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Goldman Sachs wird größter Halter von Spot-XRP-ETFs

Autor: Crypto Valley Journal·

Wichtige Erkenntnisse

  • Goldman Sachs meldete zum Ende Juni 2026 ein Spot-XRP-ETF-Exposure von rund USD 87,4 Millionen und ist damit laut Bloomberg Intelligence der größte institutionelle Halter.
  • Die Bank fügte im zweiten Quartal 2026 gut 83 Millionen XRP-Token hinzu, der größte Zuwachs unter allen erfassten Haltern.
  • Die Position von Goldman Sachs verteilt sich auf fünf Spot-XRP-ETFs; Bitwise XRP ETF und Franklin Templetons XRPZ machen zusammen etwas mehr als die Hälfte aus.
  • Jane Street Group und Millennium Management lagen mit gemeldeten Positionen von USD 16,6 Millionen bzw. USD 16,2 Millionen hinter Goldman Sachs.
  • Bloomberg Intelligence betont, dass 13F-Meldungen verzögert und begrenzt sind und daher weder Handelsabsicht noch Hedges oder das endgültige wirtschaftliche Risiko zeigen.
Goldman Sachs wird größter Halter von Spot-XRP-ETFs

Goldman Sachs ist laut einer Auswertung von Bloomberg Intelligence der größte institutionelle Halter von Spot-XRP-ETFs. Die US-Bank meldete ein Exposure von USD 87,4 Millionen und lag damit vor Jane Street Group und Millennium Management.

Eine 13F-Meldung ist eine vierteljährliche Offenlegung an die US-Börsenaufsicht SEC. Vermögensverwalter mit mindestens USD 100 Millionen an meldepflichtigen US-Wertpapieren müssen ihre Long-Positionen zum Quartalsende ausweisen. Spot-XRP-ETFs sind Fonds, die XRP direkt halten und dessen Preis nachbilden. Anleger erhalten so über ein reguliertes börsengehandeltes Produkt XRP-Exposure, ohne den Token selbst verwahren zu müssen. Die ersten US-Produkte dieser Art wurden im November 2025 aufgelegt.

James Seyffart, Senior Research Analyst bei Bloomberg Intelligence, hat die aktuellen Meldungen ausgewertet. Seyffart wurde zuvor vor allem durch seine Prognosen zu den US-Spot-Bitcoin-ETF-Zulassungen bekannt. Allein im zweiten Quartal erhöhte Goldman Sachs die Position um rund 83,2 Millionen XRP-Token; das ist der größte Zuwachs unter allen erfassten Haltern. Seit dem Marktstart belaufen sich die kumulierten Nettozuflüsse in Spot-XRP-ETFs auf rund USD 1,8 Milliarden.

Bloomberg Intelligence beziffert die Position von Goldman Sachs zum Ende Juni 2026 auf USD 87.449.929. Dahinter stehen rund 84 Millionen XRP-Token. Jane Street Group folgt mit USD 16,6 Millionen, Millennium Management mit USD 16,2 Millionen. Goldman Sachs hält damit mehr als fünfmal so viel wie die zweitgrößte gemeldete Position. Die Liste umfasst 30 meldepflichtige Halter, kleinere Vermögensverwalter unterhalb der Meldegrenze erscheinen jedoch nicht.

NEW: Who are the top holders of spot ripple:native ETFs? Here's the data as of the Q2 13F Filings. Goldman, Jane and Millennium top the list. pic.twitter.com/SsL0BuM1oq - James Seyffart (@JSeyff) August 31, 2026

Die Position entstand innerhalb eines einzigen Quartals. In der Q1-2026-Meldung hatte Goldman Sachs seine XRP-ETF-Bestände nahezu vollständig reduziert und sich zugleich aus Solana-ETFs zurückgezogen. Im zweiten Quartal kamen gut 83 Millionen XRP-Token hinzu. Das war mit großem Abstand der größte Zuwachs unter allen gelisteten Haltern. Bezogen auf Token überstieg der Aufbau die kombinierten XRP-ETF-Bestände von Jane Street und Millennium Management um mehr als das Zweieinhalbfache.

Der Aufbau erfolgte in einer schwachen Phase für XRP. Im Juni fiel der Kurs von rund USD 1,30 auf den niedrigsten Stand seit Ende 2024. Das Quartal schloss bei etwa USD 1,04. Der Ausbau des Exposures von Goldman Sachs fiel damit in eine schwache Marktphase für den Token.

Das Exposure der Bank verteilt sich auf fünf Spot-XRP-ETFs. Auf den Bitwise XRP ETF entfallen rund USD 25,8 Millionen, auf Franklin Templetons XRPZ rund USD 25,4 Millionen. Zusammen machen diese beiden Fonds etwas mehr als die Hälfte der gemeldeten Position aus. Darüber hinaus hält die Bank Beteiligungen an Produkten von Grayscale und 21Shares. Zusätzlich kommt eine neue Position im Canary Capital ETF XRPC hinzu. Eine klare Fokussierung auf einen einzelnen Emittenten ist damit nicht erkennbar.

Diese Zahlen haben jedoch nur begrenzte Aussagekraft. Eine 13F-Meldung erfasst Long-Positionen in meldepflichtigen US-Wertpapieren und sonst nichts. Short-Positionen, Derivate und Absicherungen sind nicht enthalten. Außerdem unterscheidet das Formular nicht zwischen Eigenhandel, Kundenaktivität, Market Making und tatsächlicher Investitionsabsicht. Eine Großbank kann eine ETF-Position halten, weil ein Kunde sie angefordert hat. Ebenso kann eine solche Position als Ausgleich für einen Swap oder aus dem Handelsbuch resultieren. Auch die Gegenpartei bleibt unsichtbar. Wer am Ende das wirtschaftliche Risiko trägt, bleibt unklar. Aus den Zahlen lässt sich daher keine Aussage über die Überzeugung hinter der Anlage ableiten.

Hinzu kommt die Zeitverzögerung. Die SEC gewährt den Einreichern 45 Tage nach Quartalsende für die Abgabe des Formulars. Für das zum 30. Juni beendete Quartal lief die Frist bis Mitte August 2026. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren die Bestände also bereits mehrere Wochen alt. Ob Goldman Sachs die Position später gehalten, ausgebaut oder reduziert hat, geht aus der Meldung nicht hervor. Auch der genaue Zeitpunkt des Aufbaus innerhalb des Quartals bleibt offen.

Nach Halterkategorie ergibt sich ein anderes Bild. Investment Advisors, also registrierte Beratungsfirmen, führen die Analyse mit USD 120 Millionen an. Die Gruppe hält rund 116 Millionen XRP-Token, und ihre Bestände stiegen im Quartal um gut 90 Millionen Token. Das ist der größte Zuwachs einer Kategorie. Bloomberg Intelligence ordnet die 30 Einreicher zudem nach Typen ein, von Banken über Hedgefonds bis zu Trading-Häusern. Die Advisor-Gruppe liegt damit deutlich über jeder Einzelposition eines einzelnen Unternehmens.

Die meisten übrigen führenden Halter stammen aus dem Handel. Jane Street und IMC sind quantitative Handelsfirmen, Flow Traders ist auf ETP-Market-Making spezialisiert. Millennium Management und Citadel Advisors gehören zu den größeren Multi-Strategy-Hedgefonds. Millennium war zeitweise der größte Hedgefonds-Halter des Bitcoin-ETFs IBIT. Susquehanna und Parallax Volatility Advisers handeln vor allem Optionen und Volatilität. Wolverine Asset Management ist ebenfalls im Market Making und Eigenhandel tätig. Diese Firmen stellen an Börsen fortlaufend Geld- und Briefkurse. Ihre Bestände entstehen typischerweise aus laufender Handelstätigkeit.

Ein großer 13F-Eintrag bedeutet daher nicht zwangsläufig eine positive Markterwartung. In vielen Fällen spiegeln solche Bestände Liquiditätsbereitstellung, Arbitrage-Inventar oder Absicherungen wider, die sich innerhalb weniger Tage wieder auflösen können. Ein Market Maker kann gleichzeitig einen ETF-Anteil halten und das Preisrisiko über Futures absichern. Investment Advisors hingegen allokieren für Kundenportfolios, oft über Modellportfolios mit mehrjährigem Horizont. Solche Allokationen ändern sich daher meist seltener als Handelsbestände. Bei Spot-Bitcoin-ETFs ist diese Gruppe inzwischen die größte institutionelle Halterkategorie.