NachrichtenKryptoArthur Hayes stellt die Yen-Risiko-These für Bitcoin über die FIMA-Fazilität der Fed neu dar

Arthur Hayes stellt die Yen-Risiko-These für Bitcoin über die FIMA-Fazilität der Fed neu dar

Autor: Coindoo·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die FIMA-Repo-Fazilität der Federal Reserve wies per 5. August einen Nullsaldo auf, sodass über diesen Kanal derzeit keine große Dollar-Liquiditätsoperation läuft.
  • Hayes’ These, wonach eine FIMA-Nutzung für Bitcoin bullish wäre, setzt eine anhaltende Nutzung in großem Umfang voraus, die weit über alles hinausgeht, was die Fazilität seit ihrer Einführung im Jahr 2020 erlebt hat.
  • Japans etwa 1,37 Billionen US-Dollar an Auslandsvermögen überschätzen die für FIMA zulässigen Sicherheiten, da GPIF und andere Bestände außerhalb des aktuellen Gegenparteirahmens der Fazilität liegen.
  • Das Foreign Currency Subcommittee der Fed kann die Obergrenze von 60 Milliarden US-Dollar pro Gegenpartei anpassen, ohne ein neues Programm zu schaffen; die Erweiterung der berechtigten Institutionen würde jedoch eine deutlich größere politische Änderung erfordern.
  • Anleger können Fed-Bilanzdaten, FIMA-Politikankündigungen und Japans Reserveberichte beobachten, um einzuschätzen, ob Hayes’ Szenario von der Theorie in die Realität übergeht.
Arthur Hayes stellt die Yen-Risiko-These für Bitcoin über die FIMA-Fazilität der Fed neu dar

Wichtige Erkenntnisse

Für Bitcoin könnte entscheidender sein, wie Japan den Yen stärkt, als die Währungsbewegung selbst.

Hayes’ Szenario stützt sich auf eine bestehende Einrichtung der Fed, würde aber weit größere und nachhaltigere Nutzung erfordern als bislang beobachtet wurde.

Japans enorme Auslandsvermögen überschätzen den Betrag, der unmittelbar in den FIMA-Rahmen der Fed einfließen könnte.

Die These wird erst dann umsetzbar, wenn Änderungen der Fed-Politik von einem sichtbaren Anstieg der Reposalden ausländischer Behörden begleitet werden.

Ein stärkerer Yen kann Bitcoin auf zwei Wegen erreichen

Arthur Hayes betrachtet ein bekanntes Yen-Problem aus einer neuen Perspektive.

In seinem Essay vom 11. August "Yen-quake" argumentiert Hayes, dass Japan seine Währung stützen könnte, ohne die Bank of Japan zu einem aggressiven Straffungszyklus zu zwingen. Seine Alternative führt über die Foreign and International Monetary Authorities (FIMA) Repo Facility der Federal Reserve.

Hayes verdichtet die Bitcoin-Implikation in einem Satz: "The more they print, the higher Bitcoin goes."

Das übliche Risiko aus Japan funktioniert anders. Jahrelang niedrige japanische Finanzierungskosten veranlassten Anleger dazu, Positionen in anderen Märkten mit billigem Yen zu finanzieren. Wenn die japanischen Zinsen stark steigen oder der Yen schnell aufwertet, werden solche Trades unattraktiver und können sich über Aktien, Anleihen und Krypto hinweg auflösen.

Genau das war nach der Juli-Sitzung der BoJ die Sorge. Wie wir zuvor analysiert haben, bestand das größere Bitcoin-Risiko nicht einfach in einer weiteren Zinserhöhung der BoJ, sondern in einer Yen-Wende, die stark genug wäre, die auf die Währung gestützten Funding-Trades zu stören.

Hayes fragt nun, was passiert, wenn politische Entscheidungsträger einen stärkeren Yen über einen anderen Weg herbeiführen.

FIMA als Alternative zu aggressiver BoJ-Verschärfung

Die FIMA-Repo-Fazilität der Federal Reserve erlaubt zugelassenen ausländischen Zentralbanken und anderen Währungsbehörden, vorübergehend US-Staatsanleihen, die bei der Federal Reserve Bank of New York gehalten werden, gegen Dollar zu tauschen.

Japan könnte sich über diese Fazilität theoretisch Dollar beschaffen und sie am Devisenmarkt gegen Yen verkaufen.

Die institutionellen Rollen dafür existieren bereits. Japans Finanzministerium entscheidet darüber, ob am Devisenmarkt interveniert wird, während die Bank of Japan diese Transaktionen im Auftrag des Ministeriums ausführt, gemäß der eigenen Erklärung der BoJ.

Das schafft ein deutlich anderes makroökonomisches Umfeld als eine rasche Folge von BoJ-Zinserhöhungen. Statt Yen-Finanzierungen vor allem durch geldpolitische Straffung teurer zu machen, könnte Japan die Währung stützen und dabei Dollar-Liquidität gegen bereits gehaltene Vermögenswerte nutzen.

Es würde auch ein weiteres mögliches Problem umgehen: den direkten Verkauf großer Mengen von Treasuries in den offenen Markt. FIMA wurde unter anderem geschaffen, um ausländischen Währungsbehörden genau dann eine Alternative zu bieten, wenn sie Dollar benötigen.

Die Fazilität existiert, aber der Bitcoin-Trade noch nicht

Der wichtigste Realitätscheck kommt von der Bilanz der Fed selbst.

Ihr H.4.1-Update zeigte per 5. August keinen Saldo unter den Repos für ausländische offizielle Stellen. Derzeit gibt es keine große FIMA-Operation, die jene Liquidität bereitstellt, die Hayes für Bitcoin als bullish erwartet.

Der bestehende Rahmen ist zudem bewusst begrenzt. Die Fed beschränkt Transaktionen auf zugelassene ausländische offizielle Institutionen, setzt ein tägliches Limit von 60 Milliarden US-Dollar pro Gegenpartei und bietet in der Regel Übernacht- oder Sieben-Tage-Repos an.

Diese Details unterscheiden FIMA von Quantitative Easing.

QE umfasst direkte Vermögenskäufe, die jahrelang in der Bilanz der Fed verbleiben können. FIMA ist temporäre besicherte Finanzierung; ihre Wirkung hängt daher weniger von einer einzelnen Transaktion ab als davon, ob große Salden über wiederholte Verlängerungen bestehen bleiben.

Hayes’ Liquiditätsthese gewinnt erst dann an Gewicht, wenn die Nutzung sowohl groß als auch anhaltend ist.

Japans 1,37 Billionen US-Dollar sind kein sofort einsetzbarer FIMA-Kriegsschatz

Hayes schätzt, dass japanische Staatsbestände zusammen mit Vermögenswerten des Government Pension Investment Fund rund 1,37 Billionen US-Dollar an Treasury-Sicherheiten liefern könnten.

Japan hat zweifellos die finanzielle Größenordnung für eine große Operation, doch die genannte Zahl bündelt Vermögenswerte, die nicht alle im selben rechtlichen oder operativen Rahmen liegen.

Das Finanzministerium meldete Ende Juli 1,287 Billionen US-Dollar an offiziellen Reserveaktiva, darunter 927,3 Milliarden US-Dollar in Fremdwährungswertpapieren. Das Ministerium stuft nicht alle diese Wertpapiere als US-Treasuries ein.

US-Daten erfassen eine andere Kennzahl. Die Treasury International Capital-Daten des US-Finanzministeriums zeigten für Mai japanische Bestände von 1,1431 Billionen US-Dollar an US-Staatsanleihen, doch diese Zahl ist ein aggregierter Ländergesamtwert und keine Bestätigung, dass die japanische Regierung selbst den gesamten Betrag hält. Japan gilt als größter ausländischer Halter von US-Treasuries, wenngleich China diese Position zeitweise ebenfalls beansprucht hat.

GPIF vergrößert die Lücke weiter. Der Pensionsfonds hält ausländische Anleihen, doch sein internationales Fixed-Income-Portfolio umfasst US-, globale, High-Yield- und Schwellenländer-Benchmarks. Zudem ist er derzeit nicht die Art ausländischer Währungsbehörde, die FIMA direkt bedienen soll.

Die praktische Obergrenze ist daher enger als Japans gesamtes Auslandsvermögen. Entscheidend ist das Volumen qualifizierter Vermögenswerte, das von berechtigten offiziellen Institutionen kontrolliert wird und über Konten gehalten wird, die tatsächlich auf die New-York-Fed-Fazilität zugreifen können.

Die Fed hat Spielraum, die Regeln zu ändern

Die aktuellen Beschränkungen sind nicht zwangsläufig dauerhaft.

Unter der bestehenden Ermächtigung der Fed kann ihr Foreign Currency Subcommittee das Gegenparteienlimit und bestimmte operative Bedingungen der Fazilität anpassen und diese Änderungen dem Federal Open Market Committee melden.

Damit lässt sich die 60-Milliarden-US-Dollar-Grenze verändern, ohne ein völlig neues Notfallprogramm zu schaffen.

Die Erweiterung des Kreises zulässiger Institutionen wäre ein deutlich größerer Schritt. Die derzeitigen Leitlinien der Fed begrenzen den Zugang auf zugelassene Zentralbanken und andere ausländische Währungsbehörden mit geeigneten New-York-Fed-Konten. Eine Pensionsinstitution wie GPIF direkt in die Fazilität einzubeziehen, würde einen breiteren Zulassungsrahmen erfordern.

Hayes räumt ein, dass politische Änderungen nötig wären, bevor sein größeres Szenario möglich wird.

Eine Transaktionsobergrenze anzupassen ist das eine. Zu überdenken, wer Zugang zur Federal Reserve erhält, ist eine weitaus folgenschwerere politische Entscheidung.

Es gäbe klare Signale, falls die These Realität wird

Der Vorteil von Hayes’ Argument ist, dass Anleger es nicht allein aus der Preisentwicklung von Bitcoin oder USD/JPY ableiten müssten.

Das erste Signal würde aus Washington kommen. Jede Ausweitung der FIMA-Limits, der Laufzeitbedingungen oder der Gegenparteiberechtigung würde die Menge an Dollar-Liquidität, die die Fazilität bereitstellen kann, deutlich verändern.

Der nächste Beleg würde direkt auf der Bilanz der Fed erscheinen. Ein Anstieg der Reposalden ausländischer Behörden würde zeigen, dass die Fazilität von der politischen Kapazität zur tatsächlichen Nutzung übergegangen ist.

Die Dauer wäre ebenso wichtig wie die Größe. Ein temporärer Saldo, der nach einigen Tagen verschwindet, würde eher wie eine konventionelle Währungsunterstützung wirken. Große Salden, die über Wochen oder Monate immer wieder verlängert werden, würden eher dafür sprechen, dass die Operation anhaltende Dollar-Liquidität in das System einspeist.

Japans Reserveberichte könnten dann zeigen, ob die Behörden einen größeren Teil ihrer Auslandsvermögen mobilisieren, während der Yen-Kurs erkennen ließe, ob diese Maßnahmen die beabsichtigte Währungswirkung erzielen.

Derzeit steht die Fazilität bei null leer — genau an der Grenze zwischen Arthur Hayes’ theoretischem Mechanismus und einem tatsächlichen Bitcoin-Liquiditätskatalysator.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Hayes’ FIMA-Szenario ist eine makroökonomische Zukunftsthese, kein bestätigter politischer Plan. Eine Auswirkung auf Bitcoin würde von tatsächlichen Änderungen der Fed-Politik, der Nutzung der Fazilität, der Marktliquidität und Japans Interventionsstrategie abhängen.