Ehemaliger Bitcoin-Miner Firmus sichert sich 2 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur
Wichtige Erkenntnisse
- •Firmus hat eine strategische Eigenkapitalfinanzierung über 2 Milliarden US-Dollar erhalten, womit das im vergangenen Jahr neu aufgenommene Kapital auf über 3 Milliarden US-Dollar und die Post-Money-Bewertung auf mehr als 10,5 Milliarden US-Dollar steigt.
- •An der Finanzierungsrunde beteiligten sich erneut NVIDIA und Coatue; zusätzlich kamen Investitionen von Blackstone Tactical Opportunities und Jane Street hinzu.
- •Das Kapital soll Project Southgate beschleunigen, ein standortübergreifendes AI-Factory-Vorhaben in Australien, und die Expansion in den asiatisch-pazifischen Raum, einschließlich Indonesien, unterstützen.
- •Firmus begann als Anbieter von Kühltechnologie für das Bitcoin-Mining und verlagerte sich später auf KI-Rechenzentrumsinfrastruktur, was einen breiteren Branchentrend widerspiegelt.
- •Das Unternehmen steht wegen des Energie- und Wasserbedarfs seiner Anlagen unter Beobachtung; drei geplante Standorte in Tasmanien könnten mehr als 400 Megawatt Strom benötigen, während Australien für neue Rechenzentren einen überwiegend erneuerbaren Strommix vorschreibt.

Firmus hat die vollständigen Zusagen für eine strategische Eigenkapitalinvestition in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar erhalten und verschafft dem australischen KI-Infrastrukturunternehmen damit frisches Kapital, um Project Southgate zu beschleunigen und sich auf eine Expansion im asiatisch-pazifischen Raum vorzubereiten. Der Deal ist auch für die breitere Bitcoin-Branche bemerkenswert, weil Firmus seine Wurzeln in der Bitcoin-Mining-Infrastruktur hat, bevor sich das Unternehmen auf KI-Computing konzentrierte.
2-Milliarden-US-Dollar-Investition in Firmus beschleunigt den Ausbau der KI-Infrastruktur
Die Finanzierungsrunde umfasst eine Folgebeteiligung von NVIDIA und Coatue sowie neue Investitionen von Fonds, die von Blackstone Tactical Opportunities und anderen Blackstone-Vehikeln verwaltet werden, sowie eine zusätzliche Beteiligung von Jane Street. NVIDIAs anhaltendes Engagement ist besonders bedeutsam, da der GPU-Hersteller sowohl Investor als auch zentraler Technologieanbieter für Firmus ist und damit seine finanziellen Interessen mit dem Erfolg der auf seiner Hardware basierenden AI-Factory-Implementierungen verknüpft. Firmus sagte, das Kapital werde den Rollout seiner australischen AI Factory beschleunigen und gleichzeitig die Vorbereitungen für eine Expansion in andere Märkte im asiatisch-pazifischen Raum unterstützen.
Das Unternehmen baut seine Infrastruktur auf NVIDIAs Referenzarchitektur für die AI Factory und seiner proprietären HyperCube-Plattform auf.
Firmus sagte, das System kombiniere Rechenleistung, Kühlung, Stromversorgung und netzbewusste Software, um KI-Kapazitäten effizienter online zu bringen und die Tokens-pro-Watt-Performance zu verbessern. Diese Effizienzkennzahl ist zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal geworden, da Unternehmens- und Regierungskunden Infrastrukturanbieter zunehmend nach den Kosten pro Einheit KI-Ausgabe statt nur nach reiner Rechenleistung vergleichen. Der Ansatz spiegelt den wachsenden Wettbewerb um Strom und hochdichte Recheninfrastruktur wider, während die KI-Nachfrage steigt.
Die Investition hebt zudem die im vergangenen Jahr von Firmus neu aufgenommene Eigenkapitalsumme auf über 3 Milliarden US-Dollar, während die Post-Money-Bewertung des Unternehmens laut eigenen Angaben auf über 10,5 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Diese Größenordnung reiht Firmus in eine wachsende Gruppe von Infrastrukturanbietern ein, die erhebliche institutionelle Mittel für KI-Rechenkapazitäten anziehen, selbst wenn Hyperscaler wie Microsoft, Amazon, Google und Meta jährlich Dutzende Milliarden US-Dollar in den Aufbau eigener Rechenzentren investieren.
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3 Milliarden US-Dollar aufgenommen, während Firmus die KI-Factory-Kapazität in Australien ausbaut
Firmus’ unmittelbarer Schwerpunkt liegt auf Project Southgate, einem standortübergreifenden AI-Factory-Programm in ganz Australien. Das Unternehmen hat bereits eine mehrjährige Vereinbarung mit einem globalen Technologieunternehmen über rund 18.400 NVIDIA-GB300-GPUs in seiner Anlage in Melbourne unterzeichnet, was zeigt, dass die Expansion durch vertraglich gesicherte Nachfrage gestützt wird.
Das Unternehmen hat zudem seine australische Fertigungsbasis ausgebaut, anstatt sich vollständig auf ausländische Lieferanten zu verlassen. Firmus erklärte, dass seine inländische Lieferkette Komponenten wie Kühlung, Stromversorgung und integrierte Systemmodule abdecke, während die breitere Infrastrukturstrategie auf Energieeffizienz und Netzbeteiligung ausgerichtet sei.
Oliver Curtis, Co-Chief Executive Officer von Firmus, sagte, die Investition ermögliche es dem Unternehmen, an mehreren Fronten voranzukommen, einschließlich der Skalierung in ganz Australien und des „fast-tracking our capacity to expand into the wider Asia-Pacific region“. Firmus hat zudem Indonesien als frühe regionale Expansionsmöglichkeit identifiziert.
Wurzeln im Bitcoin-Mining zeigen die Verschiebung hin zum KI-Computing
Firmus’ Verbindung zu Bitcoin liefert zusätzlichen Kontext für die aktuelle Strategie des Unternehmens. TechCrunch berichtete im April, dass Firmus ursprünglich Kühltechnologien für das Bitcoin-Mining bereitgestellt habe, bevor sich das Unternehmen zu einem Infrastrukturunternehmen für KI-Rechenzentren entwickelte.
Dieser Wandel spiegelt eine breitere Entwicklung im Bitcoin-Mining-Sektor wider. Mining-Unternehmen haben zunehmend KI und High-Performance Computing geprüft, weil bestehende Standorte wertvolle Stromanschlüsse, Kühlsysteme und groß angelegte Infrastruktur bieten können.
Bewertung von 10,5 Milliarden US-Dollar bei Firmus steht vor Energie- und Wasserherausforderungen
Die Expansion von Firmus bringt auch infrastrukturelle und gesellschaftliche Aspekte mit sich. Das Unternehmen steht in Tasmanien wegen des Strom- und Wasserbedarfs seiner geplanten KI-Anlagen unter Beobachtung; ABC berichtete, dass drei geplante Standorte mehr als 400 Megawatt Strom benötigen könnten.
Australiens Energiepolitik könnte diese Anforderungen zunehmend wichtig machen. Reuters berichtete am 5. August, dass neue australische Rechenzentren überwiegend mit erneuerbarer Energie betrieben werden müssen, wodurch der Fokus mit dem Ausbau der KI-Infrastruktur stärker auf erneuerbarer Stromerzeugung und Netzkapazität liegt.
Firmus hat erklärt, dass seine Anlagen auf erneuerbare Energie und Netzintegration ausgelegt seien, während seine Infrastrukturstrategie auf die Reduzierung von Energie- und Wasserverbrauch abzielt. Die Fähigkeit des Unternehmens, diese Angaben im kommerziellen Maßstab umzusetzen, wird daher entscheidend dafür sein, ob sich die Bewertung durch operative Vermögenswerte und langfristige Kundenverträge stützen lässt.