Europäische Aktien fallen, da US-iranische Militärschläge die Ölpreise in die Höhe treiben
Wichtige Erkenntnisse
- •US-Streitkräfte zerstörten am Sonntag zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak – die erste derartige Aktion gegen den Iran seit Ende Juli; Iran griff Berichten zufolge als Reaktion zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Jordanien an.
- •Brent stieg um mehr als 2 % auf rund 90,70 US-Dollar pro Fass und trieb die europäischen Energiewerte um 0,6 % nach oben.
- •Der deutsche DAX gab 0,5 % und der Euro Stoxx 50 fiel bei Eröffnung um 0,13 %, während Frankreichs CAC 40 nahezu unverändert blieb und der FTSE 100 in London wegen eines Feiertags geschlossen war.
- •Die Straße von Hormus führt rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels; eine Eskalation dort birgt Risiken für die Tankschifffahrt, Inflation und Energiekosten in Europa.
- •Der STOXX 600 stabilisierte sich bei rund 655 Punkten und ist auf Kurs für den fünften monatlichen Gewinn in Folge; diese Woche werden Inflationsdaten des Euroraums und US-Arbeitsmarktdaten erwartet.

Die europäischen Märkte eröffneten am Montag im Minus, nachdem US-Streitkräfte iranische Raketenwerfer in der Straße von Hormus zerstört und damit die Ölpreise deutlich in die Höhe getrieben hatten.
🚨🇺🇸🇮🇷 BREAKING: U.S. official, speaking to Axios: "Earlier today U.S. forces struck two Iranian launchers on Larak Island. Islamic Revolutionary Guard Corps forces were observed preparing to launch rockets with sea mines into Strait of Hormuz." Source: @BarakRavid, Axios, pic.twitter.com/xyAh2PNU6Z — Mario Nawfal (@MarioNawfal) August 30, 2026
US-Streitkräfte trafen am Sonntag zwei Raketenwerfer auf der iranischen Insel Larak. Es war die erste bekannte US-Militäraktion gegen den Iran seit Ende Juli. Nach Berichten iranischer Medien reagierte der Iran mit Angriffen auf zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Jordanien.
Ölpreise steigen angesichts der Spannungen im Nahen Osten
Brent stieg nach der Nachricht um mehr als 2 % und notierte bei rund 90,70 US-Dollar pro Fass. Die Energiewerte in Europa legten daraufhin um 0,6 % zu.
Die Marktreaktion spiegelt die herausragende Rolle der Straße von Hormus für die globale Energieversorgung wider: Die schmale Wasserstraße zwischen dem Iran und Oman führt rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels, einschließlich Rohöl und raffinierter Produkte großer Golf-Produzenten. Jede Eskalation nahe diesem Nadelöhr treibt die Ölpreise tendenziell nach oben, da Händler das Risiko gestörter Tankschifffahrt einpreisen, was sich wiederum auf Inflationserwartungen und Energiekosten in Europa auswirkt.
Die neuen militärischen Auseinandersetzungen erschütterten das Vertrauen der Anleger zu Beginn der Handelswoche und drückten die meisten großen europäischen Indizes bei Kursbeginn ins Minus. Der deutsche DAX gab anfänglich um 0,5 % nach, wobei Anleger den Index angesichts der später am Tag erwarteten deutschen Inflationsdaten genau beobachteten. Auch die Inflationsdaten des Euroraums und die US-Arbeitsmarktdaten werden diese Woche erwartet; beide Berichte könnten Hinweise auf den künftigen Zinskurs der Europäischen Zentralbank geben. Die Ölpreisbewegungen bedeuten für die Notenbanker eine zusätzliche Variable, da Energiekosten direkt in die Inflationskennzahlen einfließen.
Der Euro Stoxx 50 fiel bei Eröffnung um 0,13 %, während Siemens Energy zu den schwächsten Werten zählte und kurz nach Handelsbeginn 2,39 % verlor. Frankreichs CAC 40 eröffnete nahezu unverändert. Der FTSE 100 in London blieb wegen eines Feiertags geschlossen.
STOXX 600 hält sich trotz schwachem Start
Der paneuropäische STOXX 600 begann schwächer in den Handel, stabilisierte sich jedoch und notierte am Vormittag unverändert bei rund 655 Punkten. Trotz des wackeligen Starts am Montag bleibt der Index auf Kurs für den fünften monatlichen Gewinn in Folge.
Der Euro notierte bei 1,15886 gegenüber dem US-Dollar, das Pfund bei 1,35433 – beide damit praktisch unverändert zum Tagesbeginn.
Der Lachszüchter Bakkafrost gehörte zu den größten Verlierern im STOXX 600 und verlor nach der Veröffentlichung seiner Quartalsergebnisse 7,1 %. Das auf den Färöern ansässige Unternehmen konnte das Anlegervertrauen nicht unmittelbar stärken.
Energie war der einzige Lichtblick in einer ansonsten vorsichtigen Sitzung, da steigende Ölpreise die Werte dieses Sektors anhoben. Die Märkte werden diese Woche aufmerksam die wichtigen Konjunkturdaten aus Europa und den Vereinigten Staaten verfolgen, und weitere Entwicklungen im Nahen Osten könnten in den kommenden Tagen die Ölpreise und die Marktstimmung weiterhin beeinflussen.