NachrichtenMakroEZB lädt E-Commerce-Händler zum Digital-Euro-Pilotprojekt ein

EZB lädt E-Commerce-Händler zum Digital-Euro-Pilotprojekt ein

Autor: CoinTrust·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Das Eurosystem hat E-Commerce- und Mobile-Commerce-Händler eingeladen, sich für ein geplantes Digital-Euro-Pilotprojekt zu bewerben, und weitet damit die Vorbereitungen über die 36 im Juli 2026 ausgewählten Zahlungsdienstleister hinaus aus.
  • •Teilnehmende Händler testen Zahlungsprozesse, Händlerintegration und Nutzererfahrung mit einer Beta-Version, die eng am Entwurf der EU-Gesetzgebung orientiert ist, jedoch keine gesetzliche Zahlungsmittelfunktion besitzt.
  • •Das zwölfmonatige Pilotprojekt soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 in einer kontrollierten Umgebung beginnen und umfasst Remote-E-Commerce- und Mobile-Commerce-Transaktionen sowie Vor-Ort-Schauplätze wie Kantinen und Restaurants der EZB und nationaler Zentralbanken.
  • •Die Teilnahme ist freiwillig und unbezahlt; Händler müssen eine Teilnahmevereinbarung mit der EZB abschließen und eine vertragliche Beziehung zu einem Acquiring-PSP eingehen. Bewerbungen sind bis zum 27. Oktober 2026 einzureichen; eine Informationsveranstaltung ist für den 6. Oktober 2026 angesetzt.
  • •Jede Entscheidung zur Einführung des Digital-Euro bleibt von der Verabschiedung der EU-Gesetzgebung abhängig; das Händler-Feedback aus dem Pilotprojekt soll künftige technische und operative Designentscheidungen informieren.
EZB lädt E-Commerce-Händler zum Digital-Euro-Pilotprojekt ein

Das Eurosystem hat eine Interessensbekundungsrunde eröffnet und lädt E-Commerce- und Mobile-Commerce-Händler ein, an einem geplanten Digital-Euro-Pilotprojekt teilzunehmen. Damit werden die Vorbereitungen auf eine potenzielle digitale Zentralbankwährung für den Euroraum ausgeweitet. Das Projekt würde Zentralbankgeld in digitaler Form für alltägliche Zahlungen verfügbar machen – neben Bargeld und den derzeit in der Region genutzten privat betriebenen Zahlungsmethoden.

Die Einladung folgt auf die Auswahl von 36 Zahlungsdienstleistern (PSPs) im Juli 2026 zur Teilnahme an der Initiative. Mit der Einladung von Händlern geht das Pilotprojekt über die Zahlungsinfrastruktur hinaus auf die Akzeptanzseite von Transaktionen, an der die kundenorientierten Checkout-Erlebnisse entstehen. Die für das Pilotprojekt ausgewählten Händler arbeiten mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken zusammen, um zu bewerten, wie Digital-Euro-Zahlungen in realen kommerziellen Umgebungen funktionieren könnten.

Das Pilotprojekt soll Zahlungsprozesse, Händlerintegration und Nutzererfahrung unter Bedingungen testen, die den vorgeschlagenen Digital-Euro möglichst genau abbilden. Dies gibt teilnehmenden Händlern die Möglichkeit, Feedback zu geben, das die künftige technische und operative Gestaltung der Währung beeinflussen könnte.

Die Tests umfassen Remote-E-Commerce- und Mobile-Commerce-Transaktionen sowie alltägliche Zahlungsumgebungen wie Kantinen und Restaurants, die von derB und den nationalen Zentralbanken betrieben werden. Teilnehmer werden Mitarbeiter der Eurosystem-Zentralbanken, ausgewählte PSPs und die teilnehmenden Händler sein.

Technische und operative Tests

Das Programm wird mit einer Beta-Version des Digital-Euro laufen, die technisch und funktional nahe an dem im Entwurf der EU-Gesetzgebung beschriebenen System sein soll, wobei die Pilotversion keine gesetzliche Zahlungsmittelfunktion besitzt.

Die ausgewählten Händler werden bewerten, wie Kunden digitale Zahlungsprozesse durchlaufen, und prüfen, wie die vorgeschlagene Zahlungsmethode in bestehende Kassensysteme integriert werden könnte. Zudem geben sie Feedback zur Händlererfahrung, zu technischen Anforderungen und zu den betrieblichen Abläufen bei der Annahme von Digital-Euro-Zahlungen. Die Prüfung des kundenseitigen Zahlungsprozesses und der dahinterliegenden Akzeptanzabläufe in einer gemeinsamen Übung soll Integrationsfragen aufdecken, während Designentscheidungen noch angepasst werden können.

Die EZB hat signalisiert, dass Händler-Feedback in künftige Designentscheidungen einfließen soll; die Übung zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die Anforderungen der Unternehmen berücksichtigt werden, während die Vorbereitungen auf eine potenzielle Einführung voranschreiten. Jede Entscheidung zur Einführung des Digital-Euro bleibt von der Verabschiedung der entsprechenden EU-Gesetzgebung abhängig, und das Eurosystem hat erklärt, dass seine Vorbereitungsarbeiten parallel zum Gesetzgebungsprozess weiterentwickelt werden.

Bewerbungen bis Oktober möglich

Die Teilnahme am Pilotprojekt ist freiwillig und unbezahlt. Ausgewählte Händler müssen eine Teilnahmevereinbarung mit der EZB abschließen und eine vertragliche Beziehung zu einem an dem Pilotprojekt beteiligten Acquiring-PSP aufbauen oder anpassen.

Die Bewerbungen werden anhand von Eignungsanforderungen und gewichteten Kriterien bewertet, darunter Marktreichweite, operative Bereitschaft und allgemeine Eignung für die Initiative.

Die EZB hat zudem häufig gestellte Fragen veröffentlicht, um potenziellen Teilnehmern die Anforderungen und den Bewerbungsprozess zu erläutern. Für den 6. Oktober 2026 ist eine Informationsveranstaltung angesetzt, bei der die Zentralbank weitere Einzelheiten zum Pilotprojekt und zum Teilnahmeverfahren erläutern wird. Händler können vor der Bewerbungsfrist schriftliche Fragen über ein spezielles Formular einreichen; die EZB hat den 27. Oktober 2026 als Bewerbungsschluss festgelegt.

Zwölfmonatiges Pilotprojekt für 2027 geplant

Das Pilotprojekt soll voraussichtlich 12 Monate laufen in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen. Es wird in einer kontrollierten Umgebung stattfinden, die darauf ausgelegt ist, die wesentlichen Merkmale und Funktionen des künftigen Digital-Euro nachzubilden.

Für Händler und Zahlungsanbieter könnte die Übung praktische Erkenntnisse zu Integrationsanforderungen, Checkout-Prozessen und Kundeninteraktionen liefern, bevor eine mögliche großflächige Einführung des Digital-Euro erfolgt.

Die Händlerinitiative ist Teil der umfassenderen Vorbereitungsarbeiten des Eurosystems an einer möglichen digitalen Währung für den Euroraum, die parallel zu den EU-Gesetzgebungsberatungen über den Rahmen zur Regulierung des Digital-Euro voranschreitet. Das Eurosystem rahmt die Vorbereitung als Teil breiterer Bemühungen, die europäische Zahlungsouveränität zu stärken und eine Infrastruktur aufzubauen, die digitale Zahlungen in der gesamten Region unterstützen kann.

Der Ausgang des Gesetzgebungsprozesses bleibt ein entscheidender Faktor dafür, ob und wann der Digital-Euro von der Vorbereitung und dem Testen in Richtung Einführung voranschreitet. Die Händlersitzung nach dem Bewerbungsfenster im Oktober und der Start der Tests im Jahr 2027 markieren die nächsten Schritte auf der Vorbereitungsseite.