Europäische Märkte stehen vor vollem Datenkalender, während die EZB-Aussicht im Fokus bleibt
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Eurozone wird vorläufige Q2-BIP- und Juli-CPI-Daten veröffentlichen, die einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Region bieten.
- •Trader preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 64 % ein, dass die Europäische Zentralbank im September die Zinsen erhöht.
- •Nationale Wirtschaftsdaten aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien werden vor den aggregierten Eurozonenzahlen um 09:00 GMT veröffentlicht.
- •Die Bank of England wird ihre Juli-Geldpolitikentscheidung zeitgleich mit den Datenveröffentlichungen der Eurozone bekannt geben.

Für den europäischen Vormittagshandel steht heute eine arbeitsreiche Sitzung an, bei der eine Mischung aus Wirtschaftswachstums- und Inflationsdaten aus der gesamten Region ansteht. Die Inflationswerte bleiben die wichtigeren Veröffentlichungen, die es zu beobachten gilt, obwohl die Europäische Zentralbank in diesem Monat bereits pausiert hat, sodass die unmittelbare Marktauswirkung begrenzt sein dürfte, es sei denn, die Zahlen liefern eine deutliche Überraschung.
Die Eurozone befindet sich in einem sensiblen Wachstums-Inflations-Gleichgewicht, wobei die vorläufigen Q2-BIP- und Juli-CPI-Zahlen den umfassendsten Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung des Währungsraums seit Beginn des Straffungszyklus der EZB bieten. Synchronisierte Veröffentlichungen aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien — den vier größten Volkswirtschaften der Eurozone — fließen direkt in die aggregierten Eurozonenzahlen ein, wodurch die frühmorgendlichen nationalen Daten zu einem Frühindikator für die Veröffentlichung um 09:00 GMT werden.
Gegenwärtig preisen Trader eine Wahrscheinlichkeit von etwa 64 % ein, dass die EZB als Nächstes im September aktiv wird, wobei bis Jahresende rund 38 Basispunkte an Zinserhöhungen eingepreist sind. Damit bleibt die Richtung der Markterwartungen anfällig für die Daten, die im Laufe des Tages veröffentlicht werden. Eine deutliche Überraschung nach oben bei der Inflation oder ein Verfehlen der Erwartungen beim Wachstum würde die kommunikative Herausforderung der EZB erschweren, ihren nächsten Schritt zu signalisieren, ohne sich zu früh festzulegen.
Hier ist der Zeitplan für die bevorstehende Sitzung:
05:30 GMT: Frankreich Q2 vorläufige BIP-Daten
07:00 GMT: Spanien Q2 vorläufige BIP-Daten
07:00 GMT: Spanien Juli vorläufige CPI-Zahlen
08:00 GMT: Deutschland Q2 vorläufige BIP-Daten
08:00 GMT: Deutsche Bundesländer Juli CPI-Zahlen
08:00 GMT: Italien Q2 vorläufige BIP-Daten
09:00 GMT: Eurozone Q2 vorläufige BIP-Daten
09:00 GMT: Eurozone Juli endgültiges Verbrauchervertrauen, wirtschaftliches Vertrauen
11:00 GMT: BOE Juli Geldpolitikentscheidung
11:30 GMT: BOE Gouverneur Bailey Pressekonferenz
12:00 GMT: Deutschland Juli vorläufige CPI-Zahlen
Die Entscheidung der Bank of England fällt zeitgleich mit der Datenflut aus der Eurozone an, was bedeutet, dass Sterling- und Euro-Kreuze am späten europäischen Vormittag erhöhte Volatilität verzeichnen könnten. Das Programm sollte die Märkte aktiv halten, wobei die Aufmerksamkeit zudem auf der Post-Fed-Reaktion, dem Tech-Selloff und den Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran liegt. Auch die Handelsströme zum Monatsende werden voraussichtlich Teil des Hintergrundes bleiben.