EU-Gütertransport auf Binnenwasserstraßen sinkt um 3 % im Jahr 2025
Wichtige Erkenntnisse
- •Der EU-Gütertransport auf Binnenwasserstraßen erreichte 2025 118,0 Milliarden Tonnenkilometer, ein Rückgang von 3,0 % gegenüber dem Vorjahr und Teil eines längerfristigen Rückgangs von Werten über 145 Milliarden tkm, wie sie 2015–2017 verzeichnet wurden.
- •Deutschland und die Niederlande zusammen entfielen 71,9 % des gesamten EU-Binnenwasserstraßengüterverkehrs, angetrieben durch den Rhein-Korridor, der Rotterdam mit dem Ruhrgebiet verbindet.
- •Der internationale Transport machte 2025 54,7 % des gesamten EU-Binnenwasserstraßengüterverkehrs aus und übertraf damit sowohl den nationalen Transport mit 24,9 % als auch den Transitverkehr mit 20,4 %.
- •Metallerze bildeten mit 22,2 % des Gesamttransports die größte Güterkategorie, gefolgt von Koks und raffinierten Erdölprodukten mit 16,2 %.
- •Der Binnenwasserstraßentransport von Kohle und Rohöl stieg gegenüber dem Vorjahr um 21,3 %, während Agrarprodukte den stärksten Rückgang mit 19,7 % verzeichneten.

Der Gütertransport auf den Binnenwasserstraßen der Europäischen Union belief sich im Jahr 2025 auf 118,0 Milliarden Tonnenkilometer (tkm), was einem Rückgang von 3,0 % (-3,7 Milliarden tkm) gegenüber 2024 entspricht, wie aus von Eurostat veröffentlichten Daten hervorgeht. Der Sektor, den die EU im Rahmen ihrer Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität als emissionsärmere Alternative zum Straßengüterverkehr mit Wachstumszielen versehen hat, schrumpft weiterhin statt zu wachsen.
Die jüngsten Zahlen setzen eine längerfristige Abwärtsbewegung fort. Zwischen 2015 und 2017 blieb der EU-Gütertransport auf Binnenwasserstraßen mit etwa 145–146 Milliarden tkm relativ stabil. Die Volumina brachen 2018 stark ein und erholten sich 2019 und 2021 teilweise, erreichten jedoch nie wieder die früheren Höchstwerte. Ab 2022 beschleunigte sich der Rückgang und erreichte 2023 einen Tiefstand von 116,4 Milliarden tkm, bevor 2024 ein bescheidener Anstieg auf 121,6 Milliarden tkm verzeichnet wurde.
Deutschland und die Niederlande blieben 2025 die dominierenden Akteure im EU-Binnenwasserstraßentransport mit 42,7 Milliarden tkm bzw. 42,2 Milliarden tkm. Zusammen entfielen auf die beiden Länder 71,9 % des EU-Gesamtwerts. Ihre Dominanz spiegelt die zentrale Rolle des Rhein-Korridors wider, Europas meistbefahrener Binnenwasserstraße, die den Hafen von Rotterdam mit dem deutschen Industriegebiet Ruhrgebiet verbindet.
Eurostat hat die Daten heute veröffentlicht. Die Ergebnisse stammen aus einem detaillierteren Statistics-Explained-Artikel zum Gütertransport auf Binnenwasserstraßen.
Internationale Transporte machen mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens aus
Auf EU-Ebene stellte der internationale Transport 2025 mit 54,7 % die Mehrheit des gesamten Binnenwasserstraßentransports. Der nationale Transport machte 24,9 % aus, der Transitverkehr 20,4 %.
Der internationale Transport hatte in fünf EU-Mitgliedstaaten den höchsten Anteil. Österreich führte mit 74,0 % seines Binnenwasserstraßentransports als international eingestuft, gefolgt von Deutschland mit 64,1 % und Belgien mit 57,2 %.
Der nationale Transport überwog in Tschechien (97,4 %), Polen (82,2 %) und Frankreich (60,2 %). Litauen, Finnland und Schweden verzeichneten 2025 ausschließlich nationalen Transport.
Der Transitverkehr wies in mehreren Ländern aufgrund ihrer geografischen Lage die höchsten Anteile auf: Kroatien (97,2 %), Bulgarien (92,8 %), Luxemburg (87,9 %), die Slowakei (83,0 %) und Ungarn (60,1 %).
Metallerze führen unter den transportierten Gütern
Nach Güterkategorie hatten Metallerze mit 22,2 % den größten Anteil am Gesamttransport, gemessen in Tonnenkilometern. Es folgten Koks und raffinierte Erdölprodukte mit 16,2 % sowie Chemikalien, Kautschuk, Kunststoff und Kernbrennstoffe mit 14,3 %.
Im Vergleich zu 2024 verzeichnete der Binnenwasserstraßentransport von Agrarprodukten den stärksten Rückgang mit -19,7 %. Kohle und Rohöl verzeichneten mit +21,3 % den größten Anstieg, eine Entwicklung, die im Einklang mit Veränderungen der europäischen Energiehandelsströme nach der Neugestaltung der Lieferrouten steht.
Quelle: Eurostat