ESMA warnt: Wachsende Verbindungen zwischen Krypto und Finanzsystem könnten Europas nächsten Marktschock verstärken
Wichtige Erkenntnisse
- •Der am 10. September veröffentlichte zweite Risikomonitoring-Bericht der ESMA für 2026 stufte die Markt-, Ansteckungs- und operationellen Risiken als besonders hoch ein.
- •Laut ESMA haben die Kryptomärkte seit ihren Oktober-Höchstständen fast €2 Billionen an Wert verloren.
- •Die ESMA warnte, dass Finanzinstitute, Anlageprodukte und tokenisierte Vermögenswerte als Kanäle dienen könnten, über die sich Verluste aus dem Kryptomarkt auf traditionelle Märkte ausbreiten.
- •Jüngste DeFi-Hacks haben die Bedenken hinsichtlich der Verflechtungen verstärkt, da Ausfälle einzelner Smart Contracts, Liquiditätspools oder Bridges auf andere verbundene Komponenten übergreifen können.
- •Die ESMA hob das Wachstum tokenisierter Aktien sowie die Anfälligkeit von Kleinanlegern gegenüber digitalen Plattformen und Falschinformationen in sozialen Medien als Bereiche hervor, die weiterhin aufsichtsrechtlich überwacht werden müssen.

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat gewarnt, dass engere Verbindungen zwischen den Kryptomärkten und dem traditionellen Finanzwesen das Ansteckungsrisiko im europäischen Finanzsystem erhöhen könnten. Die Behörde erklärte, der Abschwung am Kryptomarkt und die zunehmenden Verbindungen zwischen den Märkten erforderten eine engere Überwachung.
In ihrem am 10. September veröffentlichten zweiten Risikomonitoring-Bericht für 2026 stufte die ESMA die Markt-, Ansteckungs- und operationellen Risiken als besonders hoch ein. Die Behörde erklärte, dass der Wert des Kryptomarktes seit Beginn des Jahres 2026 weiter gesunken sei und seit Ende Oktober fast €2 Billionen verloren habe. Laut ESMA hat der Kryptomarkt seit seinen Oktober-Höchstständen zudem nahezu €2 Billionen an Marktkapitalisierung eingebüßt.
Die ESMA erklärte, der Kryptosektor sei zunehmend mit anderen Finanzmärkten verflochten. Diese Verbindung sei bedeutsam, weil ein Rückgang von Bitcoin und anderen Krypto-Assets über den Kryptomarkt selbst hinausreichen könne. Finanzinstitute, Anlageprodukte und tokenisierte Vermögenswerte könnten Kanäle darstellen, über die sich Verluste über verschiedene Märkte hinweg ausbreiten.
Die Behörde gab keine ausdrückliche Prognose eines Marktzusammenbruchs ab. Stattdessen erklärte sie, dass volatile Kryptomärkte in Verbindung mit potenziell stärkeren Verbindungen zum traditionellen Finanzwesen das Risiko von Übertragungseffekten erhöhen könnten.
Die Pressemitteilung der ESMA und ihr zweiter Risikomonitoring-Bericht für 2026 enthalten die Einschätzung der Behörde.
DeFi-Exploits verstärken Risiken durch Verflechtungen
Der Bericht verwies auch auf die dezentrale Finanzwirtschaft (DeFi), bei der erfolgreiche Hacks in jüngster Zeit die Bedenken hinsichtlich der Verflechtungen erneut verstärkt haben. DeFi-Protokolle können von mehreren Smart Contracts, Liquiditätspools, Bridges und anderen Anwendungen abhängen. Wenn ein Teil dieses Netzwerks ausfällt oder kompromittiert wird, können sich Verluste oder Ausfälle auf andere Komponenten ausbreiten.
Die Analyse der ESMA zeigt, dass das Problem über die Volatilität einzelner Token hinausgeht. Da sich mehr Kapital und Marktteilnehmer zwischen Krypto- und traditionellen Märkten bewegen, gewinnt die Struktur des Sektors zunehmend an Bedeutung für die allgemeine Finanzstabilität.
Tokenisierung bringt Krypto näher an das traditionelle Finanzwesen
Die ESMA hob auch die Tokenisierung hervor. Obwohl tokenisierte Aktien weiterhin deutlich kleiner sind als traditionelle Aktienmärkte, nimmt ihre Nutzung zu. Diese Entwicklung könnte stärkere Verbindungen zwischen blockchainbasierten Finanzinstrumenten und traditionellen Märkten schaffen.
Die Behörde erklärte, dass die Zunahme von On-Chain-Finanzanlagen eine Überwachung ihrer Wechselwirkungen mit bestehenden Instituten, Handelsplätzen und Anlegern erfordern werde. Die Tokenisierung könnte die Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain über Kryptowährungen hinaus erweitern, zugleich aber auch zu stärker voneinander abhängigen Marktstrukturen führen. Daher werden die Aufsichtsbehörden nicht nur einzelne digitale Vermögenswerte beobachten, sondern auch deren Zusammenspiel mit der etablierten Finanzinfrastruktur.
Die ESMA stellte außerdem fest, dass Kleinanleger weiterhin Risiken durch digitale Plattformen, soziale Medien und spekulativen Handel ausgesetzt sind. Unerfahrene Händler könnten anfälliger für Falschinformationen und schnelle Entscheidungen sein, insbesondere wenn Plattformen den Handel für Anleger einfacher machen.
Der Bericht wurde veröffentlicht, während die Europäische Union weiterhin Regulierungen für digitale Vermögenswerte entwickelt. Nach der aktuellen Einschätzung der ESMA nehmen die Risiken von Krypto-Assets trotz der verstärkten Überprüfung weiter rasch zu, während sich die Branche für digitale Vermögenswerte weiterentwickelt.
Quelle: CryptoNinjas