Wichtige Marktereignisse heute: Eurozone Flash-CPI und US-Beschäftigungskostenindex Q2 im Fokus
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Flash-CPI-Bericht der Eurozone wird voraussichtlich einen Anstieg der Kopf-Inflation auf 2,9 % gegenüber dem Vorjahr zeigen, während die Kerninflation bei 2,4 % stabil bleibt.
- •EZB-Entscheidungsträger suchen nach Anzeichen einer nachlassenden Inflation, bevor sie über eine mögliche Leitzinserhöhung auf ihrer Septembersitzung entscheiden.
- •Die Finanzmärkte schreiben einer EZB-Zinserhöhung im September derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 68 % zu und erwarten bis Jahresende insgesamt 36 Basispunkte an Zinsstraffung.
- •Der US-Beschäftigungskostenindex für das zweite Quartal wird voraussichtlich auf 0,8 % im Quartalsvergleich zurückgehen, was auf einen allmählich abkühlenden Arbeitsmarkt hindeuten würde.
- •Der endgültige Wert zum Verbrauchervertrauen der University of Michigan wird der Federal Reserve aktualisierte Daten zu den Inflationserwartungen der Haushalte liefern.

Europäische Sitzung
Im Mittelpunkt der europäischen Sitzung steht der Flash-CPI-Bericht der Eurozone. Der Kopf-CPI wird voraussichtlich um 2,9 % gegenüber dem Vorjahr steigen, nach einemvorherigen Wert von 2,8 %. Die Kern-CPI-Kennzahl – die volatile Nahrungsmittel- und Energiepreise ausschließt – soll hingegen bei 2,4 % gegenüber dem Vorjahr stabil bleiben und damit unverändert zum Vorwert ausfallen. Die Kerninflation wird von den EZB-Entscheidungsträgern besonders aufmerksam beobachtet, da sie als besserer Indikator für die zugrunde liegenden Preisentwicklungen gilt als die Kopfzahl, die durch Energie- und Nahrungsmittelschwankungen verzerfät werden kann.
Es wird weithin erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Bericht sowie in der nächsten Veröffentlichung nach Zeichen einer nachlassenden Inflation suchen wird, bevor sie über eine Leitzinserhöhung auf ihrer Septembersitzung entscheidet. Nach ihrer jüngsten Geldpolitikentscheidung signalisierte die EZB über die üblichen Kommunikationen nach der Sitzung, dass sie bereit ist, die Zinsen im September anzuheben, sofern sich die Inflationsaussichten nicht deutlich verbessern. Dies deutet darauf hin, dass die Schwelle für eine weitere Zinserhöhung vergleichsweise niedrig bleibt. Die politischen Entscheidungen der EZB beeinflussen die Kreditkosten in der 20 Länder umfassenden Eurozone direkt, und sich ändernde Zinserwartungen schlagen sich typischerweise in den Renditen von Eurostaatsanleihen und im Wechselkurs des Euro nieder.
Berichten zufolge hofft die EZB auf weichere Kerninflationszahlen sowie auf eine Deeskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Derzeit preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 68 % für eine Zinserhöhung auf der Septembersitzung ein, wobei bis Jahresende insgesamt 36 Basispunkte an Zinsstraffung erwartet werden.
Amerikanische Sitzung
Während der amerikanischen Sitzung richtet sich die Aufmerksamkeit auf zwei wichtige US-Datenveröffentlichungen: den Beschäftigungskostenindex (ECI) für das zweite Quartal und den endgültigen Index zum Verbrauchervertrauen der University of Michigan.
Der ECI wird voraussichtlich die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, da er als umfassendster Indikator für das Lohnwachstum gilt und von der Federal Reserve aufmerksam beobachtet wird. Ein Nachteil des ECI ist, dass er weniger aktuell ist als die Daten zu den durchschnittlichen Stundenverdiensten aus dem monatlichen Arbeitsmarktbericht. Der ECI wird voraussichtlich auf 0,8 % im Quartalsvergleich zurückgehen, nach 0,9 % im Vorquartal. Die Fed verfolgt die Entwicklung der Arbeitskosten als Teil ihrer Bewertung, ob die Inflation nachhaltig auf ihr 2 %-Ziel zurückkehrt, und ein schwächerer ECI-Wert wäre mit einem allmählich abkühlenden Arbeitsmarkt vereinbar.
Der endgültige Wert zum Verbrauchervertrauen der University of Michigan liefert zudem aktualisierte Inflationserwartungen der Verbraucher, die die Fed als Indikator darüber überwacht, ob sich Preissteigerungstendenzen im Verhalten der Haushalte verfestigen.