EZB-Ratsmitglied Schnabel sagt, frühzeitiges Handeln sei nötig, um Zweitrundeneffekte zu verhindern
Wichtige Erkenntnisse
- •Schnabel warnte, dass sich Inflation verfestigen könnte, wenn die EZB nicht frühzeitig auf anhaltenden Preisdruck reagiert.
- •Sie sagte, die Inflation im Euroraum werde voraussichtlich noch längere Zeit über dem 2%-Ziel der EZB bleiben und sich auf Löhne sowie breitere Preise ausweiten können.
- •Sie verwies darauf, dass die Wirtschaft des Euroraums an Dynamik gewinnt, was die Inflation ohne geldpolitische Zurückhaltung hoch halten könnte.
- •Sie äußerte sich besorgt über die Erdgaspreise, die zuletzt den höchsten Stand seit März erreicht haben.
- •Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 95% für eine Zinserhöhung bei der EZB-Sitzung im September und eine Straffung um rund 40 Basispunkte bis zum Jahresende ein.

EZB-Vorstandsmitglied Isabel Schnabel bekräftigte die Notwendigkeit, früh zu handeln, um zu verhindern, dass sich Inflation verfestigt, und warnte, dass Zweitrundeneffekte weiterhin ein zentrales Risiko darstellen, während der Preisdruck im gesamten Euroraum anhält.
Sie sagte, die Inflation werde voraussichtlich für einen längeren Zeitraum über dem 2%-Ziel der EZB bleiben, was sich letztlich auf Löhne und die breitere Inflation auswirken könnte. Schnabel betonte, wie wichtig es sei, die Inflationserwartungen fest verankert zu halten, eine zentrale Herausforderung für die Geldpolitik, wenn der Preisdruck breit angelegt ist und die Energiekosten volatil bleiben.
Schnabel fügte hinzu, dass die Finanzmärkte die Reaktionsfunktion der EZB offenbar gut verstünden, und sagte, der Umfang der geldpolitischen Straffung werde von den eingehenden Konjunkturdaten abhängen. Damit beobachtet die Zentralbank nicht nur die Gesamtinflation, sondern auch Indikatoren, die zeigen, ob sich höhere Preise in der Wirtschaft ausbreiten.
Sie sagte außerdem, die Wirtschaft des Euroraums scheine weiter an Dynamik zu gewinnen, was die Inflation ohne gewisse geldpolitische Zurückhaltung länger hoch halten könnte. Zudem äußerte sie sich besorgt über die Lage am Erdgasmarkt, nachdem die Preise zuletzt auf den höchsten Stand seit März gestiegen waren. Insgesamt stiegen die europäischen Erdgaspreise im Jahr 2026 um mehr als 130%.
Schnabel bleibt auf Inflation fokussiert, da stärkeres Wachstum und hohe Energiepreise das 2%-Ziel der EZB gefährden. Ihre Aussagen entsprechen ihrem Ruf als eines der restriktiveren Mitglieder des EZB-Rats. Der Markt preist derzeit eine Straffung um 40 Basispunkte bis zum Jahresende ein, mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% für eine Zinserhöhung bei der bevorstehenden EZB-Sitzung im September.