Wichtige Ereignisse heute: Deutscher CPI im Fokus, Dallas-Fed-PMI in der US-Sitzung
Wichtige Erkenntnisse
- •Der deutsche CPI wird voraussichtlich von 2,8 % auf 3,0 % im Jahresvergleich steigen, dürfte aber den kurzfristigen Zinspfad der EZB kaum verändern.
- •Weitgehend erwartet wird eine Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte auf 2,50 % zur Eindämmung der inflationären Effekte des USA-Iran-Krieges, wobei kaum Bereitschaft für eine weitere Straffung signalisiert wird.
- •Die Märkte passen ihre Fed-Erwartungen nach Warshs hawkischen Jackson-Hole-Äußerungen neu an, wonach die Finanzierungsbedingungen nicht allgemein restriktiv seien.
- •Der US-Dollar und Gold sind auf das Niveau vor der Ankündigung des US-Finanzministeriums zurückgekehrt, während sich die Währungsentwertungs-Trades korrigieren.
- •Der Markt preist nun eine Wahrscheinlichkeit von 60 % für eine Fed-Erhöhung im September ein, die weitgehend vom US-CPI-Bericht am 11. September abhängt.

Europäische Sitzung
Die europäische Sitzung bietet nur eine nennenswerte Veröffentlichung: den deutschen CPI, der voraussichtlich einen jährlichen Anstieg auf 3,0 % gegenüber 2,8 % zuvor zeigen wird. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft des Euroraums, weshalb seine Inflationsdaten als wichtiger Vorbote für preisliche Entwicklungen im gesamten Euroraum gelten, noch bevor die aggregierten Eurozonen-Zahlen erscheinen. Wie immer kommt der Kernrate, die volatile Nahrungs- und Energiebestandteile ausklammert, größeres Gewicht zu, da sie den zugrunde liegenden Trend, auf den die EZB abzielt, besser abbildet. Insgesamt dürften die Daten für die EZB nichts ändern, sodass die Marktreaktion wahrscheinlich gedämpft ausfallen wird.
Zur Erinnerung: Weitgehend erwartet wird, dass die EZB bei ihrer kommenden Sitzung um 25 Basispunkte erhöht und den Leitzins auf 2,50 % anhebt. Dies wurde auch von „EZB-Kreisen“ bestätigt, die sagten, die Notenbanker seien bereit, die Zinsen zu erhöhen, um die Auswirkungen des USA-Iran-Krieges einzudämmen, fügten jedoch hinzu, dass es wenig Bereitschaft gibt, eine weitere Straffung zu signalisieren. Diese Zurückhaltung, sich auf weitere Schritte festzulegen, deutet darauf hin, dass die EZB diese Erhöhung als Reaktion auf die inflationären Folgen des Krieges behandelt und nicht als Beginn eines breiteren Straffungszyklus – weshalb selbst ein hoher deutscher CPI-Wert den kurzfristigen Zinspfad kaum verschieben dürfte.
Amerikanische Sitzung
Der Kalender der amerikanischen Sitzung ist schwach besetzt und umfasst lediglich den Dallas-Fed-Einkaufsmanagerindex, der bei 1,60 gegenüber 1,30 zuvor erwartet wird. Dabei handelt es sich um einen Indikator zweiter Klasse, der nur die Region Texas abdeckt und noch nie ein marktbewegendes Ereignis war. Die Aufmerksamkeit gilt stattdessen weiterhin der Frage, wie die Märkte die jüngsten Äußerungen der Fed verarbeiten.
Die Märkte passen derzeit ihre Erwartungen an die Zinssätze der Fed neu an, nachdem Warshs hawkische Rede beim Jackson-Hole-Symposium, der jährlichen Versammlung der Federal Reserve in Wyoming, bei der die Notenbanker traditionell die Richtung der Politik andeuten. Die Schlüsselpassage war seine Aussage: „Ich könnte mich schwer damit tun, die allgemeinen Finanzierungsbedingungen als restriktiv zu bezeichnen." Der Markt interpretierte dies so, dass er sich gegen die jüngste Lockerung der Finanzierungsbedingungen wendet, und zog diese daraufhin wieder an.
Dieser Prozess hat die Korrekturen bei den „Währungsentwertungs“-Trades verlängert, wobei der US-Dollar und Gold im Wesentlichen auf das Niveau vor der Ankündigung des US-Finanzministeriums zurückgekehrt sind. Auch die Wahrscheinlichkeiten einer Zinserhöhung für die Septembersitzung sind gestiegen, wobei der Markt nun eine Chance von 60 % für eine Erhöhung einpreist – ein Ausgang, der wohl größtenteils vom nächsten US-CPI-Bericht am 11. September entschieden wird, der die letzte große Inflationsprüfung vor der Entscheidung der Fed darstellt.