EUR/USD und GBP/USD stabil vor wichtigem US-Inflationsbericht
Wichtige Erkenntnisse
- •Trader halten sich vor dem US-Inflationsbericht für Juli von neuen Positionen zurück, der voraussichtlich die Erwartungen an den nächsten Schritt der Federal Reserve lenken wird.
- •Jüngste US-Arbeitsmarktdaten, darunter ein schwacher ADP-Bericht und ein niedrigerer ISM-Beschäftigungswert, haben die Anzeichen für einen abkühlenden Arbeitsmarkt verstärkt.
- •Konsensprognosen für den US-CPI im Juli deuten auf einen Rückgang der Headline-Inflation auf 3,4 % im Jahresvergleich und einer Kerninflation von 2,5 % im Jahresvergleich hin.
- •EUR/USD wurde in einer Spanne von 1,1500 bis 1,1580 gehandelt, wobei ein Bruch unter 1,1500 als möglicher Auslöser für eine Bewegung in Richtung 1,1430 bis 1,1460 gilt.
- •GBP/USD erreichte ein neues lokales Hoch nahe 1,3500, und ein Halten des Bereichs 1,3480 bis 1,3500 könnte Gewinne in Richtung 1,3540 bis 1,3560 ermöglichen.

Der Euro und das britische Pfund behaupten sich gegenüber dem US-Dollar, obwohl die Aufwärtsdynamik beider europäischer Währungen nach den jüngsten Gewinnen nachgelassen hat. Trader zögern, vor dem US-Inflationsbericht für Juli neue Positionen zu eröffnen, da diese Veröffentlichung die Erwartungen an den zukünftigen Kurs der Federal Reserve neu prägen könnte. Für den Dollar sind die Einsätze besonders hoch, da sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of England bereits mit Zinssenkungen begonnen haben — die EZB im Juni und die BoE im August —, wodurch die Aufmerksamkeit der Märkte darauf gerichtet ist, wie schnell die Fed nachziehen könnte.
Jüngste US-Arbeitsmarktdaten haben einen vorsichtigen Ton verstärkt. Ein schwacher ADP-Beschäftigungsbericht und ein Rückgang der ISM-Beschäftigungskomponente deuten beide auf eine allmähliche Abkühlung der Hiring-Bedingungen hin und sind ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Arbeitsmarkt nach der Pandemie normalisiert.
US-CPI rückt ins Rampenlicht
Der heutige Schwerpunkt liegt auf dem US-Verbraucherpreisindex (CPI). Konsensprognosen deuten darauf hin, dass die jährliche Headline-Inflation im Juli auf 3,4 % zurückgegangen ist, gegenüber 3,5 % im Vormonat. Auf monatlicher Basis wird ein Preisanstieg von 0,1 % erwartet, nachdem im Juni ein Rückgang von 0,4 % verzeichnet wurde. Die Kerninflation (Core CPI), die die volatilen Nahrungs- und Energiekomponenten ausschließt und als wichtiger Indikator für zugrundeliegende Preistrends gilt, wird auf 2,5 % im Jahresvergleich und 0,2 % im Monatsvergleich geschätzt.
Ein schwächer als erwartet ausfallender Wert würde die Erwartungen wahrscheinlich stärken, dass die Fed eine Lockerung der Geldpolitik anstrebt, was zusätzlichen Druck auf den Dollar ausüben würde. Umgekehrt könnte der Greenback neue Unterstützung finden, falls die Inflation die Prognosen übersteigt oder sich hartnäckiger zeigt.
Auch finale Inflationszahlen für Deutschland und Italien werden heute in Europa veröffentlicht, jedoch wird ihre Auswirkung auf den Markt voraussichtlich begrenzt bleiben, sofern sie nicht nennenswert von den vorläufigen Schätzungen abweichen.
EUR/USD
EUR/USD hat in den letzten Sitzungen innerhalb einer relativ engen Spanne von 1,1500–1,1580 gehandelt. Die technische Analyse deutet auf einen möglichen erneuten Test der unteren Begrenzung hin, da sich im Tageschart ein Dunkle-Wolken-Decke-Candlestick-Muster (Dark Cloud Cover) gebildet hat. Sollten Verkäufer das Paar nachhaltig unter 1,1500 drücken, wird eine Abwärtsausweitung in Richtung 1,1430–1,1460 wahrscheinlicher. Auf der Oberseite könnten schwächere US-Inflationsdaten das Paar in Richtung 1,1600–1,1620 anheben. Die Zinsspanne zwischen der Fed und der EZB — die im Juni ihre erste Zinssenkung des aktuellen Zyklus vornahm und einen datenabhängigen Ansatz für weitere Schritte signalisiert hat — bleibt ein wesentlicher Treiber für die übergeordnete Richtung des Paars.
Wichtige Termine für EUR/USD:
- Heute um 09:00 Uhr (GMT+3): Deutscher Verbraucherpreisindex (CPI)
- Heute um 11:00 Uhr (GMT+3): Italienischer Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HICP)
- Heute um 15:30 Uhr (GMT+3): US-Verbraucherpreisindex (CPI)
GBP/USD
GBP/USD-Käufern gelang es, das Paar auf ein neues lokales Hoch nahe 1,3500 zu treiben. Die technische Analyse lässt Raum für weitere Gewinne in Richtung 1,3540–1,3560, sollte die Zone 1,3480–1,3500 als Unterstützung halten. Allerdings könnten stärker als erwartete US-Inflationsdaten den Dollar stützen und einen weiteren Test der 1,3400er-Marke auslösen. Die Zinssenkung der Bank of England im August, ihre erste seit 2020, hat den Zinsabstand zu den Vereinigten Staaten verringert und dem mittelfristigen Ausblick des Paars eine weitere Dimension hinzugefügt.
Wichtige Termine für GBP/USD:
- Morgen um 09:00 Uhr (GMT+3): UK-BIP
- Morgen um 14:00 Uhr (GMT+3): Nordirlands monatlicher BIP-Tracker
- Morgen um 21:00 Uhr (GMT+3): Bericht zur Umsetzung des US-Bundeshaushalts
Ausblick
EUR/USD und GBP/USD behaupten sich nach ihren jüngsten Aufwärtsbewegungen, doch ihr nächster richtungsweisender Schritt hängt weitgehend von der heutigen US-CPI-Veröffentlichung ab. Ein unter dem Konsens liegender Wert könnte die Erwartungen einer geldpolitischen Lockerung durch die Fed verstärken und den Dollar belasten, womit der Weg für weitere Gewinne der europäischen Währungen geebnet würde. Ein höher als erwartet ausfallender Wert könnte dem Dollar hingegen neue Stärke verleihen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass beide Paare auf ihre nächstgelegenen Unterstützungsniveaus zurückkehren. Das britische BIP-Daten von morgen werden zusätzliche Aufschlüsse für den fundamentalen Hintergrund des Pfunds liefern.