NachrichtenAktienEuropäische Aktien schwach, da Ölpreisanstieg Inflations­sorgen und EZB-Zinserhöhungs­wetten schürt

Europäische Aktien schwach, da Ölpreisanstieg Inflations­sorgen und EZB-Zinserhöhungs­wetten schürt

Autor: Economic Times Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Steigende Ölpreise infolge der Spannungen zwischen den USA und dem Iran entfachten die Inflationsängste neu und ließen europäische Aktien am Montag schwach tendieren.
  • Die Anleger blicken auf die bevorstehende Zinsentscheidung der EZB, da höhere Rohölkosten die Inflationsprognose im Euroraum erschweren.
  • Europas starke Abhängigkeit von importierter Energie macht den Kontinent anfällig für ölbedingte Preisdrucke, wie sich in der Energiekrise 2022 zeigte.
  • Ein starker Rückgang der Novartis-Aktien belastete aufgrund des hohen Indexgewichts die europäischen Leitindizes.
  • Politische Unsicherheit in Deutschland nach den Landtagswahlen verstärkte die negative Marktstimmung.
Europäische Aktien schwach, da Ölpreisanstieg Inflations­sorgen und EZB-Zinserhöhungs­wetten schürt

Europäische Aktien waren am Montag schwach, da steigende Ölpreise – getrieben von eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran – die Inflations­ängste in der Region neu entfachten. Geopolitische Risiken dieser Art treiben die Rohölpreise typischerweise nach oben, weil die Marktteilnehmer das Risiko von Lieferausfällen aus dem Nahen Osten, einer wichtigen ölproduzierenden Region, einpreisen – und zwar noch bevor es tatsächlich zu Produktionseinbußen kommt.

Die Anleger blicken gespannt auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Die EZB mit Sitz in Frankfurt gestaltet die Geldpolitik für den Euroraum; ihre Zinsentscheidungen werden nach den Sitzungen des EZB-Rats verkündet. Öl ist ein bedeutender Kostenfaktor für die europäischen Volkswirtschaften, von denen viele stark von importierter Energie abhängen – eine Abhängigkeit, die während der Energiekrise 2022 nach dem Wegfall russischer Pipeline-Gaslieferungen besonders sichtbar wurde. Anhaltend steigende Rohölpreise schlagen daher tendenziell auf die Verbraucherpreise durch und erschweren die Inflationsprognose der Notenbank. Wenn Inflationsdruck wiederkehrt, preisen die Märkte häufig neu ein, wie lange die Leitzinsen restriktiv bleiben müssen, was die Kreditkosten für Unternehmen und in der Folge die Aktienbewertungen beeinflusst.

Über die energiebedingten Inflations­sorgen hinaus belasteten am Tag zwei weitere Faktoren die Gesamtstimmung am Markt: ein starker Rückgang des Aktienkurses des Schweizer Pharma­konzerns Novartis, eines der größten börsennotierten Pharmaunternehmen Europas, sowie die politische Unsicherheit in Deutschland nach den Landtagswahlen. Deutschland ist Europas größte Volkswirtschaft, und Landtagswahlergebnisse verschieben oft die Machtverhältnisse im Bundesrat, der zweiten Kammer der Gesetzgebung, was die Fähigkeit der Bundesregierung beeinflusst, Gesetze zu verabschieden. Da Schwergewichte wie Novartis in den europäischen Leitindizes ein erhebliches Gewicht haben, kann eine große Kursbewegung einzelner Aktien die Indexperformance spürbar beeinflussen, selbst wenn der breite Markt uneinheitlich tendiert.

Europäische Aktien handelten weitgehend unverändert, da stark steigende Ölpreise die Inflations­sorgen schürten und die großen Indizes kaum Bewegung zeigten.

Quelle: Economic Times Markets