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EU weitet Russland-Sanktionen mit Verbot von Krypto-Transaktionen aus

Autor: Crypto Potato·

Wichtige Erkenntnisse

  • EU-Personen ist es nun untersagt, Transaktionen mit 11 nicht namentlich genannten Krypto-Betreibern sowie 94 Banken und Finanzinstituten durchzuführen.
  • Die nicht identifizierten Krypto-Plattformen sind hauptsächlich in Belarus und Nigeria tätig und werden beschuldigt, Geldflüsse zwischen Russland und blockierten Ländern zu erleichtern.
  • Die Sanktionen erweitern die Befugnisse der EU von der gezielten Erfassung einzelner Unternehmen auf die Beschränkung von Krypto-Dienstleistungen in ganzen Jurisdiktionen, die mit russischer Geldwäsche in Verbindung stehen.
  • Das Paket umfasst 32 Banken und die Moskauer Börse; für gelistete Finanzinstitute gelten Vermögenssperren und Transaktionsverbote.
  • Die EU nahm außerdem Schiffe der russischen Schattenflotte ins Visier und bestätigte, dass die Ölpreisobergrenze bei $44.10 pro Barrel festgeschrieben bleibt.
EU weitet Russland-Sanktionen mit Verbot von Krypto-Transaktionen aus

Die Europäische Union hat sich am Donnerstag auf ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland geeinigt und damit ihre bislang strengsten kryptobezogenen Beschränkungen eingeführt. Nach den neuen Maßnahmen ist es EU-Personen untersagt, Transaktionen mit 11 nicht namentlich genannten Krypto-Betreibern sowie 94 Banken und Finanzinstituten durchzuführen.

Die EU hat die Namen der 11 Krypto-Plattformen nicht offengelegt. Sie erklärte jedoch, dass diese hauptsächlich in Belarus und Nigeria tätig seien und als Kanäle genutzt würden, um Geld zwischen Russland und Ländern zu bewegen, denen Geschäfte mit Russland untersagt sind. Der Fokus auf Krypto-Dienstleistungen spiegelt eine breitere Sorge über die Umgehung von Sanktionen wider: Plattformen für digitale Vermögenswerte können zusammen mit Banken, Vermittlern und Offshore-Strukturen genutzt werden, um Gelder grenzüberschreitend zu leiten, wenn direkte Finanzkanäle eingeschränkt sind.

Das jüngste Paket stellt eine erhebliche Ausweitung der Sanktionsbefugnisse Brüssels dar. Zuvor war die EU darauf beschränkt, einzelne Unternehmen ins Visier zu nehmen. Nun kann sie Krypto-Dienstleistungen aus einem ganzen Land oder einer gesamten Jurisdiktion untersagen, wenn dieser Standort als Drehscheibe für die Wäsche russischer Finanztransaktionen gilt — ein neuer Schritt im Kampf gegen die Umgehung von Sanktionen.

Stablecoins und die Garantex-Spur

Die Maßnahmen sind der jüngste Schritt in einer Reihe von Aktionen, die darauf abzielen, Beschränkungen für mit dem Rubel verbundene Krypto-Dienstleistungen zu verschärfen. Anfang dieses Jahres wurde der Stablecoin A7A5 gelistet, nachdem er als Brücke zwischen den sanktionierten Börsen Garantex und Grinex fungiert hatte. Auch der RUBx-Token und der digitale Rubel wurden gelistet.

Die Listungen zeigen, dass Regulierungsbehörden zunehmend über zentralisierte Börsen hinaus auf Token und Zahlungsinfrastrukturen blicken, die sanktionierte Akteure miteinander verbinden könnten. Stablecoins stehen dabei besonders im Fokus, weil sie schnell übertragen werden können und möglicherweise zur Abwicklung von Transaktionen außerhalb herkömmlicher Korrespondenzbankennetzwerke genutzt werden.

Das Vereinigte Königreich ging im Mai parallel vor und sanktionierte HTX, ehemals Huobi, wegen mutmaßlicher Verbindungen zu A7 und Garantex. Ein Bericht von Global Ledger stellte fest, dass HTX in den vergangenen fünf Jahren etwa $21 Milliarden an „hochriskanten“ Krypto-Transaktionen verarbeitet hatte, davon fast $8 Milliarden mit Verbindungen zu russischen Akteuren und Darknet-Märkten.

Banken, Öl und die Schattenflotte

Das Sanktionspaket listet 94 Finanzinstitute, darunter 32 Banken und die Moskauer Börse. Die Maßnahmen frieren deren in der EU gehaltene Vermögenswerte ein und verbieten Transaktionen mit ihnen. Das Paket nimmt außerdem erstmals Schiffe der russischen Schattenflotte ins Visier und weitet die Maßnahmen damit von Finanzkanälen auf maritime Netzwerke aus, die genutzt werden, um russisches Öl trotz westlicher Beschränkungen weiter zu transportieren.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, begrüßte die Einigung in einem Beitrag auf X.

“I welcome the agreement on the 21st sanctions package against Russia. At a time when Ukraine has built military momentum, our sanctions continue to weaken the economic foundations of Russia’s war effort. We’re adding 32 more Russian banks to our transaction ban list. As well…” — Ursula von der Leyen (@vonderleyen), July 23, 2026

https://x.com/vonderleyen/status/2080192931957203397?ref_src=twsrc%5Etfw

Von der Leyen bestätigte außerdem ein Einfrieren der Ölpreisobergrenze bei $44.10 pro Barrel, „damit die russische Kriegsmaschinerie nicht von Marktschocks profitiert“. Sie fügte hinzu, dass Brüssel zudem plane, russischen Kombattanten die Einreise in die EU zu verbieten.