Amerika-Marktrückblick: Fed-Delegierter Waller dämpft Zinserhöhungswetten – Yen springt an
Wichtige Erkenntnisse
- •Fed-Gouverneur Christopher Waller erklärte, dass er noch nicht bereit ist, die Zinsen zu erhöhen, und die anstehenden CPI-Daten abwarten will, bevor er entscheidet.
- •Die implizierten Marktwahrscheinlichkeiten für eine Fed-Zinserhöhung im September fielen nach Wallers Äußerungen auf etwa 50/50.
- •Der ISM-Dienstleistungs-PMI für August fiel mit 55,4 gegenüber 54,2 stärker als erwartet aus, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 206K nahezu im Einklang mit den Prognosen lagen.
- •USD/JPY fiel von 159,00 auf ein Tief von 155,30 angesichts vermuteter japanischer Währungsintervention, die offiziell nicht bestätigt wurde.
- •Gold stieg um 86 US-Dollar auf 4.472 US-Dollar, US-Zehnjahresrenditen sanken auf 4,77 %, WTI-Rohöl legte auf 91,87 US-Dollar zu, und der S&P 500 gewann 1,05 %.

Die Donnerstag-Handelssitzung in Amerika drehte sich um Federal-Reserve-Gouverneur Christopher Waller, der signalisierte, dass er noch nicht bereit ist, die Zinsen zu erhöhen, und zunächst die anstehenden CPI-Daten abwarten will, bevor er eine Entscheidung trifft. Die Märkte interpretierten seine Äußerungen als Hinweis auf die Haltung des FOMC-Kerns, und die impliziten Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung im September fielen auf etwa 50/50. Waller ist in diesem Jahr stimmberechtigtes FOMC-Mitglied, was seinen Äußerungen historisch zusätzliches Gewicht bei der Preisbildung von Zinserwartungen verleiht.
Waller spielte die Bedeutung des Beschäftigungsberichts herunter, räumte jedoch ein, dass eine Überraschung in den Daten seine Sicht dennoch beeinflussen könnte. Sein Hauptaugenmerk gilt den eingehenden Inflationsdaten, was sicherstellt, dass die diesmonatige CPI-Veröffentlichung ein bedeutendes Marktereignis sein wird. Das Umfeld ist für die Fed-Verantwortlichen gemischt: Der ISM-Dienstleistungs-PMI für August fiel mit 55,4 gegenüber einer Prognose von 54,2 stärker als erwartet aus, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 206K gegenüber einer Prognose von 205K weitgehend im Rahmen lagen, und Waller bemerkte, dass er in den jüngsten Daten endlich einige Anzeichen einer Disinflation erkennt – eine Kombination, die die Inflationszahl zum entscheidenden Faktor für die September-Erwartungen macht.
Die andere bemerkenswerte Überraschung des Tages war eine starke Bewegung im Yen, bei der eine Währungsintervention offensichtlich eine Rolle spielte. USD/JPY rutschte von Handelsbeginn an stetig ab und fiel von 159,00 auf ein Tief von 155,30, wo Käufer den Kurs um etwa 50 Pips anhoben. Diese Bewegung verdient besondere Aufmerksamkeit, da die übliche Interventionsbestätigung bislang ausgeblieben ist und der Rückgang nicht geradlinig verlief. Die japanischen Behörden haben in den vergangenen Monaten wiederholt vor einseitigen Yen-Bewegungen gewarnt, und frühere Interventionsepisoden wurden in der Regel erst Tage oder Wochen später durch Verlautbarungen des Finanzministeriums bestätigt, sodass Händler zwischenzeitlich die Kursbewegungen nach Hinweisen durchsuchen müssen.
Weitere Schlagzeilen der Sitzung:
- Deutsche Bank: Der Dollar ist inzwischen an das Rennen um die KI gehebelt
- Vance: Wir sprechen nicht mit dem Iran, solange sie auf Schiffe schießen
- Vorschau: August-Beschäftigungsbericht außerhalb der Landwirtschaft in Zahlen
- ISM-Dienstleistungs-PMI für August bei 55,4 gegenüber 54,2 erwartet – stärker als prognostiziert
- Feds Waller: Sehe endlich einige Anzeichen einer Disinflation in den jüngsten Daten – wie reagieren die Märkte?
- US-Handelsdefizit weitet sich im Juli deutlich aus, da KI-bezogene Importe stark steigen
- US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bei 206K gegenüber 205K erwartet
- BOE-Delegierter Pill sieht die Notwendigkeit, den Leitzins auf 4,00 % anzuheben; GBPUSD stieg auf die Nachricht
Marktüberblick:
- Gold steigt um 86 US-Dollar auf 4.472 US-Dollar
- US-Zehnjahresrenditen fallen um 2 Basispunkte auf 4,77 %
- WTI-Rohöl steigt um 0,66 US-Dollar auf 91,87 US-Dollar
- S&P 500 steigt um 1,05 %
- JPY führt an, USD hinkt hinterher