NachrichtenAktienEuropäische Börsen eröffnen vorsichtig – Ölpreis und Zinserwartungen dämpfen die Risikoneigung

Europäische Börsen eröffnen vorsichtig – Ölpreis und Zinserwartungen dämpfen die Risikoneigung

Autor: Investinglive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die großen europäischen Indizes eröffneten nahezu unverändert: Italiens FTSE MIB legte um 0,2 Prozent zu, während der DAX um 0,2 Prozent und die übrigen Benchmarks um 0,1 Prozent nachgaben.
  • WTI stieg um 0,5 Prozent auf 91,95 USD und Brent um 0,8 Prozent auf 97,05 USD, da die USA und Iran nahe der Straße von Hormuz Angriffe austauschen und Iran dort Schifffahrtseinschränkungen vorbereitet.
  • Durch die Straße von Hormuz fließt rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs, weshalb Störungen dort die Rohölpreise und die europäischen Inflationserwartungen direkt beeinflussen.
  • Die US-Kassamärkte waren wegen Labor Day geschlossen; gemischte Futures und dünne Sommerliquidität begrenzten gerichtete Bewegungen in Europa.
  • Die EZB-Entscheidung steht am Donnerstag an, der US-Verbraucherpreisbericht am Freitag – beide Schlüsselereignisse könnten die vorsichtige Eröffnung in schärfere Positionsverschiebungen überführen.
Europäische Börsen eröffnen vorsichtig – Ölpreis und Zinserwartungen dämpfen die Risikoneigung

Die europäischen Indizes begannen den neuen Tag und die neue Woche in vorsichtiger Stimmung, die wichtigsten Benchmarks lagen zu Handelsbeginn nahezu unverändert:

  • Eurostoxx -0,1 %
  • Deutschland DAX -0,2 %
  • Frankreich CAC 40 -0,1 %
  • Großbritannien FTSE -0,1 %
  • Spanien IBEX -0,1 %
  • Italien FTSE MIB +0,2 %

Der gedämpfte Ton kommt trotz einer stärkeren, technologiegetriebenen Sitzung in Asien zustande, da Anleger einen erneuten Anstieg der Ölpreise, relativ restriktive Zentralbankerwartungen und anhaltende Spannungen zwischen den USA und Iran gegeneinander abwägen.

Beim Öl notiert WTI derzeit 0,5 Prozent höher bei 91,95 USD, während Brent um 0,8 Prozent auf 97,05 USD gestiegen ist. Der Anstieg erfolgt, während die Vereinigten Staaten und Iran in der Nähe der Straße von Hormuz weitere Angriffe austauschen und Iran zudem darauf vorbereitet ist, Einschränkungen entlang der Wasserstraße zu verhängen. Die Straße von Hormuz ist einer der wichtigsten Ölengpässe der Welt, durch den rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs fließt. Störungen der Schifffahrt dort wirken sich daher unmittelbar auf die Rohölpreise und damit auf die Inflationserwartungen in Europa aus.

Die Kursbewegungen zur Eröffnung sind relativ gering und werden durch gemischte Signale aus den US-Futures begrenzt. Während die S&P-500-Futures etwa unverändert notieren, geben die Dow-Futures um 0,4 Prozent nach, und die Nasdaq-Futures steigen um 0,2 Prozent. Der US-Aktien-Kassamarkt ist wegen des Labor-Day-Feiertags geschlossen, was jeglichen Richtungsimpuls für die Marktstimmung in Europa zusätzlich einschränkt; die dünne Sommerliquidität kann ansonsten moderate Bewegungen in beide Richtungen verstärken.

Vorerst scheinen die oben genannten Hauptsorgen die positiven Impulse aus den Technologiegewinnen aufzuwiegen, mit denen die neue Woche in Asien begonnen hat.

Die Aufmerksamkeit wird sich bald größeren Katalysatoren zuwenden: Die EZB-Entscheidung steht am Donnerstag an, und wichtiger noch, der Bericht zum US-Verbraucherpreisindex ist für Freitag anberaumt. Beide Ereignisse haben Gewicht für europäische Aktien: Die Haltung der EZB prägt die Kreditkosten für die Eurozone, während die US-Inflationsdaten eine entscheidende Grundlage für die Politik der Federal Reserve und die globalen Zinserwartungen bilden. Die vorsichtige Eröffnung könnte im Laufe der Woche daher deutlicheren Positionsveränderungen weichen.