NachrichtenKryptoRipple-CEO Brad Garlinghouse: XRP birgt weniger Transaktionsrisiko als SWIFT

Ripple-CEO Brad Garlinghouse: XRP birgt weniger Transaktionsrisiko als SWIFT

Autor: Coinpaper·

Wichtige Erkenntnisse

  • Garlinghouse vertritt die Ansicht, dass die Abwicklungsdauer und nicht allein die Preisvolatilität die dominierende Risikoquelle bei grenzüberschreitenden Zahlungen ist.
  • Eine durchschnittliche SWIFT-Überweisung benötigt etwa drei Tage bis zur Abwicklung, während XRP-Transaktionen auf dem XRP Ledger in der Regel in drei bis fünf Sekunden abgeschlossen sind.
  • SWIFT integriert Shared-Ledger-Technologie in seine bestehende Infrastruktur und testet die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte in Pilotprojekten mit großen Finanzinstituten.
  • Das traditionelle SWIFT-System verlangt von Banken, Nostro- und Vostro-Konten vorzufinanzieren, wodurch ruhendes Kapital über Korrespondenzinstitute hinweg gebunden wird, um Liquidität in Zielwährungen sicherzustellen.
  • Jüngste Ripple-Dokumentation zeigt, dass seine Zahlungsinfrastruktur mit SWIFT-Nachrichten interoperabel sein kann, was darauf hindeutet, dass die beiden Systeme eher komplementär als konkurrierend sein könnten.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse: XRP birgt weniger Transaktionsrisiko als SWIFT

Garlinghouse: Abwicklungsdauer, nicht nur Volatilität, bestimmt das Risiko bei grenzüberschreitenden Zahlungen

Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat die Debatte über grenzüberschreitende Zahlungen neu entfacht und argumentiert, dass XRP Institute einem geringeren Transaktionsrisiko aussetzt als traditionelle SWIFT-Überweisungen — obwohl XRP von Natur aus volatiler ist als Fiatwährungen. Das Argument wurde kürzlich von dem Krypto-Researcher SMQKE auf X erneut aufgegriffen.

Die Diskussion gewann wieder an Aufmerksamkeit, nachdem SWIFT seine Blockchain-Strategie skizziert und erklärt hatte, das globale Zahlungsnetzwerk, dem derzeit mehr als 11.500 Finanzinstitute in über 200 Ländern und Gebieten vertrauen, aufrüsten statt ersetzen zu wollen. Anstatt ein völlig neues System aufzubauen, integriert SWIFT Shared-Ledger-Technologie in seine bestehende Infrastruktur, um tokenisierte Abwicklung mit der Skalierbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Interoperabilität zu verbinden, die das heutige Bankennetz bereits bietet. SWIFT testet die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte bereits aktiv in Pilotprojekten mit großen Finanzinstituten, was darauf hindeutet, dass die Modernisierung bereits im Gang ist.

Als Reaktion auf die Aussagen von SWIFT teilte SMQKE ein Dokument, in dem Garlinghouse erklärte, dass die Abwicklungsdauer — und nicht allein die Preisvolatilität — die Hauptquelle des Risikos bei grenzüberschreitenden Zahlungen sei.

XRP als schnellere Alternative mit geringerem Risiko

Laut Garlinghouse dauert die Abwicklung einer durchschnittlichen SWIFT-Überweisung etwa drei Tage oder rund 270.000 Sekunden. Während dieses Zeitfensters bleiben Institute Wechselkursschwankungen, Liquiditätskosten, Gegenparteirisiken und Abwicklungsunsicherheit ausgesetzt, was häufig kostspielige Absicherungsstrategien erforderlich macht. Das traditionelle System hängt außerdem von vorfinanzierten Konten ab — den sogenannten Nostro- und Vostro-Konten —, bei denen Banken Kapital im Voraus über mehrere Korrespondenzinstitute hinweg binden müssen, um Liquidität in den Zielwährungen sicherzustellen. Dadurch werden erhebliche ruhende Mittel gebunden, die andernfalls anderweitig eingesetzt werden könnten.

Im Gegensatz dazu werden XRP-Transaktionen auf dem XRP Ledger in der Regel in nur drei bis fünf Sekunden abgewickelt. Garlinghouse machte geltend, dass XRP zwar volatiler sei als Fiatwährungen, die extrem kurze Haltedauer jedoch zu einer geringeren gesamten Marktexponierung führe.

"If you compare 270,000 seconds in a low-volatility asset to three or four seconds in a highly volatile asset like XRP, it turns out you're taking less volatility risk with an XRP transaction than you are fiat."

Er fügte hinzu, dass Institute den Bedarf an teurer Absicherung weitgehend vermeiden könnten, weil XRP nur kurz gehalten werde, bevor es in die Zielwährung umgewandelt wird.

"With XRP, it's happening so fast you don't really need to hedge it because you're in and out of it in a few seconds."

Zwei Ansätze für die Zukunft globaler Zahlungen

Der Vergleich verdeutlicht zwei unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft internationaler Zahlungen. SWIFT modernisiert sein etabliertes Bankennetzwerk mit Funktionen für tokenisierte Abwicklung, während Ripple XRP weiterhin als blockchainnativen Brückenwert positioniert, der nahezu sofortige Abwicklung ohne vorfinanzierte Konten ermöglicht.

Bemerkenswert ist, dass eine jüngste Ripple-Dokumentation zeigte, dass seine Zahlungsinfrastruktur mit SWIFT-Nachrichten interoperabel sein kann. Dies macht deutlich, dass Blockchain-Innovation und traditionelle Bankenschienen nicht zwangsläufig konkurrierende Systeme sind. Die Zukunft grenzüberschreitender Zahlungen könnte möglicherweise SWIFTs globale Konnektivität mit blockchainbasierter Echtzeitabwicklung verbinden, um schnellere und effizientere internationale Transaktionen zu ermöglichen.

Quelle: Coinpaper