Bitcoiner gewarnt: Französische Steuerbehörde bestätigt Datenleck mit Hunderttausenden offengelegten Datensätzen
Wichtige Erkenntnisse
- •Forscher schätzen, dass das Leck rund 392.867 Einzelpersonen und 285.570 Unternehmen betrifft.
- •Zu den offengelegten Daten gehören Berichten zufolge Namen, Adressen, Steueridentifikationsnummern, Einkommensangaben und Kontaktdaten.
- •Das Datenleck wurde öffentlich, nachdem ein Hacker unter dem Namen „ZeroBytes“ Zugang zu internen DGFiP-Systemen beanspruchte und angab, die Daten nur teilweise extrahiert zu haben.
- •Der Hacker bietet den Datensatz Berichten zufolge für mehrere Tausend Euro zum Verkauf an.
- •Der Vorfall hat neue Warnungen für Bitcoin-Besitzer in Frankreich ausgelöst, wo Datenlecks die Gefahr von Phishing, Betrug und Wrench-Angriffen erhöhen können.

Die französische Steuerverwaltung hat bestätigt, dass Hacker in ihr Informationssystem eingedrungen sind und dabei sensible finanzielle und persönliche Daten von Hundertausenden Steuerzahlern und Unternehmen offengelegt wurden — ein Leck, das neue Warnungen für Bitcoin-Besitzer in einem Land ausgelöst hat, das sowohl eine Vorgeschichte von Datenlecks als auch von gewalttätiger, auf Krypto abzielender Kriminalität hat.
Der Bitcoin-Entwickler Jameson Lopp schlug auf X am Freitag Alarm und bezeichnete das Leck als „schlechte Nachrichten für Bitcoiner, die im führenden Land für Wrench-Angriffe leben“. Lopp hat einen Tracker erstellt, der Wrench-Angriffe — Vorfälle, bei denen physische Gewalt eingesetzt wird, um Krypto zu stehlen — weltweit erfasst; der Tracker wird öffentlich auf GitHub gepflegt. Ein großer Teil davon ereignet sich in Frankreich, wo bereits zuvor Daten geleakt wurden — ein Hinweis darauf, wie persönliche Informationen aus einem Datenleck später in Betrugs- oder Erpressungsversuchen gegen identifizierbare Ziele wiederverwendet werden können.
More bad news for Bitcoiners living in the leading country for wrench attacks. The French tax authority has been hacked and 678K records leaked. 26,805 people with income over 100K€ 386 people with income over 1M€ 8 people with income over 10M€
— Jameson Lopp (@lopp) August 14, 2026
Die Nachricht kommt einen Tag nachdem der Hardware-Wallet-Hersteller Trezor ein Datenleck bekannt gegeben hatte, bei dem Kundendaten offengelegt wurden.
Cybersicherheitsforscher von FrenchBreaches, die Proben der geleakten Daten überprüft haben, berichteten, dass sich die betroffenen Datensätze auf rund 392.867 Einzelpersonen und 285.570 Unternehmen verteilen. Von den Einzelpersonen haben Schätzungen zufolge 26.805 ein gemeldetes zu versteuerndes Jahreseinkommen von 100.000 € oder mehr, 384 übersteigen 1 Million € nicht — korrekt: 386 übersteigen 1 Million € und acht übersteigen 10 Millionen €. Der Hacker soll den vollständigen Datensatz für mehrere Tausend Euro zum Verkauf anbieten.
Das Datenleck wurde am 12. August erstmals öffentlich bekannt, als ein Hacker unter dem Alias „ZeroBytes“ in einem Cybercrime-Forum behauptete, in interne DGFiP-Server eingedrungen zu sein und VPN-Zugangsdaten erlangt zu haben, die ein internes Nachschlagewerkzeug mit Daten zu Millionen von Steuerzahlern freischalteten. Nach eigener Darstellung des Hackers wurde die Datenextraktion unterbrochen, bevor sie abgeschlossen werden konnte, sodass lediglich ein unvollständiger Datensatz mit 678.438 Einträgen vorliege.
Zu den offengelegten Datenproben gehören Berichten zufolge hochsensible Informationen: vollständige amtliche Namen, Geburtsdaten und -orte, Wohn- und Postanschriften, Familienstand, Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen, interne Steueridentifikationsnummern, Referenzsteuereinkommen, individuelle Quellensteuersätze, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Aufzeichnungen früherer Korrespondenz mit Steuerbeamten. Für Personen, die Kryptowährungen halten oder öffentlich damit in Verbindung gebracht werden, kann diese Kombination aus Identitäts- und Kontaktdaten Imitationsversuche glaubwürdiger erscheinen lassen — auch ohne Zugang zu Wallets oder Passwörtern.
Sicherheitsanalysten warnen, dass diese Kombination aus Identitäts-, Kontakt- und Finanzdaten äußerst überzeugende Phishing-Kampagnen, die sich als Steuerbehörden ausgeben, sowie Identitätsdiebstahl und auf das Einkommensniveau oder die familiären Umstände der Opfer zugeschnittene Betrugsmaschen befeuern könnte.
Das Leck folgt auf ein Rekordjahr für derartige Verbrechen. 2025 war das bislang schlimmste Jahr für Wrench-Angriffe — auf Krypto zielende Entführungen — mit weltweit rund 55 gemeldeten Fällen im vergangenen Jahr laut TRM Labs. Lopps Tool zählte im vergangenen Jahr über 70. Auch das laufende Jahr zeichnet sich laut dem Tracker bereits schlecht ab: Bislang wurden 54 Angriffe dokumentiert.
Wrench-Angriffe sorgten im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als Verbrecher David Balland, Mitbegründer der Krypto-Hardware-Wallet-Marke Ledger, und seine Frau in Frankreich entführten. Die beiden wurden rund 24 Stunden festgehalten, bevor sie von den französischen Behörden befreit wurden.
Dieser Beitrag erschien erstmals bei Bitcoin Magazine und wurde von Mathew Di Salvo verfasst.