisen, kann die Abstimmung im Repräsentantenhaus eher eine Verzögerung als eine endgültige Lösung darstellen. Dieses Muster ist vertraut: Fortlaufende Resolutionen sind zum Standardmechanismus des Kongresses geworden, um Shutdowns zu vermeiden, da die Abgeordneten seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr alle regulären Zuweisungsgesetze fristgerecht verabschiedet haben.

Was die Verträge auf Kalshi und Polymarket andeuten

Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket betreiben Ereigniskontrakte, die 1 $ auszahlen, wenn ein definiertes Ergebnis eintritt, und 0 $, wenn dies nicht der Fall ist. Diese fungieren als Echtzeit-Quotenlinie für binäre politische Fragen.

Der fragliche spezifische Vertrag fragt, ob die Regierung am 1. Oktober 2026 schließt. Wenn die Abgeordneten die Finanzierung bis zu diesem Datum durch eine fortlaufende Resolution aufrechterhalten, wird der Vertrag mit „Nein“ abgerechnet, unabhängig davon, was im weiteren Jahresverlauf geschieht.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Eine Abstimmung im Repräsentantenhaus allein regelt den Vertrag nicht — das Gesetz muss vor dem Datum des Mittelrückgangs noch verfahrenstechnische Hürden nehmen, und jede Verschiebung im Legislativzeitplan könnte den Marktpreis erneut bewegen.

In den Tagen nach der Abstimmung im Repräsentantenhaus fiel die implizite Wahrscheinlichkeit eines Shutdowns am 1. Oktober anfangs von etwa 59 % auf 48 %. Spätere plattformübergreifende Vergleiche zeigten jedoch Verträge, die um mehr als 12 Prozentpunkte voneinander abwichen, was darauf hindeutet, dass die Händler sich uneinig sind, wie viel Risiko tatsächlich vom Tisch genommen wurde.

Einblicke in die Abstimmung: Reaktionen von Johnson, Scott und den Demokraten

Sprecher Mike Johnson stellte das Gesetz als eine absichtlich vorgezogene Frist dar und warnte die Demokraten, die dagegen stimmten, dass sie die Verantwortung für die Folgen tragen würden: „Dann werden sie allein das Chaos besitzen, das entsteht, wenn die Regierung nach dem 30. September schließt.“

Abgeordneter Austin Scott verteidigte den Zeitpunkt in direkteren Worten und erklärte: „Ich halte es für ziemlich klug, das mögliche Chaos eines Shutdowns vom Tisch zu nehmen, angesichts des Schadens, den dies den amerikanischen Bürgern zufügt.“ Scott fügte hinzu, dass er glaubt, dass ein Shutdown „politisch wahrscheinlich zum Vorteil der Demokraten dient.“

Die Demokraten stimmten mehrheitlich gegen den Entwurf. Abgeordnete Rosa DeLauro, die demokratische Spitzenkandidatin im Bewilligungsausschuss des Repräsentantenhauses, gehörte zu den Gegnern.

Berichten zufolge liegt der Hauptfokus der GOP-Führung für die verbleibenden 16 Gesetzgebungstage des Repräsentantenhauses vor der Frist auf einem separaten 95-Milliarden-Dollar-Paket, das verteidigungsbezogene Ausgaben für Iran, landwirtschaftliche Hilfen und Elemente der Wahlrechtsreform von Präsident Trump umfasst. Das bedeutet, dass der Kernkonflikt über die Basisausgaben der Regierung tatsächlich aufgeschoben und nicht gelöst wurde — was den 4. Dezember zum nächsten Druckpunkt macht, an dem dieselben ungelösten Streitigkeiten wieder auftauchen werden.