NachrichtenMakroFlash-PMIs im Fokus, während die Märkte auf Jackson Hole und die Renditen von US-Staatsanleihen blicken

Flash-PMIs im Fokus, während die Märkte auf Jackson Hole und die Renditen von US-Staatsanleihen blicken

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die europäischen Flash-PMIs für den Euroraum und das Vereinigte Königreich dürften gegenüber dem Vormonat sinken.
  • Auch für die US-Flash-PMIs wird ein leichter Rückgang erwartet; sie dürften die Märkte kaum bewegen, sofern sie nicht stark abweichen.
  • Die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran und der Straße von Hormuz stützen die Ölpreise und erhöhen den Inflationsdruck.
  • Die über US-Breakeven-Renditen gemessenen Inflationserwartungen sind gestiegen, was zu stärkeren Edelmetallen und einem schwächeren US-Dollar beigetragen hat.
  • Es wird erwartet, dass die Federal Reserve die Zinsen im September unverändert lässt, während Anleger auf Jackson Hole und die nächsten NFP- und CPI-Berichte warten.
Flash-PMIs im Fokus, während die Märkte auf Jackson Hole und die Renditen von US-Staatsanleihen blicken

Europäische Session

Die europäische Session bringt die Flash-PMI-Werte – erstellt von S&P Global auf Grundlage monatlicher Befragungen von Einkaufsmanagern – für die großen Volkswirtschaften des Euroraums und das Vereinigte Königreich. Diese vorläufigen Schätzungen, die erste monatliche Momentaufnahme der Geschäftstätigkeit vor den endgültigen Zahlen, dürften flächendeckend unter das Niveau des Vormonats fallen, was die anhaltenden Störungen in der Straße von Hormuz – der Engstelle, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt – und die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran widerspiegelt. Werte über 50 signalisieren eine Expansion der Geschäftstätigkeit; Werte unter 50 signalisieren eine Kontraktion.

Allerdings dürften die Daten für die jeweiligen Zentralbanken – die Europäische Zentralbank und die Bank of England – kaum etwas ändern, sodass die Marktreaktion wahrscheinlich verhalten ausfallen wird. Die Aufmerksamkeit richtet sich derzeit auf den „Interventionsplan“ des US-Finanzministeriums, der darauf abzielt, den Anstieg der Langfristrenditen einzudämmen.

Dieser Plan hat die Finanzierungsbedingungen zu einem Zeitpunkt gelockert, an dem die Ölpreise langsam weiter anziehen. Die Inflationserwartungen, gemessen an den US-Breakeven-Renditen – der Differenz zwischen nominalen Renditen von US-Staatsanleihen und Renditen inflationsgeschützter Anleihen –, zeigen eine zunehmende Aufwärtsdynamik, was der Haupttreiber des Anstiegs der Edelmetalle und des Verkaufsdrucks auf den US-Dollar gewesen ist.

Amerikanische Session

Die amerikanische Session steht im Zeichen der US-Flash-PMIs, die ebenfalls etwas niedriger ausfallen dürften. Sofern die Werte keine großen Abweichungen aufweisen, dürften die Daten zu diesem Zeitpunkt kaum ins Gewicht fallen, da die Händler auf die Rede von Jackson Hole warten – das aufmerksam beobachtete jährliche Symposium der Federal Reserve, das jeden August von der Federal Reserve Bank of Kansas City in Wyoming veranstaltet wird – sowie auf die für September anstehenden Berichte zu den Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft (NFP) und zum Verbraucherpreisindex (CPI).

Das größere Ganze

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Eine Pattsituation zwischen den USA und dem Iran stützt die Ölpreise und erhöht den Inflationsdruck. Das US-Finanzministerium hat die Straffung der Finanzierungsbedingungen eingeschränkt, die zuvor dazu beigetragen hatte, den Inflationsschock zu begrenzen. Derweil wird erwartet, dass die Fed die Zinsen im September unverändert lässt und – bei sonst gleichbleibenden Bedingungen – die passive Lockerung der Finanzierungsbedingungen noch einige weitere Monate unterstützt.

Die Quelle schließt mit einem Hinweis: Sollte Kevin Warsh, ein ehemaliger Fed-Gouverneur, diese Dynamik in seiner Rede in Jackson Hole nicht ansprechen, wird erwartet, dass die Edelmetalle deutlich weiter anziehen.