NachrichtenMakroDie Fed belässt den Federal-Funds-Satz mit 9:3-Stimmen bei 3,75 %, drei Gegenstimmen wollten eine Anhebung um einen Viertelpunkt

Die Fed belässt den Federal-Funds-Satz mit 9:3-Stimmen bei 3,75 %, drei Gegenstimmen wollten eine Anhebung um einen Viertelpunkt

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das FOMC stimmte mit 9:3 dafür, den Federal-Funds-Satz bei 3-1/2 bis 3-3/4 Prozent zu belassen; drei regionale Fed-Präsidenten stimmten für eine Anhebung um einen Viertelpunkt.
  • Die Juni-Sitzung wurde einstimmig mit 12:0 verabschiedet, sodass die drei Gegenstimmen eine bemerkenswerte Verschiebung und wachsende Uneinigkeit über den Zinskurs signalisieren.
  • Alle drei Gegenstimmen — Hammack, Kashkari und Logan — sind regionale Präsidenten von Federal Reserve Banks; alle Mitglieder des Board of Governors unterstützten das Beibehalten.
  • Nach der Entscheidung fiel die 2-Jahres-Treasury-Rendite auf 4.270 % und der Dollar gab gegenüber den wichtigsten Währungen nach, was auf geringere Erwartungen an eine baldige Straffung hindeutet.
  • Fed-Funds-Futures preisten eine Wahrscheinlichkeit von 77 % für eine Zinserhöhung bis September und 50 % bis Dezember ein, was die Unsicherheit über anhaltenden Inflationsdruck verdeutlicht.
Die Fed belässt den Federal-Funds-Satz mit 9:3-Stimmen bei 3,75 %, drei Gegenstimmen wollten eine Anhebung um einen Viertelpunkt

Die Federal Open Market Committee (FOMC) der Federal Reserve stimmte mit 9:3 dafür, die Zielspanne für den Federal-Funds-Satz bei 3-1/2 bis 3-3/4 Prozent zu belassen und den Leitzins damit im Einklang mit dem Doppelmandat der Fed aus maximaler Beschäftigung und Preisstabilität unverändert zu halten. Die drei Gegenstimmen markieren die größte Spaltung im Ausschuss in den vergangenen Sitzungen und zeigen eine interne Debatte darüber, ob die Inflation ausreichend schnell in Richtung des 2-Prozent-Ziels der Fed zurückgeht.

Aktuelle Sitzungserklärung

Der Ausschuss beschloss, an seiner Politik der ausreichenden Reserven im Bankensystem festzuhalten. Laut Erklärung expandiert die wirtschaftliche Aktivität trotz erhöhter Unsicherheit, die sich teilweise aus dem Konflikt im Nahen Osten ergibt, in solidem Tempo. Produktivitätswachstum und Kapitalinvestitionen bleiben stark. Die Beschäftigungszuwächse haben mit dem Wachstum der Erwerbsbevölkerung Schritt gehalten, und die Arbeitslosenquote hat sich kaum verändert.

Die Inflation bleibt im Verhältnis zum 2-Prozent-Ziel des Ausschusses erhöht und spiegelt teilweise Angebotsschocks wider, die in bestimmten Sektoren, einschließlich Energie, zu steigenden Preisen geführt haben. Der Ausschuss erklärte, er werde Preisstabilität gewährleisten.

Drei FOMC-Mitglieder stimmten gegen den Beschluss: Beth M. Hammack, Neel Kashkari und Lorie K. Logan. Sie bevorzugten jeweils, die Zielspanne bei dieser Sitzung um 1/4 Prozentpunkt anzuheben. Alle drei Gegenstimmen stammen von regionalen Präsidenten von Federal Reserve Banks mit Stimmrecht im FOMC in diesem Jahr; die Mitglieder des Board of Governors stimmten für das Beibehalten.

Vergleich mit der Juni-Sitzung

Bei der Juni-Sitzung verabschiedete das FOMC dieselbe geldpolitische Erklärung einstimmig mit 12:0 Stimmen und beließ die Zielspanne ebenfalls bei 3-1/2 bis 3-3/4 Prozent. Auch die Juni-Erklärung verwies auf ausreichende Reserven, solides Wirtschaftswachstum trotz Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahen Osten, starkes Produktivitäts- und Kapitalinvestitionswachstum, stabile Arbeitsmarktbedingungen und eine durch Angebotsschocks getriebene erhöhte Inflation. Die Formulierung zur Verpflichtung auf Preisstabilität blieb zwischen den beiden Sitzungen unverändert. Der Wechsel von einer einstimmigen Abstimmung im Juni zu drei Gegenstimmen unterstreicht die wachsende Differenz innerhalb des Ausschusses über den angemessenen Zinskurs.

Marktreaktion

Vor der Entscheidung:

  • S&P 500: -0.62%
  • Nasdaq: -0.55%
  • 2-Jahres-Treasury-Rendite: 4.315%
  • 10-Jahres-Treasury-Rendite: 4.635%
  • EUR/USD: 1.1396
  • USD/JPY: 163.77

Nach der Entscheidung:

Der US-Dollar gab am kurzen Ende der Kurve nach, wobei die 2-Jahres-Rendite von 4.315% auf 4.270% fiel. Die 2-Jahres-Treasury-Rendite wird genau als Indikator für kurzfristige Zinserwartungen beobachtet, und der Rückgang deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer trotz der restriktiven Gegenstimmen eine etwas geringere Wahrscheinlichkeit für eine baldige Straffung eingepreist haben. Die 10-Jahres-Rendite stieg leicht auf 4.640% und blieb damit nahezu unverändert gegenüber dem Stand vor der Entscheidung.

Aktien holten etwas Boden gut: Der S&P 500 verbesserte sich auf -0.34%, und der Nasdaq bewegte sich auf -0.11%.

EUR/USD stieg auf 1.1425 und spiegelte damit einen schwächeren Dollar wider. USD/JPY fiel auf 163.51 und signalisierte ebenfalls Dollar-Schwäche.

Die Preisbildung bei Fed-Funds-Futures verschob sich nach der Mitteilung: Der September-Kontrakt impliziert eine Wahrscheinlichkeit von 77 % für eine weitere Zinserhöhung, der Dezember-Kontrakt eine Wahrscheinlichkeit von 50 %. Die Divergenz zwischen kurz- und längerfristigen Wahrscheinlichkeiten deutet darauf hin, dass die Märkte abwägen, ob anhaltender Inflationsdruck über die nächste Sitzung hinaus zusätzliche Straffung rechtfertigen wird.

Quelle: ForexLive / InvestingLive