NachrichtenRohstoffe & ForexEURUSD rutscht auf neue Tiefs und testet ein wichtiges Bündel technischer Unterstützungsniveaus

EURUSD rutscht auf neue Tiefs und testet ein wichtiges Bündel technischer Unterstützungsniveaus

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Märkte haben die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve nach hawkischen Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh auf rund 60% angehoben, nach niedrigen 30 Prozent zu Wochenbeginn.
  • Der EURUSD brach unter seinen 200-Tage-Durchschnitt nahe 1,1630 und testet ein Unterstützungsbündel von rund 1,15937 bis zum 100-Tage-Durchschnitt nahe 1,1570.
  • Ein nachhaltiger Bruch unter den 100-Tage-Durchschnitt würde die Baisse-Neigung vertiefen, mit Abwärtszielen nahe 1,15578 und 1,15356.
  • Die US-Renditen stiegen im Gleichlauf mit dem Dollar: Die Zwei-Jahres-Rendite legte um 10,31 Basispunkte auf 4,335% zu, die Zehn-Jahres-Rendite um 5,2 Basispunkte auf 4,724%.
  • Die großen Aktienindizes fielen, darunter der NASDAQ 100 um 0,70%, der Russell 2000 um 1,21% und der NASDAQ Composite um 0,44%.
EURUSD rutscht auf neue Tiefs und testet ein wichtiges Bündel technischer Unterstützungsniveaus

Der EURUSD ist deutlich gefallen, während die Märkte eine hawkischere Botschaft von Fed-Chef Kevin Warsh verarbeiten. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve ist auf rund 60% gestiegen, nachdem sie zu Wochenbeginn noch im Bereich der niedrigen 30 Prozent gelegen hatte. Diese Neubewertung hat die US-Renditen und den Dollar angehoben und den EURUSD in Richtung eines wichtigen Bündels technischer Unterstützung gedrückt.

Als meistgehandeltes Währungspaar der Welt reagiert der EURUSD besonders empfindlich auf Verschiebungen der US-Zinserwartungen, da höhere US-Zinsen die relative Rendite auf Dollar-Anlagen tendenziell erhöhen. Das Ausmaß der Neubewertung in dieser Woche – die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung hat sich etwa verdoppelt – erklärt die Dynamik hinter der Dollarnachfrage.

Zuvor stieß das Paar in der Sitzung unter seine 100- und 200-Stunden-Durchschnitte auf bereite Verkäufer. Der anschließende Bruch unter den 200-Tage-Durchschnitt, der derzeit nahe 1,1630 liegt, verstärkte die technische Baisse-Neigung und ebnete den Weg zu den nächsten Abwärtszielen.

Der Kurs testet nun einen Swing-Bereich zwischen 1,15937 und 1,15872. Knapp unterhalb dieser Zone liegt das 38,2%-Retracement des Anstiegs vom Julitief bei 1,15733 sowie der steigende 100-Tage-Durchschnitt nahe 1,1570. Zusammen bilden diese Niveaus ein wichtiges Bündel an Unterstützung.

Hier müssen die Käufer eingreifen, wenn sie den Rückverlust verlangsamen wollen. Ein Halten des Bündels könnte eine korrektive Erholung zurück Richtung 1,16215 und den 200-Tage-Durchschnitt bei 1,16302 auslösen. Um wieder die Oberhand zu gewinnen, müssten die Käufer jedoch weiterhin die 100- und 200-Stunden-Durchschnitte im Bereich 1,1655–1,1660 zurückerobern.

Umgekehrt würde ein nachhaltiger Bruch unter den 100-Tage-Durchschnitt die Baisse-Neigung vertiefen und vermutlich weiteren Verkäufen Vorschub leisten. Die nächsten Abwärtsziele lägen nahe 1,15578, gefolgt vom 50%-Retracement bei 1,15356.

Während der Dollar steigt, ziehen die Renditen im Gleichschritt an: Die Zwei-Jahres-Rendite legt um 10,31 Basispunkte auf 4,335% zu, die Zehn-Jahres-Rendite um 5,2 Basispunkte auf 4,724%. Die großen Aktienindizes liegen allesamt im Minus: Der NASDAQ 100 verliert 0,70%, der Small-Cap-Index Russell 2000 1,21% und der NASDAQ Composite 0,44%. Die Breite der Bewegung – Währungen, Anleihen und Aktien reagieren gemeinsam – unterstreicht, dass der Auslöser eine Verschiebung der geldpolitischen Erwartungen und keine euro-spezifische Entwicklung ist.

Der weiteren Perspektive nach wird die Beständigkeit des Dollar-Anstiegs davon abhängen, wie sich die Fed-Erwartungen entwickeln; kommende Fed-Äußerungen und einlaufende US-Wirtschaftsdaten sind neben den genannten technischen Niveaus die wichtigsten Beobachtungsgrößen.

Insgesamt bleiben die Verkäufer am Drücker, doch der EURUSD hat einen technisch wichtigen Entscheidungspunkt erreicht. Die Käufer haben ein Niveau, an dem sie sich orientieren und ihr Risiko definieren können. Scheitert diese Unterstützung jedoch, öffnet sich die Abwärtstür weiter. Seien Sie wachsam. Seien Sie vorbereitet.

Quelle: Investinglive