NachrichtenMakroHagland Shipping nimmt windunterstützten Combi-Frachter per Zeitcharter in die Flotte auf

Hagland Shipping nimmt windunterstützten Combi-Frachter per Zeitcharter in die Flotte auf

Autor: Ship & Bunker·

Wichtige Erkenntnisse

  • Hagland Shipping hat über eine Zeitcharter mit der deutschen Reederei Gerdes und over-C einen 3.850-DWT-windunterstützten Combi-Frachter gesichert und erhält damit die kommerzielle Kontrolle, während der Eigentümer das Schiff behält.
  • Der Frachter ist mit Econowind VentoFoils, einem Batterie-Hybrid-Antriebssystem mit der Fähigkeit zum vollständig elektrischen Betrieb, Landstromanschluss und einem optimierten Rumpfdesign zur Senkung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen ausgestattet.
  • Das Schiff wird im europäischen Short-Sea-Trockenmassengutmarkt eingesetzt und befördert sowohl Trockenmassengut als auch Stückgut, was den Betreibern Flexibilität verschafft.
  • Schifffahrtsbedingte Emissionen unterliegen seit Anfang 2024 dem EU-Emissionshandelssystem, wodurch Reeder und Betreiber für CO2-Emissionen auf Routen mit EU-Häfen Emissionszertifikate abgeben müssen.
  • Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation hat das Ziel gesetzt, die jährlichen Treibhausgasemissionen der Schifffahrt bis 2050 gegenüber 2008 um mindestens 50% zu senken, was die Einführung alternativer Antriebstechnologien vorantreibt.
Hagland Shipping nimmt windunterstützten Combi-Frachter per Zeitcharter in die Flotte auf

Das in Norwegen ansässige Hagland Shipping hat seine Flotte um einen windunterstützten Combi-Frachter erweitert, der im Rahmen einer Zeitcharter-Vereinbarung gesichert wurde, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Das Schiff wird von der in Deutschland ansässigen Reederei Gerdes und deren Vertriebsgesellschaft over-C gechartert.

Der 3.850-DWT-Frachter ist mit Econowinds VentoFoils für windunterstützten Antrieb ausgestattet. VentoFoils sind nicht rotierende Segelmodule, die Windenergie nutzen, um Vortrieb zu erzeugen und die Abhängigkeit von konventionellem Kraftstoff zu verringern.

Zusätzlich zur Windunterstützung verfügt das Schiff über ein Batterie-Hybrid-Antriebssystem, das zeitweise den Betrieb im vollständig elektrischen Modus ermöglicht. Zudem ist es mit einem Landstromanschluss ausgestattet, der es dem Schiff erlaubt, im Hafen Strom aus landseitigen Quellen zu beziehen, sowie mit einem optimierten Rumpfdesign, das Kraftstoffverbrauch und Emissionen senken soll.

Das Schiff soll im europäischen Short-Sea-Trockenmassengutmarkt eingesetzt werden. Combi-Frachter dieser Größenklasse transportieren in der Regel sowohl Trockenmassengut als auch Stückgut und geben Betreibern damit Flexibilität bei unterschiedlichen Warenströmen.

„Der Einsatz dieses Schiffes ist ein weiterer Schritt nach vorn beim Aufbau einer wettbewerbsfähigeren und umweltfreundlicheren Flotte“, sagte Hagland Shipping.

Der Short-Sea-Transport, bei dem Fracht über vergleichsweise kurze Strecken zwischen Häfen innerhalb einer Region und nicht über Ozeane bewegt wird, gilt als Bereich, in dem Emissionssenkungen durch eine Kombination aus operativer Effizienz und alternativen Antriebstechnologien erreicht werden können. Windunterstützter Antrieb hat im maritimen Sektor an Aufmerksamkeit gewonnen, da Schifffahrtsunternehmen versuchen, Kraftstoffkosten zu senken und strengere Umweltvorschriften zu erfüllen.

Dieser regulatorische Druck nimmt für europäische Betreiber weiter zu. Schifffahrtsbedingte Emissionen wurden ab Anfang 2024 in das EU-Emissionshandelssystem einbezogen, wodurch Reeder und Betreiber Emissionszertifikate für CO2 abgeben müssen, das auf Routen zu und von EU-Häfen entsteht. Auf internationaler Ebene hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation das Ziel festgelegt, die gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen der Schifffahrt bis 2050 gegenüber dem Niveau von 2008 um mindestens 50% zu senken. Technologien wie windunterstützter Antrieb, Batterie-Hybrid-Systeme und Landstrom gehören zu den Maßnahmen, mit denen Eigner den Kraftstoffverbrauch senken und Compliance-Kosten steuern.