NachrichtenMakroFed könnte die Zinsen nach schwachem Juli-Arbeitsmarktbericht und nachlassender Inflation unverändert lassen

Fed könnte die Zinsen nach schwachem Juli-Arbeitsmarktbericht und nachlassender Inflation unverändert lassen

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die US-Wirtschaft verlor im Juli unerwartet 23.000 Arbeitsplätze, wobei die Arbeitslosenquote auf 4,1 % stieg und die Beschäftigungszahlen der Vormonate nach unten revidiert wurden.
  • Der Zielzinssatzbereich der Federal Reserve bleibt bei 3,50 %–3,75 %, wo er seit der FOMC-Sitzung Ende Juli verharrt.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ist an den Zinsterminmärkten auf 35,5 % gesunken, von rund 60 % eine Woche zuvor.
  • Anstehende Berichte zum Verbraucherpreisindex und zu den persönlichen Konsumausgaben werden genau beobachtet, um Signale darüber zu erhalten, ob die Fed ihre Zinserhöhungskampagne wahrscheinlich aussetzt.
  • Fed-Vorsitzender Jerome Powell hat bekräftigt, dass geldpolitische Entscheidungen datenabhängig bleiben, wobei auch anstehende Arbeitsmarkt- und Konsumdaten in die Bewertung der Zentralbank einfließen werden.
Fed könnte die Zinsen nach schwachem Juli-Arbeitsmarktbericht und nachlassender Inflation unverändert lassen

Die Federal Reserve könnte beschließen, die Zinsen auf ihrer kommenden Sitzung unverändert zu lassen, da ein schwächer als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht für den Juli und Anzeichen einer nachlassenden Inflation die Markterwartungen an den nächsten Schritt der Zentralbank neu formen. Die mögliche Pause folgt auf einen anhaltenden Straffungszyklus, in dem die Fed die Kreditkosten auf ihr höchstes Niveau seit Jahren angehoben hat, um eine Inflation zu bekämpfen, die 2022 auf Höchststände über mehrere Jahrzehnte gestiegen war.

AnnaEconomist von Bloomberg Economics wies darauf hin, dass diese Arbeitsmarkt- und Inflationsindikatoren das Entscheidungsverhalten der Fed im Vorfeld des Septembers stark beeinflussen könnten. Das Federal Open Market Committee (FOMC), das geldpolitische Gremium der Fed, bewertet regelmäßig Beschäftigungs- und Preisstabilitätsdaten – seine duale Mandat – bei der Festlegung des Bundeszinses. Die Balance zwischen diesen Zielen ist zunehmend komplexer geworden: Eine zu frühe Zinssenkung birgt die Gefahr einer Wiederbelebung der Inflation, während eine zu lange Aufrechterhaltung hoher Zinsen die Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte.

Gemäß den neuesten Daten verlor die US-Wirtschaft im Juli 23.000 Arbeitsplätze – ein Rückgang, der Analysten überraschte. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,1 %, während die Zahlen der Vormonate nach unten revidiert wurden, was darauf hindeutet, dass der Arbeitsmarkt schwächer war als ursprünglich gemeldet. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze hatte bereits in den vorangegangenen Monaten Entspannungstendenzen gezeigt, Teil eines breiteren Abkühlungstrends, der sich in rückläufigen Stellenangeboten und langsamerem Lohnwachstum äußerte.

Der Zielzinssatzbereich der Fed liegt derzeit bei 3,50 %–3,75 %, einem Niveau, das seit der FOMC-Sitzung Ende Juli unverändert geblieben ist. Der Bundeszins dient als Referenz für kurzfristige Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft und beeinflusst alles – von Hypothekenzinsen bis zu Kreditkartenzinsen. Die kumulierte Wirkung des Straffungszyklus machte sich in zinssensitiven Sektoren bemerkbar, wobei die Wohnungswirtschaftstätigkeit angesichts höherer Hypothekenkosten insbesondere zurückging und Unternehmen ihre Investitionsausgaben einschränkten.

Marktteilnehmer haben auf die abkühlenden Arbeitsmarktdaten reagiert, indem sie ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung im September zurückgefahren haben. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung auf der nächsten Sitzung, wie sie in Zinsterminkursen eingepreist ist, ist auf 35,5 % gefallen – ein deutlicher Rückgang von rund 60 % nur eine Woche zuvor. Diese schnelle Neubewertung verdeutlicht, wie sensibel Anleihen- und Aktienmärkte auf jeden neuen Datenpunkt reagieren, während Händler ihre Einschätzungen des wahrscheinlichen Endpunkts der Zinserhöhungs-Kampagne der Fed verfeinern.

Die anstehenden Inflationsberichte werden genau beobachtet werden, da sie die aktuelle Marktwahrnehmung, dass die Fed zu einer Pause tendiert, entweder bestätigen oder infrage stellen könnten. Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) und zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) gehören zu den wichtigsten Kennzahlen, die das FOMC zur Einschätzung von Preisdrücken heranzieht. Die Fed legt besonderes Gewicht auf den Kern-PCE, der die volatilen Nahrungs- und Energiekomponenten ausschließt und als zuverlässigerer Indikator für zugrunde liegende Inflationstrends gilt.

Auch Aussagen hochrangiger Fed-Offizieller, darunter Vorsitzender Jerome Powell, werden voraussichtlich weitere Einblicke in die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanpassung liefern. Powell hat wiederholt betont, dass politische Entscheidungen datenabhängig bleiben. Darüber hinaus könnten geopolitische oder finanzielle Entwicklungen, die den Wirtschaftsausblick verändern, in die Überlegungen der Fed vor ihrer Septembersitzung einfließen. Bis dahin werden Analysten die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als Echtzeit-Signale des Arbeitsmarktes verfolgen sowie die nächste Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze, um Hinweise darauf zu erhalten, ob die Konsumausgaben – seit langem ein Pfeiler des Wirtschaftswachstums – unter höheren Kreditkosten standhalten.