Französische Aufsichtsbehörde AMF kündigt Umsetzung der MiCA-Verordnung an und führt neue Compliance-Anforderungen für Krypto-Anlageinhaber ein
Wichtige Erkenntnisse
- •Die AMF hat die MiCA-Verordnung mit sofortiger Wirkung umgesetzt und damit Compliance-Verpflichtungen für alle Krypto-Anlageinhaber in Frankreich auferlegt.
- •Der Passporting-Mechanismus von MiCA erlaubt es Krypto-Asset-Dienstleistern, die in einem EU-Mitgliedstaat autorisiert sind, unter einer einzigen Lizenz im gesamten Binnenmarkt Dienstleistungen anzubieten.
- •Die Verordnung legt Regeln für CASP-Autorisierung, Stablecoin-Ausgabe und Deckung, Krypto-Asset-White-Papers, Verwahrmaßnahmen sowie die Verhinderung von Marktmissbrauch fest.
- •Bestehende französische PSAN-registrierte Unternehmen können bis Juli 2026 unter ihren nationalen Lizenzen weiterarbeiten, danach wird die volle MiCA-Autorisierung verpflichtend.
- •MiCA ersetzt eine zuvor zersplitterte Landschaft nationaler Vorschriften für digitale Vermögenswerte durch einen einheitlichen EU-weiten regulatorischen Rahmen, der den Anlegerschutz und die Marktstabilität stärken soll.

Die Autorité des marchés financiers (AMF), die französische Aufsichtsbehörde für Finanzmärkte, hat die Umsetzung der europäischen Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung angekündigt. Die Vorschriften treten sofort in Kraft und führen neue Compliance-Anforderungen für Krypto-Anlageinhaber sowohl bei zentralisierten als auch bei dezentralen Einrichtungen ein.
Die AMF bestätigte, dass die Verordnung Compliance-Verpflichtungen für alle Inhaber von Cryptoactifs vorsieht. Der Rahmen deckt Schlüsselbereiche ab, darunter die Autorisierung von Krypto-Asset-Dienstleistern (CASP), die Ausgabe und Deckung von Stablecoins, Krypto-Asset-White-Papers, Verwahrmaßnahmen sowie die Verhinderung von Marktmissbrauch. Unternehmen, die im Krypto-Bereich tätig sind, müssen künftig Transparenz in ihren Geschäftsabläufen gewährleisten, und betroffene Interessengruppen werden aufgefordert, ihre Compliance-Rahmen entsprechend zu überprüfen.
Vereinheitlichung des Umgangs mit digitalen Vermögenswerten in Europa
Die MiCA-Verordnung zielt darauf ab, den Umgang mit digitalen Vermögenswerten in den EU-Mitgliedstaaten zu vereinheitlichen und einen umfassenden Rahmen zu schaffen, der den Anlegerschutz und die Marktstabilität stärken soll. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt hin zu einem einheitlichen Standard für Krypto-Compliance in ganz Europa dar.
Ein zentrales Merkmal von MiCA ist der Passporting-Mechanismus, der es in einem EU-Mitgliedstaat autorisierten CASPs ermöglicht, unter einer einzigen Lizenz im gesamten Binnenmarkt Dienstleistungen anzubieten. Dies ersetzt das kostspielige und komplexe Verfahren der Einzelnachlassgenehmigungen in einzelnen Ländern und positioniert den 27-Nationen-Binnenmarkt der EU als eine der zugänglichsten Rechtsgebiete für regulierte Krypto-Aktivitäten weltweit.
Die Einführung von MiCA markiert einen Wendepunkt für Cryptoactifs. Die Verordnung könnte die Compliance-Strukturen vieler Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte neu gestalten und unterstreicht die zunehmende Aufsicht über die Krypto-Märkte, da Aufsichtsbehörden verstärkt darauf hinarbeiten, den Verbraucherschutz und die Marktintegrität zu stärken.
Regulatorischer Kontext
Die AMF als wichtigste finanzielle Aufsichtsbehörde Frankreichs beaufsichtigt die Finanzmärkte des Landes, einschließlich des wachsenden Sektors der Cryptoactifs. Frankreich betreibt seit 2019 sein eigenes Rahmenwerk für digitale Vermögenswerte — das PSAN-Regime (Prestataires de Services sur Actifs Numériques) —, das es der AMF ermöglicht, Krypto-Dienstleister optional nach nationalen Vorschriften zu lizenzieren. Die Umsetzung von MiCA etabliert einen einheitlichen regulatorischen Ansatz für digitale Vermögenswerte in den EU-Mitgliedstaaten und ersetzt die bisher zersplitterte Landschaft nationaler Vorschriften.
Bestehende PSAN-registrierte Unternehmen in Frankreich sehen sich nun einem Übergangsweg gegenüber: diejenigen, die vor dem Inkrafttreten von MiCA registriert wurden, können bis Juli 2026 unter ihrer nationalen Lizenz weiterarbeiten, danach wird die volle MiCA-Autorisierung verpflichtend. Dieser gestaffelte Ansatz gibt Bestandsunternehmen Zeit zur Anpassung und stellt gleichzeitig sicher, dass neue Marktteilnehmer von Beginn an den EU-weiten Rahmen einhalten müssen.
Wie es weitergeht
Marktteilnehmern wird empfohlen, die Entwicklungen rund um die Umsetzung von MiCA und deren Auswirkungen auf die Compliance genau zu beobachten. Die Reaktionen anderer Krypto-Rechtsgebiete könnten zusätzlichen Aufschluss darüber geben, wie sich das regulatorische Umfeld entwickelt. Die Risiken im Zusammenhang mit Non-Compliance im neuen Rahmen können Unternehmen und Trader dazu veranlassen, ihre operativen Strategien zu überdenken.
Weitere Details finden Sie in der offiziellen AMF-Ankündigung über AMF auf X.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar.