Deutschland stellt 122 der 394 MiCA-lizenzierten Kryptounternehmen im ESMA-Register
Wichtige Erkenntnisse
- •Das interim MiCA-Register der ESMA listet 394 lizenzierte Kryptodienstleister, davon 122 in Deutschland — fast ein Drittel der EU-Gesamtzahl, gegenüber 36 in Frankreich und 29 in den Niederlanden.
- •Deutschlands Lizenzzahl stieg von 53 Unternehmen im April 2026 auf 79 bis August 2026; zu den Oktober-Neuzugängen gehörten Genossenschaftsbanken wie Raiffeisenbank Eifel eG und Volksbank Niederrhein eG.
- •BaFin führt die hohe Lizenzzahl auf die Größe des deutschen Finanzsektors und den nationalen Lizenzierungsrahmen vor MiCA zurück, der einigen Firmen eine vereinfachte Zulassung ermöglichte.
- •Die MiCA-Übergangsfrist lief EU-weit am 1. Juli 2026 ab: Unternehmen, die ohne Lizenz für EU-Kunden tätig sind, verstoßen gegen EU-Recht und müssen ihre Kryptodienste einstellen.
- •Die ESMA verlangte von un lizenzierten Firmen Abwicklungspläne mit geordnetem Marktaustritt, Kundeninformation und der Möglichkeit, digitale Vermögenswerte zu einem zugelassenen Anbieter oder in eine Non-Custodial-Wallet zu übertragen.

Deutschland beherbergt fast ein Drittel der Kryptounternehmen, die unter der EU-Verordnung über Kryptomärkte (MiCA) lizenziert sind. Das interim Register der EU, das von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) geführt wird, listet nun 394 lizenzierte Anbieter auf, von denen 122 in Deutschland ansässig sind — ein großer Teil davon lokale Genossenschaftsbanken. Frankreich folgt mit 36 lizenzierten Unternehmen, die Niederlande mit 29. Da die EU-weite Übergangsfrist nun abgelaufen ist, dient das Register als offizielle Referenz dafür, welche Unternehmen noch legal Kryptodienstleistungen für europäische Kunden anbieten dürfen.
Deutschlands Vorsprung wächst 2026 weiter
Deutschlands Vorsprung hat sich in diesem Jahr stetig vergrößert. Ein April-2026-Snapshot des ESMA-Registers von Binar zeigte Deutschland mit 53 lizenzierten Unternehmen, mehr als 26 % der EU-Gesamtzahl zu diesem Zeitpunkt. Im August meldete Cointelegraph — in einer von Bloomingbit zusammengefassten Aktualisierung —, dass Deutschland 79 Lizenzen erreicht hatte, nachdem sechs Genossenschaftsbanken in einer einzigen Aktualisierung hinzugefügt worden waren, gegenüber 57 Ende Juni.
Laut demselben Bericht teilte BaFin, die deutsche Finanzaufsicht, Cointelegraph mit, dass die hohe Zahl die Größe des deutschen Finanzsektors und die Anzahl der Kreditinstitute widerspiegelt, die Kryptodienstleistungen anbieten können. BaFin wies zudem darauf hin, dass Deutschland vor MiCA einen nationalen Lizenzierungsrahmen für Kryptounternehmen betrieb, der einigen Firmen eine vereinfachte Zulassung ermöglichte. Diese beiden Faktoren bilden laut BaFin den Hintergrund für eine Reihe von Neuzugängen, die Deutschlands Abstand zu Frankreich und den Niederlanden weiter vergrößert haben.
Genossenschaftsbanken prägen die jüngsten Neuzugänge
Genossenschaftsbanken machen weiterhin einen großen Teil der jüngsten Einträge aus. Register-Tracker wie Penning listen neue deutsche Genossenschaftsbanken im Oktober auf, darunter Raiffeisenbank Eifel eG (zulassungsfähig seit 19. Oktober 2026) und Volksbank Niederrhein eG (zulassungsfähig seit 22. Oktober 2026). Dieses Muster zeigt, dass sich regulierte Kryptodienste über die etablierten Kreditinstitute Deutschlands ausweiten — im Einklang mit den von BaFin genannten Faktoren für die hohe Zahl.
Die Länderwerte variieren zwischen den Trackern teilweise, weil das ESMA-Register bereits einige Zulassungen listet, die erst später im November in Kraft treten. Penning, das nur bereits in Kraft getretene Zulassungen zählt, wies zum 6. November 117 lizenzierte Firmen in Deutschland von 387 EU-weit aus. Für Leser, die den Marktzugang verfolgen, bleibt das interim ESMA-Register die offizielle Referenz, während Tracker von Drittanbietern schnellere, aber teils abweichende Snapshots liefern.
Was das Ende der Übergangsfrist bedeutet
Die Lizenzzahl ist relevant, weil die Übergangsfrist für Kryptounternehmen abgelaufen ist. In ihrer Erklärung zum Ende der Übergangsfristen unter MiCA teilte die ESMA mit, dass die Übergangsfrist EU-weit am 1. Juli 2026 ablief. Nach diesem Datum verstoßen alle Unternehmen, die ohne MiCA-Lizenz Kryptodienstleistungen für EU-Kunden erbringen, gegen EU-Recht und müssen diese Dienste einstellen.
Die ESMA forderte zudem un lizenzierte Unternehmen auf, Abwicklungspläne vorzubereiten. Diese sehen laut ForkLog einen geordneten Marktaustritt vor: Kunden sind zu informieren, und diese können digitale Vermögenswerte zu einem zugelassenen Anbieter oder in eine Non-Custodial-Wallet übertragen. Für Kunden wird das Register damit zu einem praktischen Filterinstrument: Eine Plattform, die dort nicht gelistet ist, darf EU-Kunden nicht mehr legal bedienen.
Die ESMA führt das interim MiCA-Register, das alle paar Wochen aktualisiert wird. Da weiterhin neue Zulassungen hinzukommen — insbesondere von deutschen Banken — werden sich die Länderwerte voraussichtlich weiter ändern, und die bereits im Register erfassten November-Zulassungen werden die Zahlen in künftigen Aktualisierungen erneut verschieben.
Quellen
- ESMA: Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA), interim MiCA register
- ESMA: Statement on the end of transitional periods under MiCA
- Binar: MiCA April 2026 EU crypto market snapshot
- Bloomingbit: Germany Extends MiCA Lead to 79 CASP Licenses
- Penning: MiCA CASP Register
- ForkLog: MiCA transitional period expires in the EU
- BSC News (Originalbericht): Deutschlands MiCA-lizenzierte Kryptounternehmen im ESMA-Register