FinCEN verknüpft 12,7 Milliarden Dollar an Krypto-Betrugsströmen mit überseeischen Banden
Wichtige Erkenntnisse
- •FinCEN brachte in einer Analyse von 33.904 Berichten nach dem Bank Secrecy Act (September 2023 bis Dezember 2025) rund 12,7 Milliarden Dollar an Finanzaktivitäten mit mutmaßlichen Kryptowährungsinvestment-Betrügereien in Verbindung.
- •Die Maschen werden überwiegend von transnationalen kriminellen Organisationen mit Sitz in Südostasien betrieben, die „Pig Butchering“-Taktiken einsetzen, darunter falsche Identitäten, Romantikmanipulation und betrügerische Anlageplattformen.
- •Die Zahl der Verdachtsmeldungen stieg im Durchschnitt um 10,9 % pro Monat, das gemeldete Finanzvolumen um etwa 18 % pro Monat im Betrachtungszeitraum.
- •Finanzunternehmen im Zahlungsdienstbereich reichten 55 % der Berichte mit rund 5,5 Milliarden Dollar ein, Banken 41 % der Berichte mit etwa 6,4 Milliarden Dollar.
- •FinCEN wies Finanzinstitute an, Transaktionen im Zusammenhang mit überseeischen Betrugszentren zu überwachen, und hob Stablecoin-Überweisungen als zentrales Instrument zur grenzüberschreitenden Verschiebung illegaler Erlöse hervor.

Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministeriums hat rund 12,7 Milliarden Dollar an Finanzaktivitäten mit mutmaßlichen Kryptowährungsinvestment-Betrugsdelikten in Verbindung gebracht, die von überseeischen Betrugsnetzwerken betrieben werden.
Das Ergebnis stammt aus einer neuen FinCEN-Analyse von 33.904 Berichten nach dem Bank Secrecy Act, die zwischen September 2023 und Dezember 2025 eingereicht wurden. Etwa 1.300 Finanzinstitute lieferten Berichte zu mutmaßlichen Betrügereien im Bereich digitaler Anlagen. Der Bank Secrecy Act verpflichtet US-Finanzinstitute, bei Transaktionen, die auf Geldwäsche oder Betrug hindeuten könnten, Verdachtsmeldungen einzureichen, wodurch diese Berichte ein zentrales Fenster für Aufsichtsbehörden in illegale Finanzströme darstellen.
Betrugsnetzwerke weiten ihre Reichweite aus
Nach Angaben von FinCEN werden die Betrugsmaschen überwiegend von transnationalen kriminellen Organisationen mit Sitz in Südostasien betrieben. Diese Gruppen unterhalten häufig große Betrügeranlagen, in denen Kriminelle mit falschen Identitäten, Romantiktaktiken und erfundenen Anlageplattformen das Vertrauen der Opfer gewinnen. Solche Anlagen stehen seit Jahren im Fokus von US-Behörden und internationalen Organisationen, einschließlich Warnungen vor Menschenhandel im Zusammenhang mit erzwungener Betrugsarbeit in der Region.
Die Maschen, allgemein als „Pig Butchering“ bekannt, verleiten Opfer typischerweise dazu, Kryptowährungen an betrügerische Anlageplattformen zu senden. Die Kriminellen schleusen die Erlöse anschließend durch komplexe Netzwerke, die deren Herkunft verschleiern sollen. Der Spitzname verdeutlicht, wie Täter ihre Opfer mit kleinen Renditen oder liebevollen Nachrichten „mästen“, bevor sie sie zu größeren Summen verleiten.
FinCENs Analyse ergab, dass die gemeldete Betrugsaktivität im Betrachtungszeitraum stark zunahm. Die Zahl der Verdachtsmeldungen stieg im Durchschnitt um 10,9 % pro Monat, während das gemeldete Finanzvolumen um etwa 18 % pro Monat zunahm.
Stablecoins werden zum zentralen Geldwäscheinstrument
Finanzunternehmen im Bereich Zahlungsdienste, darunter Kryptowährungsfirmen, reichten 55 % der Berichte ein und identifizierten rund 5,5 Milliarden Dollar an verdächtigen Aktivitäten. Banken reichten 41 % der Berichte ein und meldeten etwa 6,4 Milliarden Dollar.
Die Behörde identifizierte außerdem professionelle Geldwäscher, Briefkastenfirmen und Geldkuriere als zentrale Bestandteile der kriminellen Infrastruktur. Stablecoin-Überweisungen können es den Betreibern ermöglichen, Erlöse zwischen Gerichtsbarkeiten und Börsen außerhalb der Vereinigten Staaten zu verschieben; insbesondere dollargebundene Stablecoins tauchten wiederholt in Ermittlungsverfahren und Warnhinweisen des Finanzministeriums im Zusammenhang mit illegalen Krypto-Strömen auf.
FinCEN wies Finanzinstitute an, Transaktionsmuster zu beobachten, die mit überseeischen Betrugszentren verbunden sind. Zudem wies die Behörde auf Online-Marktplätze hin, die Dienste wie Kontoerstellung, Phishing und Geldwäsche für kriminelle Betreiber anbieten.
Das Ausmaß der gemeldeten Aktivitäten zeigt, wie schnell Kryptowährungsinvestment-Betrug zu organisierten, grenzüberschreitenden Unternehmen geworden ist. FinCENs Ergebnisse liefern Banken, Börsen und anderen Finanzinstituten zudem neue Indikatoren zur Erkennung verdächtiger Transaktionen und zur Zerschlagung von Betrugsnetzwerken – und sie erscheinen im Kontext breiterer Bemühungen der US-Regierung, von Südostasien aus operierende Betrugsnetzwerke zu bekämpfen.