Britisches Oberhaus unterstützt Änderung für verpflichtende Strategie des Finanzministeriums zu digitalen Vermögenswerten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Änderung verpflichtet HM Treasury zur Erstellung eines sektorübergreifenden Plans für digitale Vermögenswerte und die unterstützende Finanzinfrastruktur.
- •Die Lords unterstützten die Maßnahme teilweise aus Sorge, dass das Vereinigte Königreich bei der Krypto-Regulierung gegenüber den USA und der EU zurückliegt.
- •Die überarbeiteten Regeln der Bank of England für systemische Stablecoins verlangen eine Aufteilung der Reserven zwischen kurzfristigen britischen Staatsanleihen und unverzinslichen Einlagen.
- •Für jeden systemischen Stablecoin gilt vorübergehend eine Ausgabengrenze von £40 Milliarden.
- •Die FCA bereitet ein umfassendes Rahmenwerk für Krypto-Assets vor, das voraussichtlich ab 2027 in Kraft tritt.

Das britische Oberhaus hat eine Änderung verabschiedet, die HM Treasury verpflichtet, eine formelle Strategie für Krypto-Assets, Stablecoins, tokenisierte Wertpapiere und die dahinterstehende umfassendere digitale Finanzinfrastruktur auszuarbeiten.
Die Maßnahme wurde dem Financial Services and Markets Bill hinzugefügt. Ihre Verabschiedung spiegelt die Einschätzung der Abgeordneten wider, dass die derzeitige Position des Vereinigten Königreichs im globalen Wettbewerb um Krypto-Standorte nicht ausreichend ist. Mehrere Lords äußerten offen die Sorge, dass das Land gegenüber den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zurückfallen könnte.
Was die Änderung verlangt
Statt digitale Vermögenswerte weiterhin schrittweise und uneinheitlich zu regulieren, verpflichtet die Änderung das Finanzministerium zur Ausarbeitung einer einheitlichen, kohärenten Strategie. Ihr Anwendungsbereich ist weit gefasst und umfasst Krypto-Assets, Stablecoins, tokenisierte Wertpapiere und digitale Finanzinfrastruktur.
Für Beobachter des britischen Ansatzes liegt die Bedeutung in der Bündelung: Die Verpflichtung verbindet Politikbereiche, die derzeit verschiedenen Behörden unterstehen – von den Stablecoin-Regeln der Bank of England bis zum bevorstehenden Krypto-Regime der Financial Conduct Authority – und ordnet sie einem übergeordneten Regierungsplan unter.
Der Vorstoß baut auf einem im Juni 2026 veröffentlichten Bericht des Financial Services Regulation Committee auf. Der Bericht forderte die Aufsichtsbehörden auf, die Regeln für Stablecoins zu lockern, und verlangte insbesondere eine Neubewertung der ursprünglichen Vorgabe, 40 % der Mittel als unverzinsliche Einlagen bei der Zentralbank zu halten. Kritiker hatten argumentiert, diese Bedingung würde die Ausgabe von Stablecoins im Vereinigten Königreich wirtschaftlich unrentabel machen.
Die Bank of England reagierte zumindest teilweise am 10. September 2026 mit einer Grundsatzerklärung, in der sie ihren Ansatz für systemische Stablecoins präzisierte. Nach der überarbeiteten Deckungsstruktur müssen 70 % der Reserven in kurzfristigen britischen Staatsanleihen und 30 % in unverzinslichen BoE-Einlagen gehalten werden. Außerdem führte die Erklärung eine vorübergehende Ausgabengrenze von £40 Milliarden je systemischem Stablecoin ein.
Das größere regulatorische Bild
Die Financial Conduct Authority soll ein neues umfassendes Rahmenwerk für Krypto-Asset-Aktivitäten beaufsichtigen, das voraussichtlich ab 2027 in Kraft tritt. Ein gesetzliches Instrument zur Schaffung der rechtlichen Grundlage für dieses Rahmenwerk wurde im Dezember 2025 erwartet.
Die Lords haben ihre Motivation ausdrücklich benannt: Wettbewerbsfähigkeit. Mehrere Mitglieder des Oberhauses verwiesen auf die in den USA und der EU entstehenden Regulierungsrahmen als Maßstab, an dem sich das Vereinigte Königreich messen sollte. Die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) der EU ist seit Mitte 2024 in Kraft, während die USA ihren eigenen Ansatz rasch weiterentwickeln und Gesetze zu Stablecoins sowie zur Marktstruktur den Kongress durchlaufen. Vor diesem Hintergrund soll die verpflichtende Strategie des Finanzministeriums darlegen, wie das Vereinigte Königreich mit dieser Entwicklung Schritt halten will.
Was die Stablecoin-Regeln in der Praxis bedeuten
Die überarbeiteten Deckungsanforderungen der BoE stellen einen pragmatischen Kompromiss dar. Die ursprüngliche Vorgabe, 40 % bei der Zentralbank zu hinterlegen, hätte Stablecoin-Emittenten gezwungen, einen erheblichen Teil ihrer Reserven auf unverzinslichen Konten bei der Bank of England zu halten. Die neue Aufteilung von 70/30, bei der der größere Anteil in kurzfristige Staatsanleihen fließt, ermöglicht den Emittenten Erträge auf den größeren Teil ihrer Deckungswerte.
Die verbleibenden 30 %, die als unverzinsliche Einlagen gehalten werden, geben der BoE einen direkten Hebel für die Übertragung der Geldpolitik und das Krisenmanagement.
Die Obergrenze von £40 Milliarden für die Ausgabe je systemischem Stablecoin bildet eine Absicherung gegen systemische Risiken. Sie setzt eine feste Grenze, während die Aufsichtsbehörden die tatsächlichen Auswirkungen dieser Instrumente auf Geldmärkte und Zahlungssysteme bewerten. Diese Regeln bilden nun den technischen Hintergrund, vor dem die umfassendere Strategie des Finanzministeriums ausgearbeitet werden soll.