NachrichtenMakroInvestorenvertrauen im Euro-Raum kehrt im August ins positive Terrain zurück – Sentix

Investorenvertrauen im Euro-Raum kehrt im August ins positive Terrain zurück – Sentix

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Sentix-Vertrauensindex erreichte im August 0,9, übertraf die erwarteten -0,5 und verbesserte sich gegenüber -3.1 im Juli – die erste positive Messung seit Februar 2024.
  • Sowohl der Index für die aktuelle Lage bei -8,0 als auch der Erwartungsindex bei 10,3 erreichten ihr höchstes Niveau seit Februar und setzten eine viermonatige aufeinanderfolgende Verbesserung fort.
  • Die deutschen Stimmungsindikatoren zeigten eine deutliche Erholung, wobei sich die aktuellen Bedingungen von -39,8 auf -28,3 und die Erwartungen von 3,5 auf 6,0 verbesserten, was auf eine Stabilisierung in der größten Volkswirtschaft Europas hindeutet.
  • Die Europäische Zentralbank senkte im Juni 2024 den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 3,75 % – ihre erste Senkung seit 2019 – und schuf damit ein lockereres geldpolitisches Umfeld.
  • Sentix warnte, dass hohe Energiekosten und anhaltend schwache Auftragsbücher trotz der teilweisen Absorption des früheren Vertrauensschocks weiterhin erhebliche Hindernisse für eine anhaltende Stimmungserholung darstellen.
Investorenvertrauen im Euro-Raum kehrt im August ins positive Terrain zurück – Sentix

Das Anlegervertrauen im Euro-Raum setzte im August seine Erholung fort, wobei der Sentix-Vertrauensindex erstmals seit Februar wieder ins positive Terrain zurückkehrte. Der Index, der aus Umfragen unter institutionellen und privaten Anlegern erstellt wird, gilt als ein aufmerksam beobachteter früher monatlicher Indikator für die wirtschaftliche Stimmung im Euro-Raum.

Sentix-Investorenvertrauen im August: 0,9 (gegenüber -0,5 erwartet; Juli-Wert: -3.1)

Die Verbesserung wurde durch Anstiege in sowohl dem Teilindex für die aktuelle Lage als auch dem für Erwartungen getragen, die nun jeweils den vierten Monat in Folge gestiegen sind. Die Erholung erfolgt vor dem Hintergrund einer Euro-Raum-Wirtschaft, die während eines Großteils des Jahres 2023 stagnierte, bevor sie im ersten Quartal 2024 ein bescheidenes Wachstum von 0,3 % verzeichnete.

Der Index für die aktuelle Lage sprang auf -8,0 und damit deutlich nach oben gegenüber -14,8 im Juli. Der Erwartungsindex stieg auf 10,3, verglichen mit zuvor 9,3. Beide Werte markierten ebenfalls ihr höchstes Niveau seit Februar.

Die Stimmung wurde zusätzlich durch Anzeichen einer Stabilisierung in Deutschland, der größten Volkswirtschaft Europas, gestützt. Deutschland war 2023 geschrumpft und hatte als anhaltender Belastungsfaktor für die breitere Entwicklung im Euro-Raum gewirkt. Obwohl der Index für die aktuellen Bedingungen Deutschlands mit -28,3 im negativen Bereich verharrte, stellte er dennoch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem im Juli verzeichneten Wert von -39,8 dar. Auch der deutsche Erwartungsindex verbesserte sich und stieg auf 6,0 gegenüber 3,5 im Vormonat.

Die Stimmungsveränderung fällt in ein sich wandelndes geldpolitisches Umfeld. Die Europäische Zentralbank führte im Juni 2024 ihre erste Zinssenkung seit 2019 durch und senkte den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 3,75 %. Die EZB deutete an, dass das Tempo weiterer Lockerungen von den eingehenden Daten zu Inflation und Wachstum abhängen würde.

Sentix stellte fest, dass „der schwere Vertrauensschock infolge der USA-Iran-Spannungen offenbar zumindest teilweise absorbiert wurde“. Die Organisation warnte jedoch, dass „hohe Energiekosten und ein weiterhin verhaltenes Auftragsbuch erhebliche Gegenwinde bleiben“.