NachrichtenKryptoGalaxy stellt bis zu 5 Mio. US-Dollar für Entwickler von Post-Quanten-Kryptografie für Bitcoin bereit

Galaxy stellt bis zu 5 Mio. US-Dollar für Entwickler von Post-Quanten-Kryptografie für Bitcoin bereit

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Galaxy Digital hat bis zu 5 Mio. US-Dollar für Open-Source-Bitcoin-Entwickler zugesagt, die sich auf Post-Quanten-Kryptografie konzentrieren.
  • Das Unternehmen hat einen Quanten-Beirat gebildet, dem Barry Sanders, Damien Bérubé und Eran Tromer angehören.
  • Glassnode schätzt, dass rund 30% des Bitcoin-Angebots gefährdet sein könnten, falls kryptografisch relevante Quantencomputer verfügbar werden.
  • Das NIST veröffentlichte im August 2024 drei Standards für Post-Quanten-Kryptografie, die Schlüsselvereinbarung und digitale Signaturen abdecken.
  • Jedes Post-Quanten-Upgrade von Bitcoin würde technische Prüfung, Implementierungsarbeiten und eine breite Koordination im Ökosystem erfordern.
Galaxy stellt bis zu 5 Mio. US-Dollar für Entwickler von Post-Quanten-Kryptografie für Bitcoin bereit

Galaxy Digital hat Zuschüsse von bis zu 5 Mio. US-Dollar für Open-Source-Entwickler zugesagt, die an Post-Quanten-Kryptografie für Bitcoin arbeiten.

Das Unternehmen richtete außerdem einen Quanten-Beirat als Teil seiner Bitcoin Quantum Readiness Initiative ein, die es am Dienstag ankündigte. Nach Angaben von Galaxy gehören dem Beirat Barry Sanders, Professor und wissenschaftlicher Direktor von Quantum City an der University of Calgary, Damien Bérubé, MIT Sea Grant Knauss Fellow, sowie Eran Tromer, Professor für Informatik an der Boston University, an.

Das Zuschussprogramm soll Arbeiten an quantenresistenten Upgrade-Vorschlägen, Post-Quanten-Kryptografie, Bitcoin-Signaturschemata, Migrationswerkzeugen für Wallets und Verwahrer sowie formalen Sicherheitsaudits unterstützen. Diese Bereiche sind für eine mögliche künftige Umstellung von Bitcoin zentral, da Änderungen an Signaturschemata nicht nur die kryptografische Forschung betreffen würden, sondern auch Protokolldesign, Wallet-Software, Verwahrsysteme und Verfahren zur Nutzermigration.

Die mögliche Gefährdung von Bitcoin durch künftige Quantencomputing-Fähigkeiten ist zunehmend Gegenstand der Diskussion. Der Analyseanbieter Glassnode erklärte, dass etwa 30% des Bitcoin-Angebots gefährdet sein könnten, falls kryptografisch relevante Quantencomputer entstehen. Diese Zahl umfasst 10% des Angebots, das aufgrund seines Output-Typs als „strukturell unsicher“ beschrieben wird, sowie weitere 20%, die aufgrund von Praktiken beim Schlüssel- oder Adressmanagement als „operativ unsicher“ gelten.

Quelle: Glassnode

Debatte über Zeitpläne für Quantencomputing hält an

Der Zeitrahmen für einen praktischen Durchbruch im Quantencomputing bleibt in der Bitcoin- und Kryptografie-Community umstritten.

Im November 2025 sagte Blockstream-CEO Adam Back, Bitcoin sei mindestens in den nächsten 20 bis 40 Jahren keiner nennenswerten Quantenbedrohung ausgesetzt. Back sagte, dieser Zeitraum gebe dem Netzwerk ausreichend Zeit, Post-Quanten-Kryptografiestandards zu übernehmen, die vom National Institute of Standards and Technology (NIST) des US-Handelsministeriums genehmigt wurden.

Im August 2024 veröffentlichte das NIST drei Standards für Post-Quanten-Kryptografie, die Schlüsselvereinbarung und digitale Signaturen abdecken. Die Standards umfassen Algorithmen für Schlüsselaustausch, digitale Signaturen und hashbasierte Signaturen, die künftig branchenübergreifend für Post-Quanten-Migrationen genutzt werden könnten, einschließlich potenzieller Bitcoin-Upgrades.

Im Dezember 2025 veröffentlichte Blockstream Research ein Papier, das ein hashbasiertes Signaturschema als „vielversprechenden Weg zur Sicherung von Bitcoin in einer Post-Quanten-Welt“ vorschlägt. Der Vorschlag würde die ECDSA- und Schnorr-Signaturen von Bitcoin durch ein Schema ersetzen, dessen Sicherheit ausschließlich von kryptografischen Hashfunktionen abhängt.

Das Vermögensverwaltungsunternehmen Bernstein erklärte in einem Bericht vom April, dass Bitcoin etwa drei bis fünf Jahre habe, um sich auf ein Post-Quanten-Sicherheitsupgrade vorzubereiten. Ein solches Upgrade müsste weiterhin den Open-Source-Entwicklungsprozess von Bitcoin durchlaufen, einschließlich technischer Prüfung, Implementierungsarbeiten und breiter Koordination im Ökosystem, bevor Nutzer und Dienstleister es übernehmen könnten.