Euro und Pfund behalten ihre Gewinne, während die Märkte den US-Arbeitsmarktausblick bewerten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Federal Reserve beließ die Leitzinsen unverändert und signalisierte, dass künftige geldpolitische Entscheidungen von den eingehenden Wirtschaftsdaten abhängen werden.
- •Der ADP-Bericht zur Privatsektor-Beschäftigung wies lediglich 44.000 neu geschaffene Arbeitsplätze aus – deutlich unter den 68.000 im Prognosekonsens und ein starker Rückgang gegenüber 95.000 im Vormonat.
- •Der EUR/USD durchbrach den Widerstand bei 1,1500 entschieden und konsolidiert derzeit in einer Spanne zwischen 1,1500 und 1,1560.
- •Der GBP/USD konsolidiert zwischen 1,3420 und 1,3480 nach der starken Aufwärtsbewegung der Vorwoche, mit Potenzial für einen erneuten Test des Juli-Hochs bei rund 1,3560.
- •Der bevorstehende US-Nonfarm-Payrolls-Bericht wird als das wichtigste marktbewegende Ereignis für Währungshändler in dieser Woche erwartet.

Der Euro und das Pfund notieren nach der Federal-Reserve-Sitzung der vergangenen Woche weiterhin höher gegen den US-Dollar. Wie weithin erwartet, beließ die Fed die Leitzinsen unverändert und bekräftigte, dass künftige geldpolitische Entscheidungen von den eingehenden Wirtschaftsdaten abhängen werden. Da maximale Beschäftigung neben Preisstabilität eine Hälfte des Dualen Mandats der Fed darstellt, kommt jeder Arbeitsmarktzahl ein überproportionales Gewicht bei der Ausformung der Markterwartungen hinsichtlich Zeitpunkt und Tempo möglicher Zinsanpassungen zu. Diese abwartende Haltung bot dem Dollar keine neue Unterstützung, während die schwächeren am Vortag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten den Abwärtsdruck zusätzlich verstärkten.
Nach dem neuesten ADP-Bericht schuf der US-Privatsektor lediglich 44.000 Arbeitsplätze – deutlich weniger als die prognostizierten 68.000 und ein starker Rückgang gegenüber 95.000 im Vormonat. Die ADP-Veröffentlichung wird als Frühindikator des Privatsektors für die später in der Woche erscheinenden offiziellen Regierungsdaten zu den Beschäftigungszahlen aufmerksam verfolgt, sodass jeder Verfehlungs- oder Überraschungswert ein wichtiger Faktor für die FX-Positionierung ist. Zwar übertraf der S&P Global Services PMI die Erwartungen, doch der ISM-Bericht zeichnete ein durchwachseneres Bild: Der Hauptindex für Dienstleistungen fiel auf 54,1, und seine Beschäftigungskomponente sank auf 47,4, was auf eine weitere Abkühlung des Arbeitsmarkts hindeutet. Vor diesem Hintergrund haben die Anleger erhöhte Erwartungen hinsichtlich eines breiteren wirtschaftlichen Abschwungs in den USA, wodurch sowohl der Euro als auch das Pfund ihren Aufwärtsschwung aufrechterhalten können.
EUR/USD
Der EUR/USD verzeichnete in der vergangenen Woche starke Gewinne und durchbrach den wichtigen Widerstand bei 1,1500 entschieden. Seit Wochenbeginn konsolidiert das Paar in einer Spanne zwischen 1,1500 und 1,1560, während die Märkte auf frische makroökonomische Daten warten. Die technische Analyse deutet darauf hin, dass der Aufwärtstrend sich in Richtung 1,1600–1,1620 ausdehnen könnte, falls das Niveau bei 1,1560 als Unterstützung verfestigt wird. Ein anhaltender Bruch unter 1,1500 würde die bullische Aussicht hingegen schwächen.
Wichtige Ereignisse für EUR/USD:
- Heute um 09:00 (GMT+3): Deutsche Industrieaufträge
- Heute um 10:30 (GMT+3): Deutschland S&P Global Bau-PMI
- Heute um 15:30 (GMT+3): US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
GBP/USD
Der GBP/USD zeigt ein vergleichbares Muster und konsolidiert zwischen 1,3420 und 1,3480 nach der starken Aufwärtsbewegung der Vorwoche. Ein entscheidender Ausbruch über 1,3480 könnte den Weg für einen erneuten Test des Juli-Hochs in der Nähe von 1,3560 ebnen. Umgekehrt könnten bessere als erwartete US-Wirtschaftsdaten das Paar zurück in Richtung der Spanne von 1,3350–1,3400 drängen.
Wichtige Ereignisse für GBP/USD:
- Heute um 11:30 (GMT+3): UK Bau-PMI
- Heute um 18:30 (GMT+3): Atlanta Fed GDPNow-Schätzung
- Morgen um 15:30 (GMT+3): US ADP Private Non-Farm Beschäftigungsveränderung
Ausblick
Der offizielle US-Nonfarm-Payrolls-Bericht ist das Highlight-Ereignis für die Währungsmärkte in dieser Woche. Beschäftigungswachstum, Arbeitslosenquote und Lohndaten werden den Anlegern ein klareres Bild über die Stärke der US-Wirtschaft vermitteln und zur Formung der Erwartungen hinsichtlich der künftigen Federal-Reserve-Politik beitragen. Sollten die Zahlen weitere Anzeichen einer Arbeitsmarktabkühlung bestätigen, könnte der Dollar erneut unter Druck geraten, was es dem EUR/USD und dem GBP/USD ermöglichen würde, ihre jüngsten Gewinne auszubauen. Umgekehrt könnten stärker als erwartete Daten die Nachfrage nach dem US-Dollar wiederbeleben und eine Korrektur bei beiden europäischen Währungen auslösen.