Deutsche Großhandelspreise steigen im Juli nach Auslaufen der Energiesteuersenkung
Wichtige Erkenntnisse
- •Die deutschen Großhandelspreise stiegen im Juli um 0,2 % gegenüber dem Vormonat und um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr, nach einem monatlichen Rückgang von 0,7 % und einem Jahresanstieg von 4,9 % im Juni.
- •Die Preise für Mineralölprodukte stiegen im Monatsvergleich um 4,0 %, vor allem weil die seit Juni 2022 geltende vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel Ende Juni auslief.
- •Nichteisenerze, Metalle und Metallhalbzeug verbilligten sich um 3,9 % gegenüber dem Vormonat, lagen aber 27,8 % über dem Vorjahresniveau – im Einklang mit der diesjährigen Rally der Industriemetalle, die Kupfer auf Rekordhochs getrieben hat.
- •Die Preise für Geräte der Informations- und Kommunikationstechnologie stiegen um 1,1 % im Monatsvergleich und 9,0 % im Jahresvergleich und verstärkten damit den gesamten Jahresanstieg.
- •Die Europäische Zentralbank hält ihren Einlagensatz bei 2 % und verfolgt einen sitzungsbezogenen, datenabhängigen Ansatz, weshalb vorgelagerte Indikatoren wie der Großhandelspreisindex zur beobachteten Datenbasis vor den Inflationsdaten des Euroraums gehören.

Kerndaten:
- Großhandelspreise Juli: +0,2 % gegenüber dem Vormonat (Vorwert: -0,7 %)
- Großhandelspreise Juli: +5,3 % gegenüber dem Vorjahr (Vorwert: +4,9 %)
Die deutschen Großhandelspreise sind im Juli leicht gestiegen, wobei der Anstieg vor allem auf eine erneute Verteuerung von Mineralölprodukten zurückgeht, wie aus den monatlichen Großhandelspreisdaten hervorgeht, die das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht hat. Der Großhandelspreisindex erfasst die Preise der von Großhändlern verkauften Waren und wird als Frühindikator für die künftige Entwicklung der Verbraucherpreisinflation genau beobachtet, da die Großhandelskosten den Einzelhandelspreisen vorgelagert sind.
Ein wesentlicher Faktor hinter der Entwicklung im Juli war das Auslaufen der vorübergehenden Senkung des Energiesteuersatzes auf Benzin und Diesel, die nach dem 30. Juni endete. Diese Entlastung galt seit Juni 2022, als Berlin die Steuer auf das nach EU-Recht zulässige Mindestmaß senkte, um Autofahrer nach Russlands Invasion der Ukraine vor Rekordkraftstoffpreisen zu schützen; sie war mehrfach verlängert worden, bevor sie schließlich auslief. Das Ende dieser Entlastungsmaßnahme trug dazu bei, dass die Preise für Mineralölprodukte im Monatsvergleich um 4,0 % stiegen. Gemessen am Juli 2025 sind Mineralölprodukte im Durchschnitt mehr als 24 % teurer als ein Jahr zuvor.
An anderer Stelle im Index gingen die Preise für Nichteisenerze, Metalle und Metallhalbzeug im Monatsvergleich um 3,9 % zurück, liegen aber weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau und wiesen gegenüber dem entsprechenden Monat des Vorjahres einen Anstieg von 27,8 % auf. Der starke Jahreszuwachs deckt sich mit der breiten Rally der Industriemetalle in diesem Jahr, die Kupfer angesichts US-amerikanischer Zollmaßnahmen und von Angebotsstörungen auf Rekordhochs getrieben hat.
Die weitere nennenswerte Steigerung im Juli entfiel auf Geräte der Informations- und Kommunikationstechnologie, die im Monatsvergleich um 1,1 % zulegten. Diese Kategorie verzeichnet auch gegenüber dem Juli des Vorjahres einen deutlichen Anstieg von 9,0 % im Jahresvergleich, was den gesamten Jahresvergleichswert zusätzlich verstärkt.
Insgesamt deuten die Zahlen darauf hin, dass die deutschen Großhandelspreise infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran weiter leicht ansteigen – und nicht nur im Energiesektor, auch wenn dieser nach wie vor den größten Teil des Anstiegs im Vergleich zur Preisentwicklung vor einem Jahr ausmacht. Da die Europäische Zentralbank ihren Einlagensatz bei 2 % hält und einen sitzungsbezogenen, datenabhängigen Ansatz betont, bleiben vorgelagerte Indikatoren wie der Großhandelspreisindex Teil der beobachteten Datenbasis im Vorfeld der Inflationsdaten des Euroraums.
Quelle: Investinglive