Ford Q2 2026 Gewinnvorschau: Analysten erwarten moderate Rückgänge, während der Ausblick in den Fokus rückt
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Konsens rechnet damit, dass Ford ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,35 bis 0,36 US-Dollar und Automotive-Umsätze von etwa 45,86 Milliarden bis 47,35 Milliarden US-Dollar ausweisen wird.
- •Die erwarteten Ergebnisse würden moderate Rückgänge gegenüber dem zweiten Quartal 2025 bedeuten.
- •Jefferies stufte Ford auf Buy hoch und setzte ein Kursziel von 17,50 US-Dollar, mit Verweis auf verbesserte operative Bedingungen und die Möglichkeit einer höheren Prognose.
- •Der Ausblick von Ford für 2026 sieht derzeit ein bereinigtes EBIT von 8,5 Milliarden bis 10,5 Milliarden US-Dollar, einen freien Cashflow von 5 Milliarden bis 6 Milliarden US-Dollar und Investitionsausgaben von 9,5 Milliarden bis 10,5 Milliarden US-Dollar vor.
- •Novelis nahm im vergangenen Monat den Betrieb an seinem Standort in New York wieder auf, was eine Erholung der F-Series-Produktion in der zweiten Jahreshälfte unterstützen könnte.

Ford Motor Company wird die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 nach Börsenschluss am Dienstag veröffentlichen, und die Erwartungen an der Wall Street sind vergleichsweise verhalten. Der Konsens rechnet mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 0,35 bis 0,36 US-Dollar und Automotive-Umsätzen von etwa 45,86 Milliarden bis 47,35 Milliarden US-Dollar.
Diese Werte würden moderate Rückgänge im Jahresvergleich bedeuten. Beim Automotive-Umsatz wird ein Rückgang um etwa 2 % bis 5 % gegenüber den von Ford im Q2 2025 ausgewiesenen 46,94 Milliarden US-Dollar erwartet, während auch das bereinigte Ergebnis je Aktie leicht unter dem Vorjahreswert liegen dürfte.
Ford-Aktien notierten am Dienstagnachmittag bei 14,88 US-Dollar und lagen damit vor der Veröffentlichung 1,34 % im Plus.
Analysten sehen das Quartal zunehmend als zyklischen Tiefpunkt und nicht als Zeichen einer breiteren Verschlechterung des Geschäfts. Die Gewinnschätzungen sind in den vergangenen zwei Monaten um 3,7 % gestiegen, was darauf hindeutet, dass sich die Erwartungen im Laufe des Quartals allmählich verbessert haben.
Eine Research-Notiz von Jefferies am Montag verstärkte diese Tonlage. Analyst Philippe Houchois stufte Ford von Hold auf Buy hoch und setzte ein Kursziel von 17,50 US-Dollar. Aus seiner Sicht verbessern sich die operativen Bedingungen, und das Management könnte bei der Ergebnisveröffentlichung die Prognose anheben.
Die Prognose steht im Mittelpunkt
Der aktuelle Ausblick von Ford für 2026 sieht ein bereinigtes EBIT zwischen 8,5 Milliarden und 10,5 Milliarden US-Dollar, einen freien Cashflow von 5 Milliarden bis 6 Milliarden US-Dollar sowie Investitionsausgaben von 9,5 Milliarden bis 10,5 Milliarden US-Dollar vor. Das Management hatte diese Prognose im April angehoben und dabei erwartete Rückerstattungen aus Zöllen berücksichtigt.
Houchois erwartet, dass Ford sich womöglich dem oberen Ende der EBIT-Spanne annähert, und verweist auf robuste Fundamentaldaten des US-Automarkts sowie stabilere Produktionsniveaus. Die US-Fahrzeugverkäufe stiegen im Juni im Jahresvergleich um 7,7 %, was ein günstiges Umfeld für die zweite Jahreshälfte schafft. Damit ist das Update nicht nur für das Quartal selbst wichtig, sondern auch dafür, wie Ford Produktion, Kosten und Cash-Generierung für den Rest des Jahres 2026 einordnet.
Wiederanlauf bei Novelis könnte die F-150-Produktion stützen
Ein weiteres zentrales Thema des Quartals ist die Versorgungslage bei Novelis. Der Aluminiumlieferant für die F-150-Montage von Ford nahm im vergangenen Monat den Betrieb an seinem Standort in New York wieder auf, nachdem zwei Brände zu Stillständen geführt hatten.
Die Unterbrechung hatte die Produktionsmengen der F-Series in der ersten Jahreshälfte begrenzt. Da die Materialversorgung nun wieder normal läuft, beobachten Anleger eine Erholung der Produktion in der zweiten Jahreshälfte, zumal die F-Series ein Kernbeitrag zum Truck-Geschäft von Ford und zu den Ergebnissen in Nordamerika ist.
Im Fokus steht zudem Ford Blue, das traditionelle Geschäft mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, mit Blick auf Anzeichen einer Margenausweitung. Dieser Bereich soll dazu beitragen, die anhaltenden Verluste bei Model e, der Elektrofahrzeug-Sparte von Ford, auszugleichen und hält damit die Trennung zwischen dem klassischen Geschäft und der EV-Ökonomie im Blick.
Ford hat die Umsatzschätzungen in fünf aufeinanderfolgenden Quartalen übertroffen und in sieben der vergangenen zehn Berichtsperioden die Gewinnerwartungen geschlagen.
Die Telefonkonferenz des Managements ist für Dienstag um 17:00 Uhr Eastern Time angesetzt.