Europäische Kommission verhängt €890 Millionen Geldbuße gegen Google wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Europäische Kommission verhängte am July 23, 2026 eine Geldbuße von €890 Millionen gegen Google wegen Selbstbevorzugung in Google Search und Google Play, die gegen den Digital Markets Act verstieß.
- •Die kumulierten EU-Kartellstrafen gegen Alphabet übersteigen inzwischen €12 Milliarden über nahezu ein Jahrzehnt an Durchsetzungsmaßnahmen seit 2017.
- •Der seit 2023 geltende Digital Markets Act ermächtigt Regulierungsbehörden, gegen benannte Gatekeeper-Plattformen Strafen von bis zu 10% des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens zu verhängen.
- •Dies ist die dritte große EU-Kartellstrafe gegen Alphabet innerhalb von weniger als einem Jahr, nach einer Android-Geldbuße von €4.125 Milliarden im Juli 2026 und einer Werbe-Geldbuße von €2.95 Milliarden im September 2025.
- •Mögliche strukturelle Auflagen für Googles Suchranking- und App-Store-Praktiken könnten die Margen in den Shopping- und Reise-Werbeprodukten des Unternehmens über die direkten Kosten der Geldbuße hinaus verringern.

Die Europäische Kommission hat gegen Google eine Geldbuße von €890 Millionen, oder rund $1 Milliarde, verhängt, nachdem sie festgestellt hatte, dass das Unternehmen durch Selbstbevorzugung in Google Search und im Google Play App Store gegen den Digital Markets Act verstoßen hat. Die am July 23, 2026 erlassene Entscheidung ist die dritte große Kartellstrafe, die Brüssel innerhalb von weniger als einem Jahr gegen Alphabet verhängt hat.
EU-Regulierer erklärten, Google habe eigene Dienste in den Kategorien Shopping, Reisen und Gaming bevorzugt.
Eine weitere Strafe in einer wachsenden Reihe
Die jüngste Geldbuße folgt auf weitere bedeutende EU-Maßnahmen gegen Google. Am July 2 bestätigte die EU eine Strafe von €4.125 Milliarden im Zusammenhang mit Googles Android-Betriebssystem, ein Betrag, der gegenüber einer früheren Geldbuße von €4.34 Milliarden leicht reduziert worden war. Im September 2025 verhängten die Aufsichtsbehörden eine Strafe von €2.95 Milliarden, nachdem sie festgestellt hatten, dass Google seine eigenen Werbedienste gegenüber denen von Wettbewerbern bevorzugt hatte.
Diese Strafen bauen auf einer längeren Bilanz der EU-Durchsetzung gegen Alphabet auf. Die erste große kartellrechtliche Entscheidung der Kommission gegen Google erfolgte 2017 mit einer Geldbuße von €2.4 Milliarden im Fall Google Shopping, gefolgt von einer Strafe von €1.49 Milliarden im Jahr 2019 gegen das AdSense-Werbegeschäft des Unternehmens. Zusammengenommen übersteigen die kumulierten EU-Kartellstrafen gegen Alphabet inzwischen €12 Milliarden über einen Zeitraum von nahezu einem Jahrzehnt.
Der Digital Markets Act, der 2023 in Kraft trat, soll große digitale Plattformen regulieren, die als "Gatekeeper" eingestuft werden, bevor Wettbewerbsschäden irreversibel werden, anstatt sich ausschließlich auf nachträgliche Durchsetzung zu stützen. Die Kommission benannte im September 2023 sechs Unternehmen als Gatekeeper — Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta und Microsoft — die jeweils für zentrale Plattformdienste verantwortlich sind, die als wesentliche Zugangspunkte zwischen Unternehmen und Verbrauchern gelten. Nach dem DMA können Höchststrafen bis zu 10% des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens erreichen.
Die Alphabet-Aktien fielen im vorbörslichen Handel nach der früheren Android-Entscheidung im Juli um etwa 1%.
Breiterer regulatorischer Kontext
Der DMA untersagt Gatekeepern, ihre Stellung zu nutzen, um den Wettbewerb zu ihren eigenen Gunsten zu verzerren. Das Verbot der Selbstbevorzugung — die Praxis, die im Zentrum der jüngsten Geldbuße steht — ist eine der Kernpflichten des DMA und verlangt von benannten Plattformen, eigene Produkte und Dienste zu gleichen Bedingungen wie die von Wettbewerbern zu ranken.
Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte, bekannt als MiCA, ist ebenfalls bereits in Kraft. MiCA legt Zulassungsanforderungen, Reservenregeln und Offenlegungspflichten für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen fest, die in Europa tätig sind.
Mögliche Auswirkungen für Alphabet
Für Alphabet-Aktionäre geht die Frage über die Höhe der Geldbuße hinaus und betrifft mögliche Verhaltensauflagen. Wenn Regulierer Google verpflichten, strukturelle Änderungen daran vorzunehmen, wie Search Ergebnisse anzeigt oder wie Play Apps einstuft, könnten die Umsatzeffekte die Strafe selbst übersteigen. Anforderungen an ein neutrales Suchranking könnten die Margen in Googles Shopping- und Reise-Werbeprodukten verringern, die auf prominente Platzierung angewiesen sind, um von Werbekunden Premiumpreise verlangen zu können.
Die Kommission hat gezeigt, dass sie bereit ist, dasselbe Unternehmen gleichzeitig über mehrere Produktlinien hinweg zu verfolgen, gestapelte Strafen zu verhängen und diese Strafen im Berufungsverfahren zu verteidigen.