NachrichtenMakroWichtige Wirtschaftsereignisse heute: Eurozonen-BIP, deutsche CPI, BoE-Entscheidung, US-BIP und PCE

Wichtige Wirtschaftsereignisse heute: Eurozonen-BIP, deutsche CPI, BoE-Entscheidung, US-BIP und PCE

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Eurozonen-BIP für Q2 wird auf 0,2 % prognostiziert, eine Erholung von einer vorherigen Kontraktion von -0,2 %, doch die Zahl wird die EZB-Politik angesichts deren stärkerem Fokus auf die Inflationsdynamik voraussichtlich kaum beeinflussen.
  • Der deutsche CPI im Jahresvergleich wird voraussichtlich von 2,3 % auf 2,7 % steigen, wobei die Marktaufmerksamkeit auf der Kerninflationsrate liegt, bedingt durch Deutschlands erhebliches Gewicht in den CPI-Berechnungen der Eurozone.
  • Die Bank of England wird voraussichtlich den Bankzinssatz bei 3,75 % mit einer 7-2-Abstimmung belassen, und ein Wegfall der Formulierung „nach Bedarf" aus der Forward Guidance würde ein falkenhaftes Signal in Richtung einer bevorstehenden Zinserhöhung darstellen.
  • Das US-BIP für Q2 wird auf 2,0 % prognostiziert, marginal unter dem Vorwert von 2,1 %, und wird voraussichtlich den Ausblick der Federal Reserve nicht verändern, da die Zentralbank Inflationsdaten priorisiert.
  • Der US-PCE-Preisindex im Jahresvergleich wird auf 3,3 % projiziert, ein leichter Rückgang gegenüber 3,4 %, doch die Veröffentlichung wird weitgehend als alte Nachricht betrachtet, da sie in der Regel anhand von CPI- und PPI-Daten prognostiziert werden kann.
Wichtige Wirtschaftsereignisse heute: Eurozonen-BIP, deutsche CPI, BoE-Entscheidung, US-BIP und PCE

Europäische Session

Die europäische Session umfasst drei wichtige Veröffentlichungen: das Eurozonen-BIP für Q2, deutsche CPI-Daten und die Zinsentscheidung der Bank of England.

Das Eurozonen-BIP für Q2 wird auf 0,2 % prognostiziert, eine Erholung vom Vorwert von -0,2 %. Diese Zahl wird die Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) voraussichtlich nicht wesentlich verändern, da die EZB ihren Fokus stärker auf die Inflationsdynamik richtet. Die EZB hatte im Vorjahr bereits mehrere Zinserhöhungen umgesetzt, wodurch Wachstumsdaten gegenüber aktuellen Inflationsdaten nur noch von nachrangiger Bedeutung sind.

Was die Inflation betrifft, umfasst die Session Veröffentlichungen der deutschen Bundesländer-Inflationsdaten gefolgt vom nationalen CPI. Auch spanische Inflationszahlen stehen zur Veröffentlichung an. Deutsche Daten haben aufgrund ihres höheren Gewichts in den CPI-Berechnungen der Eurozone in der Regel größere Marktauswirkungen. Der deutsche CPI im Jahresvergleich wird auf 2,7 % prognostiziert, gegenüber 2,3 % zuvor, wobei der Fokus auf der Kernrate liegen wird.

Die Zinsentscheidung der Bank of England rundet den europäischen Terminkalender ab. Es wird weithin erwartet, dass die Zentralbank den Bankzinssatz bei 3,75 % belässt, mit einer prognostizierten 7-2-Abstimmung – Pill und Greene werden voraussichtlich für eine Zinserhöhung stimmen. Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund, dass die britische Inflation hartnäckig über dem Zielwert verbleibt und zu den höchsten in den G7-Wirtschaften zählt. Die Forward Guidance in der Erklärung wird wahrscheinlich unverändert bleiben, wobei der Ausschuss voraussichtlich bekräftigen wird, dass er „bereit steht, nach Bedarf zu handeln, um sicherzustellen, dass die CPI-Inflation auf Kurs bleibt, das 2 %-Ziel mittelfristig zu erreichen." Ein Wegfall der Formulierung „nach Bedarf" würde als falkenhaftes Signal für eine bevorstehende Zinserhöhung gewertet werden. Die BoE wird auf dieser Sitzung zudem ihre aktualisierten Quartalsprognosen veröffentlichen.

Amerikanische Session

Die amerikanische Session bringt das US-BIP für Q2, den US-PCE-Preisindex und die wöchentlichen Erstantragszahlen für Arbeitslosengeld.

Das US-BIP für Q2 wird auf 2,0 % erwartet, leicht unter dem Vorwert von 2,1 %. Diese Veröffentlichung wird den Ausblick der Federal Reserve voraussichtlich nicht verändern, da die Zentralbank ihren Fokus stark auf die Inflation richtet. Der bevorstehende CPI-Bericht wird voraussichtlich der entscheidende Faktor dafür sein, ob die Fed im September die Zinsen erhöht.

Der US-PCE-Preisindex im Jahresvergleich wird auf 3,3 % prognostiziert, gegenüber 3,4 % zuvor, während der Monatsvergleich auf -0,1 % gegenüber 0,4 % zuvor gesehen wird. Der Core PCE im Jahresvergleich wird auf 3,3 % gegenüber 3,4 % zuvor projiziert, wobei der Monatsvergleich auf 0,2 % gegenüber 0,3 % zuvor erwartet wird. Als bevorzugte Inflationskennzahl der Fed hat der PCE-Index zwar institutionelle Bedeutung, jedoch stellt die Veröffentlichung selten ein größeres marktbeeinflussendes Ereignis dar. Sie wird weitgehend als „alte Nachricht" betrachtet – sie kann in der Regel anhand von Daten aus den CPI- und PPI-Berichten recht genau prognostiziert werden.

Die Erstanträge auf US-Arbeitslosengeld werden auf 200.000 erwartet, gegenüber 187.000 zuvor, während die fortlaufenden Anträge auf 1.795.000 gegenüber 1.796.000 zuvor gesehen werden. Da die Aufmerksamkeit der Fed auf die Inflation gerichtet bleibt, werden die Erstantragszahlen voraussichtlich keine wesentliche Marktreaktion auslösen, es sei denn, es kommt zu sehr großen Abweichungen. Der US-Arbeitsmarkt bleibt stabil.